Die Corona-Lage am Dienstagvormittag: Impftermine für Jahrgänge 1948 und 1949 ab Mittwoch
Wocheninzidenz im Kreis Paderborn beträgt 129,9

Paderborn/Salzkotten (WB/LaRo) -

Der offizielle Sieben-Tage-Inzidenzwert im Kreis Paderborn liegt nun bei 129,9: Das meldet das Landeszentrum Gesundheit (LZG) am Dienstag (Stand: 0 Uhr). Am Montag betrug der Wert 117,6. Dieser ist rückwirkend auf 132,5 gestiegen.

Dienstag, 20.04.2021, 06:57 Uhr aktualisiert: 20.04.2021, 15:40 Uhr
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Beim LZG sind am Montag 55 Corona-Fälle aus dem Kreis Paderborn in die Statistik eingeflossen, davon datiert die Landeseinrichtung in Bochum 9 auf den Montag selbst, die anderen 46 auf Tage davor. Daher steigen die letzten tagesaktuell gemeldeten Inzidenzwerte rückwirkend. Für die vergangenen sieben Tage werden dort nun 400 Fälle (Vortag: 362) angegeben. Der Kreis Paderborn hatte am Montag den 146. und 147 Todesfall sowie 66 Neuinfektionen bekanntgegeben (Stand: 11 Uhr).

Inzidenzwert

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe unten „Melde- und Übermittlungsverzug“) ist ausschlaggebend, wenn es um die Reduzierung von Schutzmaßnahmen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen geht. In der ab dem 19. April 2021 gültigen Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes sind die Werte von 100 und 50 über drei Tage von Bedeutung (siehe unten „§ 16: Corona-Notbremse“).

Hier folgen die letzten sieben Werte des LZG für den Kreis Paderborn: 129,9 - 132,5 - 132,5 - 135,8 - 139,4 - 141,6 - 132,9. Sie sind auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“. Zu beachten ist, dass die Werte dynamisch sind; das heißt, dass sie rückwirkend verändern können. Zumeist steigen sie. Denn das LZG weist den vom Kreis Paderborn übermittelten Fällen das Datum zu, „an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat“.

Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Dienstag bei 168,4 (Vortag: 171,1) und in Deutschland bei 162,4 (165,3). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 198,1 (201,4) – Hochsauerlandkreis 132 (129) – Höxter 85,6 (89,1) – Lippe 187,6 (196,8) – Soest 120 (109).

Impfzentrum nutzt freie Kapazitäten

Als einer der jüngsten Kreise im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe nimmt im Kreis Paderborn die Corona-Schutzimpfung Fahrt auf. Weil zuletzt Impfdosen von Biontech/Pfizer übrig waren, wurden in den vergangenen Tagen bis einschließlich Montag rund 3000 Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Menschen und chronisch Kranken zusätzlich geimpft.

Impfzahlen

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es in den Arztpraxen des Kreises Paderborn bis einschließlich Montag 14.989 Erstimpfungen (Sonntag: 14.912) und 12 (12) Folgeimpfungen gegeben. Im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle wurden bis dahin 37.566 (36.638) Erstimpfungen und 9994 (9871) Folgeimpfungen durchgeführt. Durch mobile Teams sind bisher 11.056 (10.708) Menschen geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben davon bisher 6916 (6916) Menschen erhalten (www.corona-kvwl.de/impfbericht) . Impfungen in Krankenhäusern sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Impftermine für Jahrgänge 1948 und 1949

Das NRW-Gesundheitsministerium öffnet ab Mittwoch, 21. April, die Terminvergabe für die Jahrgänge 1948 und 1949 zur Impfung gegen das Coronavirus. Alle, die zwischen dem 1. Januar 1948 und dem 31. Dezember 1949 geboren wurden, können dann einen Termin über das Buchungsportal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe vereinbaren. Die Impftermine können, so teilte der Kreis Paderborn am Montag mit, entweder online rund um die Uhr unter www.116117.de oder telefonisch, täglich von 8 bis 22 Uhr, unter der 0800/11611702 (für Westfalen-Lippe) vereinbart werden.

