Mi., 12.06.2019

Polizist und Autor Joachim H. Peters stellt seinen Regionalkrimi in Bad Lippspringe vor »Hier weiß man, wo der Mörder wohnt«

Ungewöhnliche Location für einen ungewöhnlichen Krimiautor: Joachim H. Peters hat in der evangelischen Kirche in Bad Lippspringe aus seinem aktuellen Regionalkrimi »Verachtung ist der wahre Tod« gelesen.

Ungewöhnliche Location für einen ungewöhnlichen Krimiautor: Joachim H. Peters hat in der evangelischen Kirche in Bad Lippspringe aus seinem aktuellen Regionalkrimi »Verachtung ist der wahre Tod« gelesen. Foto: Oliver Schwabe

Bad Lippspringe (WB/itz). Joachim H. Peters ist Polizist, Autor, Schauspieler und Kabarettist. All seine Facetten hat der Regionalkrimischriftsteller jetzt bei einer Lesung in Bad Lippspringe zum Besten gegeben. Es war ein Abend zum Fürchten, Lachen und Nachdenken, zu dem das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT eingeladen hatte.

»Ja, eine Kirche ist ein geeigneter Raum für eine solche Veranstaltung«, stellte Pfarrerin Antje Lütkemeier bei der Begrüßung der 70 Zuhörer in der evangelischen Kirche Bad Lippspringe fest. Gelesen werde ja viel im Gotteshaus, auch Krimis – zumindest aus der Bibel, erklärte sie. Das Buch von Joachim H. Peters, »Verachtung ist der wahre Tod«, passe auch deswegen in das Gotteshaus, weil es eben »prall wie das Leben« sei. Und damit versprach die Pfarrerin nicht zuviel.

Peters eröffnete den Abend passenderweise mit einem Glockengeläut und begrüßte die Zuhörer dann launig zum VHS-Kursus »Wie bringe ich meinen Partner um, ohne mich erwischen zu lassen?« Dass Peters reichlich Erfahrung mit dem Töten hat, zeigt die große Zahl an Romanen, die er verfasst hat. »Da habe ich mir schon einen eigenen kleinen Friedhof zusammen gemordet«, stellte er schmunzelnd fest.

Verbrechen kann sich lohnen

Und das fast immer in der Region: Sein ungleiches Ermittlerduo Jürgen Kleekamp und Natalie Börns sind zum Beispiel bevorzugt in Paderborn oder Bad Lippspringe unterwegs. »Wenn man Regionalkrimis liest, weiß man immer, wo der Täter wohnt«, nannte Peters ein überzeugendes Argument.

Natürlich gebe es das perfekte Verbrechen, meinte Peters. Allerdings sei es ihm noch nicht begegnet. Und selbstverständlich lohne sich Verbrechen, zeigte sich der Beamte überzeugt. »Sie brauchen sich nur die Banken anzuschauen«, fügte der Autor schnell augenzwinkernd hinzu.

Tatsächlich erlebte das Publikum im ersten Teil des Abends ein Potpourri aus kabarettistischen Einlagen und spannenden Szenen aus dem neuesten Kleekamp-Krimi. Dabei parodierte Peters unter anderem auch den Buchkritiker Marcel Reich-Ranicki – wahrlich eine Lesung der ganz anderen Art.

Im zweiten Teil des Abends erinnerte WV-Redaktionsleiter Ingo Schmitz das Publikum daran, dass Joachim H. Peters schon zum zweiten Mal auf Einladung der großen Heimatzeitung zu Gast in Bad Lippspringe sei. »Hier bewahrheitet sich mal wieder: Ein Täter kommt immer zum Tatort zurück«, meinte Schmitz.

Über die Missbrauchsfälle von Lügde

Seine Bücher seien keine Verarbeitung von Erlebtem aus dem Polizeialltag, stellte Peters auf Nachfrage klar. »Das sind meine Ideen, die müssen einfach raus«, begründete er sein Tun. Dabei ließ er offen, ob der ein oder andere Wesenszug vielleicht doch autobiografische Züge trage.

Im Interview mit Redakteur Ingo Schmitz ging Joachim H. Peters auch auf die Missbrauchsfälle von Lügde ein. Als Mitglied der Kreispolizeibehörde Lippe stellte der Beamte des Bereichs Opfer-Prävention klar: »Mir tun die Opfer unsagbar leid.« Der ungeklärte Verlust von Beweis-CDs aus der Asservatenkammer sei ihm ein Rätsel. Er sei aber sicher, dass es sich dabei nur um einen Einzeltäter handeln könne.

Dennoch könne man jetzt nicht jeden Beamten unter Generalverdacht stellen. »Ich bin froh, wenn der Prozess gegen die Angeklagten gelaufen ist«, sagte er mit Blick auf die Opfer, die genug gelitten hätten.

Nächster Koslowski-Krimi vor Weihnachten

Der Ansturm auf seine Bücher war ebenso groß wie der Wunsch nach Autogrammen. Peters kündigte an, dass es pünktlich vor Weihnachten den nächsten Koslowski-Krimi geben werde: Dann wird wieder in Lippe ermittelt.

Für Joachim H. Peters war es übrigens Ehrensache, dass er bei der Lesung in Bad Lippspringe auf seine Gage verzichtete. Der komplette Erlös aus den Eintrittsgeldern wird der Bad Lippspringer Tafel gespendet.

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