Freiluft-Konzert der Dorfrocker: 280 Schwaneyer feiern coronakonform Dorfjubiläum
„Die Stimmung war bombastisch“

Schwaney (WB). „Ich bin a Dorfkind, was kann’s Schön’res geb’n“, singen die Dorfrocker und treffen damit genau den richtigen Ton bei ihrem Publikum in Schwaney, wo sie ein exklusives Unplugged-Konzert gaben.Mit ihren Partyhits sorgt das Trio für ausgelassene Stimmung bei 280 Zuhörern, die unter freiem Himmel dank effektiv umgesetzter Corona-Regelungen den Abend sichtlich genießen konnten.

Sonntag, 20.09.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 17:30 Uhr
280 Zuschauer feiern mit viel Abstand und festen Plätzen das Konzert der Dorfrocker zum 1050. Ortsjubiläum in Schwaney. Foto: Nicole von Prondzinski
280 Zuschauer feiern mit viel Abstand und festen Plätzen das Konzert der Dorfrocker zum 1050. Ortsjubiläum in Schwaney. Foto: Nicole von Prondzinski

Trotz der streng eingehaltenen Auflagen herrschte eine gute Atmosphäre während des gesamten Konzerts. Auf der weit auslaufenden Wiese des Reit- und Fahrvereins Schwaney war genug Platz, um Tische und Bänke für die 280 Besucher mit ausreichend Abstand zu verteilen. „An jedem Tisch sitzen nur diejenigen zusammen, die auch gemeinsam hergekommen sind. Sie tragen sich in eine gemeinsame Liste ein, so wie es momentan auch in der Gastronomie erforderlich ist“, erläutert Hermann Striewe, Vorsitzender der Heimat- und Vereinsgemeinschaft Schwaney.

Dass die Veranstaltung unter freiem Himmel stattfand, verringerte zusätzlich das Infektionsrisiko. Die Besucher hielten sich vorbildlich daran, ihre Plätze nur für den Toilettenbesuch oder Getränkekauf – und dann stets mit Maske – zu verlassen. So trugen alle zu einem gelungenen Abend bei.

Gelunge Ersatz-Veranstaltung

Das Dorfrocker-Konzert war eine rundum geglückte Ersatz-Veranstaltung für das Dorfjubiläum „1050 Jahre Schwaney“ , das eigentlich in diesem Jahr hätte stattfinden sollen. Aufgrund der Pandemie mussten ganze Veranstaltungsreihen abgesagt werden: „Anderthalb Jahre lang beschäftigten wir uns mit der Planung für die Festivitäten rund um das Jubiläum. Letzten Endes sind dann 25 Veranstaltungen ausgefallen“, bedauert Striewe. Er habe die Hoffnung, einige in der ersten Hälfte des nächsten Jahres nachholen zu können. „Das sind wir vor allem unseren Sponsoren schuldig, die trotz dieser harten Zeit zu uns gehalten haben“, betont Striewe. Mit dem Auftritt der Dorfrocker, die aus den Brüdern Markus, Tobias und Phillip Thomann bestehen, ist den Veranstaltern bereits eine gute Alternative gelungen.

Auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Schwaney gibt es ausreichend Platz, um die Tisch und Bänke mit Abstand aufzustellen. Die Zuhörer haben sich an die Corona-Vorgaben gehalten.

Auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Schwaney gibt es ausreichend Platz, um die Tisch und Bänke mit Abstand aufzustellen. Die Zuhörer haben sich an die Corona-Vorgaben gehalten. Foto: Nicole von Prondzinski

Besonders Hans-Reiner Knoke, Schriftführer des Vereins, hatte sich für diese Aktion ins Zeug gelegt: „Wir Schwaneyer haben eine starke Dorfgemeinschaft, die auch durch viele gemeinsame Festivitäten zusammengeschweißt wird. Dass gerade in so einer schwierigen Zeit alles abgesagt werden musste und wir unser Jubiläum nicht feiern konnten, trifft uns hart. Da war ein ‚Stille-Helden-Konzert‘ von den Dorfrockern genau das Richtige“, sagt Knoke.

„Stille Helden“ ist der Titel eines Songs, mit dem die drei Brüder bereits vor einigen Jahren Menschen geehrt haben, die sich unerlässlich für die Gemeinschaft einsetzen, ohne großes Aufsehen darum zu machen. Zur Zeit der Pandemie, als die Arbeit dieser Alltagshelden wie Pflegekräfte, Feuerwehrleute und Polizisten viel Aufmerksamkeit gewann, ist die Neuaufnahme dieses Songs viral gegangen.

Grund genug für die Dorfrocker, auf „Stille-Helden-Tour“ zu gehen. Dabei spielen sie auf ihrer mobilen Bühne, der „Heldenbühne“, kleine Konzerte bei denen, die in dieser außergewöhnlichen Zeit Besonderes leisten. Aber auch als Ersatz für besondere Feierlichkeiten, die aufgrund der Coronakrise ausfallen mussten, treten sie deutschlandweit auf – und so nun auch in Schwaney.

280 Schwaneyer feiern Dorfjubiläum

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Die drei Musiker, die mittlerweile in namhaften Sendungen wie dem ZDF-Frühstücksfernsehen auftreten und unter normalen Bedingungen vor Tausenden spielen, stammen selbst vom Dorf, genauer gesagt aus dem unterfränkischen Kirchaich, das mit seinen knapp 1000 Einwohnern noch kleiner ist als Schwaney mit etwa 2700 Einwohnern. Sie wissen es zu schätzen, auf dem Land zu leben und kommen auch deshalb ausgesprochen gut bei den Schwaneyern an: Sie lobpreisen die Marke Engelbert Strauss, das „Prada der Dorfkinder“, und auch von den Schwaneyern wird die Arbeitskleidung gefeiert.

Mischung aus Partyrock und Volksmusik kommt an

Ihre Lederhosen kombinieren die Dorfrocker zu Rockshirts, die E-Gitarre zum Akkordeon und damit gelingt ihnen eine mutige, aber wunderbar stimmige Mischung aus Partyrock und Volksmusik. Sie besingen ihre Wurzeln, Bolzplätze und feiernde „Mädels“ genauso wie Feuerwehren.

Mit einem Augenzwinkern nehmen sie sich selbst aufs Korn und auch einige Zuhörer müssen dran glauben. So bezeichnet Tobias Thomann, der singende „mittlere“ Bruder, einige Gäste, die sich in Lederhosen und karierten Hemden gekleidet hatten, als „Cowboys“. Der Sänger bittet den „Chef“ der Gruppe, sich zu erheben. Das ist zufällig der amtierende Schützenkönig der St. Sebastian Schützenbruderschaft, Dirk Drewes. Der will die Stichelei der Musiker kontern, doch aufgrund des Abstands zur Bühne geht seine Stimme unter. Das bringt den Sänger zu der Vermutung: „Das ist der schüchterne Schützenkönig aus Schwaney!“

Publikum singt begeistert mit

Die Menge grölt vor Lachen. Spätestens mit ihrem neuen Hit „Hurra, das ganze Dorf ist da!“ hatten die drei Franken die Schwaneyer Dorfkinderherzen erobert: Das mitsingende Publikum übertönte die Band mit ihrem Gesang – was auf der Bühne ebenso wie auf den Bänken gefeiert wurde. Die Heimat- und Verkehrsgemeinschaft Schwaney als Organisator ist vollauf zufrieden: „Die Stimmung war bombastisch und alle haben sich an die Corona-Regeln gehalten“, freut sich Striewe.

 

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