Vorbehalte gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff: Appell vom Paderborner Landrat Christoph Rüther
„Informieren Sie sich bei verlässlichen Quellen“

Paderborn -

Der Paderborner Landrat Christoph Rüther appelliert an Impfberechtigte, die eine Impfung mit dem Serum des Herstellers Astrazeneca ablehnen: „Machen Sie diese wichtige Entscheidung nicht von Gerüchten und Erzählungen von Bekannten von Freunden abhängig.“

Mittwoch, 17.02.2021, 19:24 Uhr aktualisiert: 17.02.2021, 19:26 Uhr
Bei vielen Impfberechtigten trifft das Serum des Herstellers Astrazeneca auf Ablehnung. Es werden zu große Nebenwirkungen befürchtet.
Bei vielen Impfberechtigten trifft das Serum des Herstellers Astrazeneca auf Ablehnung. Es werden zu große Nebenwirkungen befürchtet. Foto: dpa

Auch im Impfzentrum des Kreises Paderborn, in Salzkotten, waren in den vergangenen Tagen zahlreiche Impftermine mit Astrazeneca abgesagt worden oder die Impfberechtigen waren nicht erschienen. „Die Kassenärztliche Vereinigung und der Kreis arbeiten hier sehr gut zusammen, um Termine nicht ausfallen zu lassen und sie kurzfristig an weitere Impfberechtigte zu vergeben“, erklärt Landrat Rüther. Anders als der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist Astrazeneca länger haltbar und kann auch in den nächsten Tagen noch weiter verimpft werden. Deshalb bleibt es auch weiter dabei: Geimpft wird weiterhin ausschließlich, wer zur Priorisierungsstufe 1 in der bundesweiten Impfstrategie zählt.

„Viele Menschen warten sehnsüchtig auf eine Impfung“, betont Rüther. Aber es gibt auch zunehmend Menschen, die verunsichert seien: „Natürlich steht in Deutschland jedem die Entscheidung frei, ob er sich impfen lassen will. Das ist gut und richtig so! Meine Bitte an alle ist nur: Informieren Sie sich bei verlässlichen Quellen.“

Wer sich gerne vor der Impfung informieren möchte, könne sich zum Beispiel an den eigenen Hausarzt und auch an die Ärzte im Impfzentrum Salzkotten wenden. „Vor jeder Impfung klären wir auf, wie genau die Impfung abläuft, welche Begleiterscheinungen auftreten können und worauf die Geimpften achten sollen“, erklärt Dr. Gregor Haunerland, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Salzkotten von der Kassenärztlichen Vereinigung. Auch eine individuelle Einzelberatung in einem separaten Raum ist möglich. „Wenn sich danach jemand gegen die Impfung entscheidet, kann er das selbstverständlich tun“, so Haunerland.

Der Impfstoff Astrazeneca wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der europäischen Zulassungsbehörde EMA zum Schutz vor Covid-19-Infektionen uneingeschränkt empfohlen. Berichte über unangenehme Begleitwirkungen der Impfung, sorgen bei einigen trotzdem für Verunsicherung. Aber: „Nebenwirkungen wie Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Schüttelfrost sind typische Erscheinungen nach einer Impfung und auch bei Astrazeneca bekannt. Sie zeigen, dass der Körper reagiert und eine Abwehr aufbaut. Das sind also gute Zeichen!“, betont Dr. Haunerland. Die möglichen Beschwerden lassen nach wenigen Stunden nach, in Einzelfällen nach wenigen Tagen.

Auch wenn Nebenwirkungen bei Impfungen generell nicht untypisch sind, ist doch die momentane Situation außergewöhnlich. „Durch Sammeltermine im Impfzentrum lassen sich zurzeit ganze Belegschaften gleichzeitig impfen. Dann fallen Begleiterscheinungen natürlich mehr auf, weil sie geballter auftreten. Auch ist es natürlich für einen Pflegedienst ärgerlich, sollten mehrere Mitarbeitende gleichzeitig ausfallen“, weiß auch Dr. Haunerland. Wenn Arbeitgeber dies wollen, können sie auch unterschiedliche Termine im Impfzentrum vereinbaren.

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