Kritik an Landesregierung – Heimat von 1000 Rote-Liste-Arten der Tier- und Pflanzenwelt
Umweltverbände fordern Ausweisung der Senne als Nationalpark

Düsseldorf/Paderborn (epd). Nordrhein-westfälische Natur- und Umweltschutzverbände haben eine Unterschriftenaktion für die Errichtung eines Nationalparks auf dem derzeitigen Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn gestartet.

Montag, 04.06.2018, 17:36 Uhr aktualisiert: 04.06.2018, 18:52 Uhr
Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird das Senne-Arealµ militärisch genutzt. Foto: Jörn Hannemann
Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird das Senne-Arealµ militärisch genutzt. Foto: Jörn Hannemann

Es sei an der Zeit, »diesen einzigartigen Naturraum sowohl als Schutzgebiet zu sichern als auch für Menschen erlebbar zu machen«, erklärten die Verbände BUND und Nabu zusammen mit der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt und weiteren Bündnispartnern am Montag in Düsseldorf. Die Senne müsse der 17. Nationalpark in Deutschland werden.

Deutliche Kritik übte das Bündnis an der NRW-Landesregierung. Diese wolle laut einem Kabinettsbeschluss vom 15. April die Option für einen Nationalpark Senne aus dem Landesentwicklungsplan streichen. Damit setze die Landesregierung aus CDU und FDP den Schutz eines »einzigartigen Naturgebietes von nationaler und internationaler Bedeutung aufs Spiel«, beklagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht.

Die Senne erfülle mit beinahe 1000 Rote-Liste-Arten der Tier- und Pflanzenwelt alle fachlichen Kriterien für eine Ausweisung als Nationalpark, sagte der Landesvorsitzende des Nabu, Josef Tumbrinck. Auf diese Weise ließen sich die offene Heidelandschaft ebenso wie die von naturnahen Bachläufen durchzogenen Wälder am besten schützen. Die Senne sei ein »deutschlandweit einzigartiger Hot-Spot der Artenvielfalt«, fügte Tumbrinck hinzu.

Nach Angaben der Naturschutzverbände können Bürger bis Mitte Juli bei der Landesregierung Widerspruch gegen eine Änderung des Landesentwicklungsplanes einlegen. Das über 11.000 Hektar große Senne-Areal wird seit Ende des 19. Jahrhunderts militärisch genutzt, derzeit von den britischen Streitkräften. Diese sollen bis 2020 fast vollständig aus Deutschland abziehen. Die frühere NRW-Landesregierung aus SPD und Grünen hatte die Errichtung eines Nationalparkes nach Aufgabe der militärischen Nutzung befürwortet.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5793730?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851061%2F
Kramer und das schwere Erbe
Der neue Trainer gibt die ersten Anweisungen: Frank Kramer erklärt den DSC-Profis anhand einer Taktiktafel seine Vorstellungen.
Nachrichten-Ticker