Fr., 07.06.2019

Bad Lippspringer Rat beschließt Antrag der Grünen – Regelung gilt nur an Werktagen Fußgängerzone wird für Radler geöffnet

In der Bad Lippspringer Fußgängerzone dürfen demnächst auch Radfahrer fahren.

In der Bad Lippspringer Fußgängerzone dürfen demnächst auch Radfahrer fahren. Foto: Sonja Möller

Bad Lippspringe (WB/som). Radfahren ist eine umweltfreundliche, gesunde Art der Fortbewegung. Trotzdem dürfen Radler nicht überall in Bad Lippspringe fahren. So ist die Fußgängerzone bislang tabu. Das soll sich jetzt ändern: Der Rat hat beschlossen, diese Strecke an Werktagen für den Radverkehr zu öffnen.

Die Grünen hatten den Antrag gestellt, die Fußgängerzone für den Radverkehr zu öffnen. Dieser dürfte so manchem Ratsmitglied bekannt vorgekommen sein. Denn bereits mehrfach hatten unterschiedliche Fraktionen eine solche Öffnung gefordert – bislang ohne Erfolg. Zuletzt scheiterte die CDU 2015. »Es ist an der Zeit, diesen Antrag jetzt mal wieder zu bringen«, sagte Dr. Gerda Werth, Fraktionsvorsitzende der Grüne.

Fraktion der Grünen ist vom Erfolg überzeugt

Ihre Fraktion sei überzeugt, dass ein Miteinander zwischen Fußgängern und Radfahrer funktionieren kann. Fahrrad fahren als gesunde, ökologische Art der Fortbewegung sei besonders umweltfreundlich ohne Lärm und schädliche Emissionen. »Wir tun gut daran, das Radfahren in Bad Lippspringe so attraktiv wie möglich zu machen«, betonen die Grünen in ihrem Antrag.

»Und in anderen Städten wie Paderborn funktioniert das ja auch. Die Fußgängerzone ist nun mal der günstigste Weg von A nach B«, erläuterte Werth. Die Öffnung soll nur an Werktagen und unter Beachtung der Straßenverkehrsordnung gelten. Die Grünen schlagen zudem erstmal eine Testphase von einem Jahr vor.

Bürgermeister: »Wir treiben die Fahrradtouristen aus der Innenstadt heraus«

Im Vergleich zu den anderen, ähnlich lautenden Anträgen der Vorjahre waren sich dieses Mal die Fraktionen weitestgehend einig. Detlef Seidel (SPD) störte »eine Kleinigkeit«, wie er ausführte: »Es heißt, die Geschwindigkeit soll der der Fußgänger angepasst sein. Dann kann ich auch absteigen und schieben.« Bürgermeister Andreas Bee erläuterte, dass es dabei wohl eher um gegenseitige Rücksichtnahme gehe.

Martin Koke (FDP) beleuchtete den Antrag von Seiten der Fußgänger: »Ich erinnere an ältere, gehbehinderte Menschen, die sich sehr viel in der Fußgängerzone aufhalten. Wir wurden mehrfach angesprochen, dass die Leute Angst vor Radfahrern haben.« Zudem fragte der FDP-Fraktionsvorsitzende, ob das dann auch für E-Scooter gelte, die im Moment ein großes Thema seien. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, sagte Bee: »Wir treiben im Moment die Fahrradtouristen aus der Innenstadt heraus. Sie fahren einfach zehn Kilometer weiter in die nächste Stadt und trinken dort ihren Kaffee. Das ist auch ein Punkt der Wirtschaftsförderung.«

Antrag mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen

Norika Creuzmann (Grüne) erläuterte, dass mit dem Antrag nicht gemeint sei, die Fußgängerzone in eine Fahrradstraße umzuwandeln: »Wir haben aber nicht nur ältere, sondern auch viele jüngere Einwohner.«

Die Linken verstanden die Skepsis, befürworteten jedoch die Idee. »Da es sich erstmal um eine Testphase handelt, können wir danach schauen, wie viele tatsächlich im Krankenhaus liegen und neu verhandeln«, sagte der Linken-Fraktionsvorsitzende Mehmet Ali Yesil. Der Antrag wurde mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen.

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