Rund 5300 Personen im Kreis Paderborn bekommen ein Einladungsschreiben, das ab heute versandt wird. Das Schreiben dient der Information der Impfberechtigten, ist aber keine Voraussetzung für eine Terminbuchung. Paartermine sind möglich und können gemeinsam gebucht werden: Das Alter des Lebenspartners spielt dabei keine Rolle.

Die Impfung erfolgt im Impfzentrum Salzkotten, Upsprunger Straße 1, mit dem Impfstoff Biontech/Pfizer. Die Impfung erfolgt je nach Verfügbarkeit von Terminen. Über 80-Jährige und die Geburtenjahrgänge 1941 bis 1947 sind ebenfalls impfberechtigt und können weiter Termine buchen. Wann weiteren Jahrgängen ein Impfangebot gemacht werden kann, entscheidet das NRW-Gesundheitsministerium.

Corona-Notbremse im Kreis Paderborn

Seit gestern gilt, wie berichtet, die sogenannte Corona-Notbremse der NRW-Schutzverordnung im gesamten Kreis Paderborn. Da der Kreis mit Erlaubnis des Gesundheits­ministeriums die sogenannte Testoption gezogen hat und in die neue Allgemeinverfügung aufgenommen hat, ist beispielsweise Shoppen im Einzelhandel mit Termin weiterhin möglich. Allerdings ist dafür nun ein tagesaktueller Schnelltest erforderlich. Eine Übersicht zu den Corona-Schnelltests findet sich hier auf der Website des Kreises.

Hintergrund

Weitere Informationen

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Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Und hier geht es direkt zur aktuellen Fassung der Coronaschutzverordnung, die ab dem 19. April 2021 gilt. Darin:

§ 16: Corona-Notbremse

(1) Liegt in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander über dem Wert von 100, treten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag, frühestens aber am Tag nach der Bekanntmachung der Feststellung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales gemäß Satz 2, die folgenden Einschränkungen gegenüber den vorstehenden Regelungen in Kraft: ...

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales stellt für die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte das Vorliegen der Voraussetzungen nach Satz 1 sowie den Tag fest, an dem die Einschränkungen nach Satz 1 in Kraft treten, und macht diese Feststellung bekannt. Die Feststellung wird aufgehoben, wenn die 7-Tages-Inzidenz in dem betroffenen Kreis oder der kreisfreien Stadt nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander wieder unter dem Wert von 100 liegt; am Tag nach der Bekanntgabe der Aufhebung der Feststellung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales treten die Einschränkungen nach Satz 1 wieder außer Kraft.

(2) Kreise und kreisfreie Städte nach Absatz 1 Satz 1, die über ein ausreichendes, flächendeckendes und ortsnahes Angebot zur Vornahme kostenloser Bürgertestungen nach § 4a der Coronavirus-Testverordnung vom 8. März 2021 des Bundesministeriums für Gesundheit (BAnz AT 09.03.2021 V1) verfügen, können durch Allgemeinverfügung im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bestimmen, dass statt der Einschränkungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 8 die Nutzung der entsprechenden Angebote von einem tagesaktuellen bestätigten negativen Ergebnis eines Schnell- oder Selbsttests nach § 4 Absatz 4 abhängig ist.

§ 16a: Besondere regionale Infektionslagen, Hotspot-Strategie

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen der nach § 17 Absatz 1 zuständigen Behörden vor; die Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. Unbeschadet davon bleiben die zuständigen Behörden befugt, im Einzelfall auch über diese Verordnung hinausgehende Schutzmaßnahmen anzuordnen. Soweit Regelungen im Wege der Allgemeinverfügung getroffen werden sollen, bedarf diese des Einvernehmens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

(2) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über dem Wert von 100 liegt oder in denen sonst besondere kritische infektiologische Umstände vorliegen, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen. Die angeordneten Maßnahmen sind im Hinblick auf die Erforderlichkeit fortlaufend zu überprüfen.

(3) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.

(4) Ausnahmen von Geboten und Verboten dieser Verordnung können die zuständigen Behörden nur in den ausdrücklich in dieser Verordnung vorgesehenen Fällen erteilen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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