Mo., 20.05.2019

Grundstücksfrage und Rathaus-Abriss sind in Bad Lippspringe wieder völlig offen Supermarkt-Projekt gestoppt

Mit dem Rückzieher eines Grundstückseigentümers ist das millionenschwere Projekt eines Rathaus-Neubaus mit Discounter und Parkflächen im Herzen der Stadt vorerst gestoppt. Ob sich dies in einigen Jahren ändern könnte, ist vorerst ungewiss.

Mit dem Rückzieher eines Grundstückseigentümers ist das millionenschwere Projekt eines Rathaus-Neubaus mit Discounter und Parkflächen im Herzen der Stadt vorerst gestoppt. Ob sich dies in einigen Jahren ändern könnte, ist vorerst ungewiss. Foto: Besim Mazhiqi

Bad Lippspringe (WB/bel). Der Rathausabriss in Bad Lippspringe ist vorerst vom Tisch. Ein erforderlicher Grundstücksverkauf ist nicht mehr gesichert, deshalb werden die Planungen für einen Supermarkt nebst Neubau des Rathauses vorerst eingestellt, bestätigte am Montag auch Bürgermeister Andreas Bee.

Für Abriss und Neubau in allen Varianten waren zwei Grundstücke in privater Hand angrenzend an das Rathaus erforderlich. Standen hierfür noch vor einem Jahr die Zeichen auf »Grün«, hat sich dies jetzt bei einem Grundstück geändert. Ein Grundstückseigentümer will nicht mehr verkaufen, sagte Bürgermeister Andreas Bee auf Anfrage. Und damit kippt das Vorhaben, weil für die erforderliche Gesamtgrundstücksgröße knapp 7000 Quadratmeter erforderlich waren, knapp 5000 hat die Stadt mit Rathaus und Vorplatz, hinzu wären die beiden privaten Grundstücke mit 1200 und mehr als 400 Quadratmeter gekommen.

7000 Quadratmeter werden gebraucht

Über die jüngsten Entwicklungen informierte die Rathausspitze zunächst die Fraktionen, in der Sitzung des Hauptausschusses heute wird es um die Konsequenzen gehen. Zentrale Frage wird sein, ob man dennoch am Grundprojekt und die Planungen hierfür festhalten will oder ob man grundsätzlich alle Überlegungen und Voruntersuchungen hierzu einstellt.

Vor fast genau einem Jahr platzte die Bombe: Im Rahmen einer Pressekonferenz stellt seinerzeit Bürgermeister Andreas Bee das Interesse der Lüning-Gruppe vor, hier als Millionen-Investition auf 7000 Quadratmeter Grundfläche einen Vollsortimenter mit 1700 Quadratmetern und etwa 100 Parkplätzen anzusiedeln. Im Vorfeld der Planungen hatte es geheißen, dass auch die Grundstückseigentümer hinter dem Rathaus bereit seien, in konkrete Verhandlungen für die Großinvestition zu treten, um das Vorhaben umzusetzen. Anschließend meldeten sich in den nachfolgenden Monaten weitere Investoren, um hier Märkte oder Discounter anzusiedeln.

Gründung einer Bürgerinitiative

Die kontroverse Diskussion in der Stadt mündete schließlich sogar in der Gründung einer Bürgerinitiative, die einen Rathausabriss verhindern wollte. Die Politik ihrerseits wollte die möglichen Auswirkungen eines solchen Konzeptes auf die Stadt untersuchen und gab schließlich die Weiterentwicklung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes auf den Weg. Zwischenzeitlich gab es Bürgerinformationen zu dem Projekt. Einen ersten Zwischenbericht zu den möglichen Auswirkungen eines solchen Großprojektes gab es schließlich in der Ratssitzung im März. Als eine weitere Variante für eine Entscheidung brachte schließlich die FWG-Fraktion die Möglichkeit eines Ratsbürgerentscheides ins Spiel.

Im April kam dann ein konkreter Plan der Dekon-Immobiliengesellschaft auf den Tisch. Danach war als Investition in zweistelliger Millionenhöhe ein dreigeschossiger Neubau mit Verwaltung (2500 Quadratmeter), Discounter und Parkpalette mit 150 Stellplätzen vorgesehen.

Dies alles ist mit dem Rückzug eines Grundstückseigentümers vorerst hinfällig. Aus Reihen der Politik wird ein Festhalten an weiteren Planungen zu dem Großprojekt derzeit eher skeptisch beurteilt, da im kommenden Jahr auch Kommunalwahlen anstehen. Bürgermeister Andreas Bee will dennoch seitens der Politik ein Signal, ob man beispielsweise bei Fragen der Verkehrsinfrastruktur weiter Überlegungen und Pläne anstellen sollte, um später auf ähnliche Projekte vorbereitet zu sein. In einer ersten Reaktion hat auch die Bürgerinitiative angekündigt, sich nicht aufzulösen, sondern weiterhin als Initiative das politische Geschehen in der Stadt zu begleiten.

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