Gemeinde Altenbeken kontrolliert die Einhaltung der häuslichen Quarantäne
„Viele sind froh über die Abwechslung“

Altenbeken -

Neben der immer noch hohen Zahl der Corona-Neuinfektionen gibt es im Kreis Paderborn auch viele Menschen, die sich in häusliche Quarantäne begeben müssen. Das betrifft auch Fälle in der Gemeinde Altenbeken, in der am Freitag 40 Menschen mit dem Virus infiziert waren. Die Einhaltung der Quarantäne kontrollieren ab sofort Mitarbeiter der Gemeinde.

Samstag, 21.11.2020, 02:47 Uhr aktualisiert: 21.11.2020, 02:50 Uhr
Christian Bruns leitet das Ordnungsamt in Altenbeken. Er koordiniert die Teams, die die Einhaltung der häuslichen Quarantäne in der Gemeinde überprüfen.
Christian Bruns leitet das Ordnungsamt in Altenbeken. Er koordiniert die Teams, die die Einhaltung der häuslichen Quarantäne in der Gemeinde überprüfen. Foto: Marion Wessels

„Bei uns sind aktuell immer ungefähr 100 Personen in Quarantäne. Täglich kommen neue dazu, andere haben ihre zwei Wochen beendet“, berichtet Pressesprecherin Marion Wessels auf Anfrage.

Damit das auch eingehalten wird, kontrolliert die Gemeinde ab sofort, ob die Personen unter Quarantäne auch wirklich zuhause sind. Wer vom Gesundheitsamt die Mitteilung bekommt, sich wegen einer Infektion oder eines Kontaktes mit einer corona-positiv getesteten Person in häusliche Quarantäne zu begeben, muss aus Gründen des Infektionsschutzes unbedingt bestimmte Regeln einhalten.

Um sich und andere zu schützen, dürfen diese Menschen zum Beispiel keine Kontakte zu anderen Personen außerhalb ihres Haushaltes haben, erläutert Marion Wessels: „Das heißt, sie müssen unter allen Umständen zuhause bleiben. Sie dürfen nicht zur Arbeit gehen und auch keinen Besuch empfangen – zwei Wochen lang. Quarantäne ist kein Spaß! Wir müssen uns daran halten.“

Da die Kontrolle allein mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes nicht zu stemmen sei, habe es eine interne Abfrage unter den Mitarbeitern im Rathaus gegeben, wer sich an den Kontrollen beteiligen würde. „Der Rücklauf war richtig gut. Nach ein bis zwei Tagen hatten sich zwölf Personen bereit, in Teams die in Quarantäne befindlichen Altenbekener zu besuchen – auch außerhalb der Dienstzeiten wie zum Beispiel abends und am Wochenende.

Christian Bruns leitet das Altenbekener Ordnungsamt und koordiniert den Einsatz der Teams. „Wir fahren zu den Betroffenen und gucken, ob sich alle an die Bestimmungen halten, selbstverständlich ohne direkten Kontakt zu haben“, erläutert er. Und so funktioniert‘s: Die Mitarbeiter suchen die angegebenen Adressen auf, rufen die Betroffenen an, bitten sie an die Tür oder das Fenster und winken dann aus sicherer Entfernung – Kontakt auf Sicht sozusagen.

Übrigens steht nicht nur der Kontrollaspekt im Vordergrund: „Es geht nicht darum, als Ordnungsamt mit der Kelle aufzutreten, sondern eher um einen Schnack am Gartenzaun. Viele sind dankbar, dass sich jemand um sie kümmert. Sie sitzen völlig alleine in ihren Wohnungen. Wir fragen, wie es geht, ob wir sie irgendwie unterstützen können oder ob sie Hilfe brauchen. Bei uns im Dorf hält man zusammen, auch in schweren Zeiten“, beschreibt Marion Wessels einen wichtigen Hintergrund der Aktion.

Die Rückmeldungen der Besuchten seien bis jetzt durchweg positiv. Viele würden sich über die Abwechslung sogar freuen, berichtet Bruns. Vor allem Ältere oder Alleinstehende seien froh über den Besuch auf Abstand. Verstöße gegen die Quarantäne haben die Mitarbeiter der Gemeinde Altenbeken bis jetzt nicht festgestellt. Wessels: „Die meisten Betroffenen sehen die Notwendigkeit der strikten Isolation ein.“

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