Polizei meldet weniger Unfälle als an einigen Wochenenden ohne Schnee und Glätte
Wintereinbruch: Der Kreis Paderborn kommt glimpflich davon

Paderborn/Delbrück/Salzkotten (WB/fk/al/wip) -

Der Kreis Paderborn ist wohl mit einem blauen Auge davon gekommen. Auch wenn in der Nacht von Samstag auf Sonntag und am Sonntag selbst reichlich Schnee herunterkam, ist es auf den Straßen verhältnismäßig ruhig geblieben.

Montag, 08.02.2021, 08:15 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 08:38 Uhr
Die malerische Seite des Wintereinbruchs: Das Neuhäuser Schloss bietet einen märchenhaften Anblick.
Die malerische Seite des Wintereinbruchs: Das Neuhäuser Schloss bietet einen märchenhaften Anblick. Foto: Franz Köster

„Die Lage im Kreis Paderborn ist äußerst entspannt“, zeigte sich Roland Oberkirch, Dienstgruppenleiter der Kreispolizeibehörde, erleichtert.

Bis zum Sonntagnachmittag wurden 15 Verkehrsunfälle aufgenommen, das seien weniger als an manchen Wochenenden ohne Schnee- und Eisgefahr. Autos rutschten in den Graben oder kollidierten mit Bäumen sowie anderen Hindernissen. Laut Polizei habe es eine verletzte Person gebeben. Ein Imbiss-Lieferant kam am Sonntag auf der Elser Hude ins Rutschen und prallte gegen einen Baum. Er wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Schon im Laufe der Nacht zu Sonntag wurde die Polizei zu mehreren Verkehrsunfällen gerufen. Autos rutschten in den Graben oder blieben in Schneeverwehungen hängen. Betroffen waren die B68 bei Paderborn, die L776 bei Büren, Nebenstraßen bei Delbrück und Salzkotten sowie am Morgen die L818 und L756 bei Borchen. Es entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren tausend Euro. Verletzt wurde dabei aber niemand.

Schnee, Schnee, Schnee – Wintereinbruch im Paderborner Land

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  • Malerisch präsentiert sich Schloss Neuhaus in den frühen Morgenstunden. Der frisch gefallene Schnee sorgt für eine geradezu märchenhafte Atmosphäre.

    Foto: Franz Köster
  • Das Altenbekener Vidadukt versinkt in dichtem Schneegestöber. Züge fahren am Sonntag nicht mehr.

    Foto: Franz Köster
  • Auf der der K28 bei Sande überschlug sich mittags ein VW. Die beiden Insassen blieben unverletzt

    Foto: Polizei Paderborn
  • Den Biogasanlagen machte der Wintereinbruch zu schaffen. Das Gewicht drohte die Kuppeln einzudrücken – wie hier in Boke.

    Foto: Axel Langer
  • Nutzten den Schnee für eine Rodelpartie an der Dreifachhalle in Delbrück (von links): Guido, Nils, Dominik und Anna.

    Foto: Axel Langer
  • Etwa 30 ehrenamtliche Helfer versuchten, die Rasenfläche in der Benteler-Arena von der dicken Schneedecke zu befreien. Das Spiel Paderborn gegen Heidenheim wurde aber abgesagt.

    Foto: SC Paderborn 07
  • Die Friedrichstraße wird vom Winterdienst der Stadt Delbrück geräumt.

    Foto: Axel Langer
  • Ein Schneepflug im Paderborner Dörenpark.

    Foto: Franz Köster
  • Bad Lippspringe am 7. Februar.

    Foto: Matthias Wippermann
  • Auf dem Weg zum Schlittenfahren in Bad Lippspringe.

    Foto: Matthias Wippermann
  • Hallo! Xavi (9) bewahrt in Schlangen den Durchblick.

    Foto: Maike Stahl
  • Bad Lippspringe.

    Foto: Matthias Wippermann
  • Eine Idee für die Scheibenwischer.

    Foto: Matthias Wippermann
  • Die Fußgängerzone in Bad Lippspringe.

    Foto: Matthias Wippermann
  • Das Altenbekener Vidadukt versinkt in dichtem Schneegestöber. Züge fahren am Sonntag nicht mehr.

