Gemeinde Altenbeken kann Grundstücke an neun Unternehmen veräußern
Ansturm aufs Gewerbegebiet

Altenbeken (WB). Fünf Jahre ist es her, dass die Gemeinde Altenbeken das letzte Gewerbegrundstück verkaufen konnte. Im Gewerbegebiet Buke in der Industriestraße war kein Quadratzentimeter mehr zu kriegen. Und so wundert es nicht, dass die Verwaltung seit der Erschließung des neuen Gewerbegebietes Krukenwiesen ein enormes Interesse verzeichnen konnte, wie Marion Wessels, Wirtschaftsförderin der Gemeinde, in der jüngsten dringlichen Sitzung des Gemeinderates mitteilte.

Sonntag, 19.04.2020, 20:57 Uhr aktualisiert: 19.04.2020, 21:02 Uhr
Das neue Gewerbegebiet während der Erschließung im November 2019. Foto: Sonja Möller
Das neue Gewerbegebiet während der Erschließung im November 2019. Foto: Sonja Möller

Nachdem der Rat im Dezember 2019 die Bedingungen zur Vergabe der Gewerbegrundstücke festgelegt hatte, wurden seit Februar 2020 zahlreiche Gespräche mit Interessenten geführt, in denen diese ihr jeweiliges Vorhaben dem Bürgermeister, der Wirtschaftsförderin und der Fachplanerin vorstellten. Das daraus resultierende Gesamtkonzept mit konkreten Vergabeempfehlungen stellte Marion Wessels jüngst im „verkleinerten Rat“ vor.

Danach hätten insgesamt neun Grundstücks-Kaufinteressenten eine verbindliche Bewerbung abgegeben. Bei den Bewerbern handele es sich um sieben örtliche und zwei auswärtige Unternehmer beziehungsweise Gründer, die einen Branchenmix aus Straßenbau, Metallbau, Industrieservice, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe abbilden, so Marion Wessels. Fünf Firmen seien bereits erfolgreich am Markt etabliert, vier wollen als Jungunternehmen mit innovativen Geschäftsideen starten. Von den zur Verfügung stehenden etwa 29.000 Quadratmetern Gewerbeland würden im ersten Zug etwa 21.000 Quadratmeter bebaut. Zudem liefen vielversprechende Gespräche mit einem weiteren Unternehmen hinsichtlich eines etwa 5000 Quadratmeter großen Grundstücks.

Ala 1-Mann-Betrieb gestartet

Ein rund 3200 Quadratmeter großes Grundstück südöstlich der Baustraße wird demnach an ein örtliches Metallbauunternehmen veräußert, das zunächst klassisch als Ein-Mann-Betrieb gestartet war und inzwischen sieben Mitarbeiter beschäftigt. Zum Kerngeschäft der Montageleistungen für Firmen im In- und Ausland sollen am neuen Standort auch Eigenfertigungen wie Stahltreppen, Handläufe, Balkon- und Brüstungsgeländer, Fenstergitter, Toranlagen, Industrie- und komplexe Stahlbaumontagen kommen.

Seit mehr als 20 Jahren und mit 12 bis 15 Mitarbeitern in den Bereichen Tiefbau, Straßenbau und Pflasterarbeiten tätig ist das Unternehmen, das ein Grundstück südwestlich der Baustraße erwerben wird. Das Hauptgeschäft des regionalen Familienunternehmens umfasst Straßenendausbauten in Pflasterbauweise, Kanalsanierungen in offener Bauweise, Ausschachtungen und Gründungen für Gebäude und Windräder.

Aldi, Rewe, Combi und Lidl als Kunden

Die Kernkompetenz der jungen örtlichen Industrieserviceunternehmung liegt im Bereich der Metallbearbeitung. Im Auftrag seiner Kunden entwickelt das Firmenteam spezielle maschinenbasierte Lösungen. Klassisch in den heimischen Garagen begonnen, ist nun geplant, die Fertigungspalette um die Bereiche Kunststoffbearbeitung und Montagetätigkeiten zu erweitern.

Seit zehn Jahren in verschiedenen Bereichen des Immobilienservices (Altbausanierung, Ladenbau, Objektbetreuung, Hausmeisterservice) tätig ist die regionale Firma, die ein etwa 3000 Quadratmeter großes Grundstück westlich der Baustraße bebauen wird. Schwerpunkt der Tätigkeiten der 21 Mitarbeiter ist die Betreuung von Gewerbekunden wie Aldi, Rewe, Combi und Lidl.

Zwei jeweils 1600 Quadratmeter große Gewerbegrundstücke im nördlichen Bereich sind für Unternehmensgründungen vorgesehen. So planen die aus der Gemeinde stammenden Jungunternehmer einen Handwerksbetrieb und ein Dienstleistungsunternehmen.

„Attraktiver Gewerbestandort“

Seit fünf Jahren erfolgreich am Markt ist ein örtliches Unternehmen, welches nach Kundenwünschen Aquarien verschiedener Größen baut und eine Vielfalt an Meerwasserfischen, Korallen und Wirbellosen sowie die notwendige Technik und das Zubehör für ein entsprechendes Aquarium vorhält. Auf einem Grundstück direkt an der Schwaneyer Straße ist der Bau einer Werkstatt mit entsprechenden Ausstellungsräumen geplant. Zukünftig soll die Angebotspalette um den Bereich „Teichbau“ erweitert werden.

Zudem will sich ein Imbiss und Cateringbetrieb ansiedeln. Nachdem das Unternehmerpaar über Jahre Erfahrungen in dem Bereich in nebengewerblicher Tätigkeit sammeln konnte, plant es nun den Schritt in die Selbstständigkeit.

Bereits in zweiter Generation wird ein alteingesessener Handwerksbetrieb geführt, der sich ebenfalls in den Krukenwiesen niederlassen will. Sämtliche Arbeiten der Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik werden vom Firmeninhaber und seinen Mitarbeitern ausgeführt.

Das anhaltend große Interesse an Gewerbegrundstücken zeige, dass die Gemeinde Altenbeken auch ein attraktiver Gewerbestandort sei, sagte Marion Wessels. Schon in Kürze sei mit ersten Baumaßnahmen zu rechnen.

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