Schützenbruderschaft Schwaney für Deutschen Engagementpreis nominiert
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Altenbeken-Schwaney (WB). Wer Infos über Aktionen, Königspaare oder Veranstaltungen der St.-Sebastian Schützenbruderschaft Schwaney haben möchte, muss nicht lange online suchen. Es reicht, ein passendes Code-Wort per Whatsapp zu schicken – und schwupps – tauchen die gewünschten Infos auf. Möglich macht das der digitale Schützenbote, der jetzt für den Deutschen Engagementpreis nominiert ist.

Donnerstag, 01.10.2020, 00:33 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 12:36 Uhr
Die Redaktionsmitglieder (von links) Julian Wiethaup, Jonas Leineweber, Jürgen Geldmacher und Stefan Lütkemeier zeigen den Schützenboten auf ihren Smartphones. Foto: Sonja Möller
Die Redaktionsmitglieder (von links) Julian Wiethaup, Jonas Leineweber, Jürgen Geldmacher und Stefan Lütkemeier zeigen den Schützenboten auf ihren Smartphones. Foto: Sonja Möller

Bei dem Schützenboten handelt es sich um einen so genannten Broadcast, der Nachrichten an alle angemeldeten Nummern gleichzeitig verschickt, ohne dass sich die Nutzer untereinander sehen oder eigene Nachrichten an alle verschicken können. „Damit ist der Datenschutz gesichert“, erläutert Oberstleutnant Julian Wiethaup. Der Vorteil: Das Angebot ist keine Whatsapp-Gruppe, in der jeder etwas schreiben oder zum Beispiel Bilder teilen kann und in der alle Nummern für jeden zu erkennen sind. Nur die Redaktion kann eine Information an alle Nutzer schicken. Diese können ihrerseits über die Kommentarfunktion mit dem Redaktionsteam kommunizieren, ohne dass diese Nachrichten für irgendjemand anderen sichtbar sind.

Zwei weitere Projekte aus dem Kreis sind nominiert

Für den Deutschen Engagementpreis sind zwei weitere Projekte aus dem Kreis Paderborn nominiert, für die abgestimmt werden kann.

Das Projekt „Paderborn-All-Inclusive“ (PAI) möchte ein Netzwerk schaffen, Vereine und Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen und Institutionen in anderen Städten dazu motivieren, im Bereich der Freizeitgestaltung Inklusion aktiv zu gestalten. All dies soll mit klaren, einfachen, anpassungsfähigen und nachhaltigen Strukturen geschehen.

Das Projekt der SC Aleviten Paderborn will Jugendliche in ihrer schulischen Aus- und Weiterbildung unterstützen und stabilisieren. Es geht darum, Bildung für junge Menschen attraktiv zu machen, die individuelle Relevanz von Bildung zu erkennen und die Jugendlichen so nachhaltig zu interessieren. Ziel des SC Aleviten ist es, Jugendlichen positive Impulse zu geben, um so den eigenen Antrieb zu stärken.

www.deutscher-engagementpreis.de

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„Wir hatten es anfangs mit einer Whatsapp-Gruppe versucht, aber es gab so viele Spam-Nachrichten, dass das Projekt fast schon am Ende war“, erzählt Hauptmann Stefan Lütkemeier. Das Redaktionsteam wollte einen Mehrwert über Informationen liefern und nicht über Spam-Nachrichten. Die zündende Idee kam von Schießmeister Leon Schönfeld: eine Broadcast-Liste. Dies ist eine weitestgehend unbekannte Komponente von Whatsapp, die Schönfeld mit einem Programm aus der Unternehmenskommunikation verknüpfte. Dieses ermöglicht das automatische Versenden von bestimmten Nachrichten, sobald ein Code-Wort geschickt wird. Dafür braucht der Verein nur ein eigenes Handy mit eigener Nummer.

