500 Impftermine für über 80-Jährige im Kreis Paderborn neu freigeschaltet – dritter Impfstoff verfügbar
Fehler: elf Personen aus dem Gesundheitsamt geimpft – Abläufe sollen überprüft werden

Paderborn -

Rund 70 Prozent der über 80-Jährigen im Kreis Paderborn haben bereits eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten oder haben einen Termin für eine Impfung reserviert. Das teilte der Kreis Paderborn am späten Montagnachmittag mit. Auch sind den Angaben zufolge elf Personen aus dem Gesundheitsamt geimpft worden, die nicht zur Priorisierungsstufe 1 gehören. Die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes kündigte eine Überprüfung der Abläufe an.

Dienstag, 02.03.2021, 03:49 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 09:46 Uhr
Ein Arzt bereitet eine Dosis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor (Symbolbild).
Ein Arzt bereitet eine Dosis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor (Symbolbild). Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Für die Impfwilligen, die bisher noch keinen Termin bekommen konnten, hat der Leiter des Impfzentrums, Dr. Gregor Haunerland, eine gute Nachricht: „Wir konnten für die nächsten Wochen noch neue 500 Termine für über 80-Jährige freischalten.“ Das läge zum einen daran, dass nun mehr Impfdosen Biontech für Erstimpfungen zur Verfügung stehen als bisher. Zum anderen gelänge es den Apothekern immer wieder, möglichst viele Einzeldosen aus einer Ampulle Biontech zu gewinnen.

In der vergangenen Woche sind 2236 Menschen im Kreis Paderborn geimpft worden, für 1010 davon war es bereits die vorgeschriebene Zweitimpfung. Insgesamt sind im Kreis Paderborn bereits 15.070 Menschen geimpft worden, davon haben 6681 auch schon ihre Zweitimpfung erhalten.

Zugenommen habe die Akzeptanz von Astrazeneca unter den impfberechtigten Personen. „Anfangs konnten wir für die Zeiträume, die wir für die Impfung mit Astrazeneca reserviert hatten, nur im Schnitt 30 Leute gewinnen. In den letzten Tagen waren es im Schnitt 180. Am kommenden Donnerstag haben wir sogar 840 Termine für Astrazeneca“, sagte Dr. Haunerland. Für März seien bislang noch keine weiteren Lieferungen von Astrazeneca durch das zuständige Ministerium angekündigt worden. „Daher können wir die noch vorhandenen Impfdosen an die impfberechtigten Personen verimpfen und behalten keinen Impfstoff übrig“, so Haunerland weiter.

Wir bedauern dies ausdrücklich und werden die Abläufe überprüfen

Dr. Constanze Kuhnert, Leiterin des Paderborner Kreisgesundheitsamtes

Dass die Termine so gut besetzt werden können, sei auch den Anstrengungen der Mitarbeitern im Impfzentrum zu verdanken. Wenn Termine für Astrazenceca unbesetzt sind oder Impfdosen übrig blieben, telefonierten sie Listen ab mit Personen, die zur Prioritätsstufe 1 gehören. Am Wochenende fielen darunter auch Mitarbeiter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, die regelmäßig Patientenkontakte haben und am Samstag über freie Termine informiert wurden. Dabei kam es nach Angaben des Kreises bei der Weiterleitung im Haus zu Missverständnissen, sodass elf Personen aus dem Gesundheitsamt geimpft wurden, die nicht zur Priorisierungsstufe 1 gehören. „Wir bedauern dies ausdrücklich und werden die Abläufe überprüfen, um einen ähnlichen Fehler zukünftig zu verhindern“, sagte Dr. Constanze Kuhnert, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes.

Erstmals wird in dieser Woche im Kreis Paderborn auch mit dem Impfstoff des US-Unternehmen Moderna geimpft. Dabei handelt es sich wie bei dem Impfstoff Biontech/Pfizer um einen mRNA-Impstoff. 250 Dosen von Moderna wurden an den Kreis Paderborn geliefert. Er wird an Personen über 80 Jahren, die in Einrichtungen der Tagespflege betreut werden, geimpft.

Einzelfallentscheidungen

Seit vergangenen Freitag erlaubt das NRW-Gesundheitsministerium auch Einzelfallentscheidungen, um Menschen unter speziellen Umständen eine schnellere Impfung zu ermöglichen. Dies betrifft Personen, die bisher nicht bei der Priorisierung der Impfreihenfolge berücksichtigt wurden, zum Beispiel, weil ihre Erkrankungen sehr selten sind. Darunterfallen aber auch Menschen, bei denen eine Chemotherapie unmittelbar bevorsteht. „Um eine Einzelfallentscheidung zu beantragen, muss der behandelnde Arzt ein qualifiziertes Zeugnis mit Nennung der Diagnose ausstellen. Dieses Zeugnis darf nicht vor dem 8. Februar ausgestellt worden sein“, erklärt Dr. Kuhnert. Das Zeugnis kann per Mail an das Kreisgesundheitsamt unter gesundheitsamt@kreis-paderborn.de geschickt werden.

Von der Regelung zur Einzelfallentscheidung sind ausdrücklich diejenigen chronisch Kranken ausgenommen, die in der Coronaimpfverordnung des Bundes bereits anderweitig genannt werden. Diese Personen fallen in die Priorisierungsstufe 2 und werden im März ein Impfangebot erhalten. „Auch, wenn der behandelnde Arzt ein Attest ausstellt, dass der Patient in die Priorisierungsstufe 2 hochgestuft wird, muss uns zum jetzigen Zeitpunkt dieses Attest noch nicht zugeschickt werden. Diese Personen können erst einen Termin erhalten, wenn das Ministerium die Impftermine für die Gruppe 2 der Priorisierungsstufen freigibt“, so Kuhnert weiter.

Drunter fallen zum Beispiel:

– Personen mit hoher Priorität, u.a. nach Organtransplantationen, Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression, Personen mit chronischer Nierenerkrankung und anderes mehr

– Personen mit erhöhter Priorität, u.a. Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologischen Erkrankungen, Personen mit Asthma bronchialer oder chronisch entzündlicher Darmerkrankung und anderes mehr

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