    Foto: Franz Köster
  • Malerisch präsentiert sich Schloss Neuhaus (Kreis Paderborn) in den frühen Morgenstunden. Der frisch gefallene Schnee sorgt für eine geradezu märchenhafte Atmosphäre.

    Foto: Franz Köster
  • Räumfahrzeug in Paderborn

    Foto: Ingo Schmitz
  • Ein liegengebliebener Sattelzug auf der B68

    Foto: Polizei

In Salzkotten kam es gegen 3.20 Uhr zu einem Wasserrohrbruch. Eine zehn Meter hohe Fontäne ergoss sich über die Marktstraße. „Ein Unterflurhydrant war defekt, daher schoss dort Wasser heraus. Einiges davon ist auch in die Garage des Rathauses geflossen“, berichtete Tobias Rupp­recht, Leiter der Feuerwehr Salzkotten. „Insgesamt dauerte der Einsatz bis 7 Uhr, da wir einiges an Wasser abpumpen mussten.“

Wegen umstürzender Bäume mussten am Sonntag die Strecken zwischen Lichtenau (K26) sowie Lichtenau-Kleinenberg (L763) und Willebadessen gesperrt werden. Die Strecke Stöckerbusch und Kuhtrift zwischen Büren-Hegensdorf und der L754 (Haarener Wald) wurde wegen meterhoher Schneewehen gesperrt. Außerdem betroffen waren die L751 zwischen Haaren und Bad Wünnenberg, die K26, die L763, die L636 und die Straßen Sintfeld in Bad Wünnenberg sowie der Eselkamp in Büren.

Laut Padersprinter sei es unter anderem durch die Arbeit des ASP zu fast keinen Einschränkungen im Linienverkehr gekommen, sodass die Busse wie gewohnt fuhren. Lediglich in Dahl, Neuenbeken und Wewer konnten witterungsbedingt einzelne Haltestellen nicht bedient werden.

Die Go-On-Verkehre waren dagegen aufgrund der Witterung in Paderborn und Delbrück vorerst ausgesetzt. Es könne auch in den nächsten Tagen zu Unregelmäßigkeiten kommen.

Gleich drei ungewöhnliche Einsätze bescherte der strenge Wintereinbruch der Delbrücker Feuerwehr am Sonntagvormittag. In Boke, Steinhorst und Westenholz hatten sich große Mengen Eis und Schnee auf den Kuppeln von Biogasanlagen angesammelt, sodass diese drohten eingedrückt zu werden und möglicherweise einzubrechen. Die Feuerwehrkräfte befreiten die Biogasanlage von Schnee und Eis. Mühsam wurde dazu von einer Drehleiter aus die „weiße Pracht“ von den Kuppeln heruntergefegt und geschaufelt. In Handarbeit wurde der Schnee dann in einem zweiten Schritt von den Umläufen der Biogasanlage heruntergeschaufelt.

Gegen 11.30 Uhr wurde die Feuerwehr von einem Biogasanlagenbetreiber in Boke zu Hilfe gerufen. Neben dem Löschzug Boke war hier die Salzkottener Drehleiter im Einsatz.

Kurze Zeit später rückten der Löschzug Lippling sowie die Drehleiter aus Hövelhof zu einer Biogasanlage in Steinhorst aus. Parallel machte sich die Drehleiter-Besatzung aus Delbrück sowie der Löschzug Westenholz zu einer dritten Biogasanlage in Westenholz auf den Weg. „Hier ist mühsame Handarbeit gefragt“, so Bokes Zugführer Bernhard Grothoff, der den Einsatz in Boke leitete.

Abgesagt werden musste am Sonntag das Spiel des SC Paderborn gegen den 1. FC Heidenheim. Dabei hatte der SCP bereits am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr damit begonnen, die 8000 Quadratmeter große Rasenfläche in der Benteler-Arena von der dicken Schneedecke zu befreien. Dafür waren bis zu 30 ehrenamtliche Helfer (unter anderem Geschäftsstellen-Mitarbeiter, Nachwuchsleistungszentrum) mit Schubkarren, Schneeschiebern und Besen im Einsatz. SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger, der wie Sebastian Matz (Leiter Organisation) mit anpackte, bedankte sich: „Die große SCP-Familie war sofort bereit, ehrenamtlich zu helfen.“ Dennoch wurde am Mittag entschieden, dass nicht gespielt werden kann.

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