Stefan Lütkemeier: „Wir haben einen Weg gesucht, um unsere Mitglieder zu informieren und alle Zielgruppen zu erreichen, auch jüngere.“ Und die Teilnehmerzahl blieb nicht lange nur bei den Mitgliedern der Schützenbruderschaft. Viele aus dem Dorf haben mittlerweile den Nachrichtendienst abonniert. „Die Mitglieder, die mittlerweile in München oder Hamburg wohnen, nutzen den Schützenboten, um sich zu informieren“, erzählt Julian Wiethaup.

Ältester Nutzer ist 85 Jahre alt

Das belegen auch die Zahlen: Gestartet mit weniger als 100 Mitgliedern haben aktuell 416 Nutzer den Dienst abonniert. Tendenz steigend. „Wir haben einen großen Anteil an Frauen. Und unser ältester Nutzer ist 85 Jahre alt“, erzählt Jürgen Geldmacher. Erfolgsgarant ist der niederschwellige Zugang: „Fast jeder hat heute Whatsapp. Unsere Nachrichten kommen direkt in den Chat und der Nutzer muss nichts weiter tun. Das ist ein immenser Vorteil“, ist Jonas Leineweber überzeugt von dem „Luxus-Produkt“.

Bevor eine Nachricht versendet wird, wird sie streng geprüft: „Eine Nachricht muss mindestens von drei Mitgliedern abgenommen sein, bevor wir sie rausschicken. Wir achten auf Qualität. Außerdem hat sie immer das gleiche Aussehen und den gleichen Aufbau und wir verschicken nicht mehr als eine Nachricht pro Tag“, erläutert Julian Wiethaup. Das Redaktionsteam bilden neben Hauptmann Lütkemeier (30), Oberstleutnant Wiethaup (30), Medienreferent Geldmacher (63) und Vereinschronist Leineweber (26) noch Schriftführer Hendrik Hillebrand (34), Schießmeister Leon Schönfeld (22), Major Andreas Schlüter (50) und Jan Lütkemeyer (23) von den Jungschützen.

Und so einfach geht’s: Wer den Schützenboten nutzen möchte, muss nur die Nummer 0163/2373653 unter dem Namen „Schützenbote“ einspeichern und den Kontakt bei Whatsapp aufrufen. Dann sendet man das Wort „Start“ und bekommt eine Bestätigung der Anmeldung mit allen wichtigen Informationen zur Nutzung direkt in den Chat. Alle neuen Informationen zu Terminen, Aktuellem oder Veranstaltungen tauchen jetzt bequem bei Whats­app auf. Und das ist noch nicht alles: In der Begrüßungsnachricht erhält der Nutzer weitere Code-Wörter, mit denen er sich – ganz nach Interesse – Informationen anfordern kann. Ob das zu den Autoren, zu aktuellen Vorständen oder Königspaaren samt Hofstaat von 1947 bis 2020 ist.

Vereine übernehmen das Konzept

Die Idee des Info-Broadcasts hat sich herumgesprochen. Sechs Schützenvereine und ein Sportverein haben das Konzept schon für sich übernommen. Und die Initiatoren freuen sich über jeden, der sich dafür interessiert: „Wir sitzen nicht auf dem Konzept. Wir geben es gerne weiter“, erzählt Jonas Leineweber. Denn von dem Nutzen für andere Vereine sind sie überzeugt: „Das ist kein Hexenwerk, sondern ein überschaubarer Aufwand. Es braucht lediglich Ehrenamtliche, die dahinter stehen und für die Qualität der Nachrichten sorgen“, erläutert Stefan Lütkemeier.

Die innovative Idee ist bereits weit über Schwaney hinaus bekannt. 2019 wurde der Schützenbote mit dem Engagementpreis NRW der Landesregierung ausgezeichnet. Jetzt sind die Schwaneyer Schützen für den Deutschen Engagementpreis 2020 nominiert, der in Berlin verliehen wird. Jürgen Geldmacher ist überzeugt: „Mit einem guten Ergebnis wird der bundesweite Fokus nachhaltig auf unsere Region, das Vereinsleben und das moderne Schützenwesen gerichtet.“

Wer für den Schützenboten abstimmen möchte, kann das bis zum 27. Oktober hier: www.deutscher-engagementpreis.de/schuetzenbote.

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