Sa., 06.07.2019

1280 Euro Pro-Kopf-Verschuldung – Salzkotten und Bad Wünnenberg Vorreiter beim Abbau Schulden der Kommunen sinken leicht

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Matthias Band

Altenbeken (WB). Die Kommunen im Kreis Paderborn haben ihre Schulden insgesamt leicht abgebaut. Wie aus Daten des Landesamtes für Statistik hervorgeht, betrug der Schuldenstand aller zehn Kommunen Ende 2018 gut 384 Millionen Euro. 2017 waren es mehr als 385 Millionen Euro. Beim Blick in die einzelnen Städte und Gemeinden fällt die Bilanz aber sehr unterschiedlich aus.

In Altenbeken zum Beispiel stieg der Schuldenstand der Gemeinde laut Statistik von 13,3 Millionen Euro (Stand Ende 2017) auf 21,9 Millionen Euro (Stand Ende 2018). Das entspricht einem Anstieg um 65 Prozent. Das hat allerdings bilanzielle Gründe.

»Wir haben zum 1. Januar 2018 das Abwasser- und das Wasserwerk in den Gemeindehaushalt übernommen und damit auch die Schulden. Wir haben in der Vergangenheit auch viel in die Kläranlagentechnik investiert. Die Schulden sind auch kein Problem für die Gemeinde, weil die Werke zu hundert Prozent über die Gebühren kosten­deckend sind«, erklärt Alten­bekens Bürgermeister Hans Jürgen Wessels (SPD). Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung in Altenbeken liegt bei 2387 Euro. 2017 waren es 1445 Euro.

Bad Lippspringe verringert Schulden um fünf Prozent

Anders sieht die Situation in Bad Lippspringe aus. Dort konnten die Gesamtschulden um 5 Prozent auf 32,4 Millionen Euro verringert werden. Vergleicht man allerdings den Schuldenstand aus dem Jahr 2008 (5,8 Millionen Euro) mit dem aus 2017 (34,1 Millionen Euro) ergibt sich eine Zunahme von fast 462 Prozent, was an der Ausrichtung der Landesgartenschau liegen dürfte.

Die Pro-Kopf-Verschuldung in Bad Lippspringe nahm 2018 im Vergleich zu 2017 um 6,1 Prozent ab – und zwar von 2154 auf 2022 Euro.

In Borchen und Büren steigen die Schulden

In Borchenstiegen die Gesamtschulden leicht von 6 auf 6,2 Millionen Euro. 2008 lag der Schuldenstand allerdings bei lediglich 1,7 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug in Borchen Ende des vergangenen Jahres 462 Euro – 3,7 Prozent mehr als 2017.

In Bürenstieg der Schuldenstand zuletzt ebenfalls an. 2018 lag er bei 8,3 Millionen Euro, was einer Zunahme von 35,1 Prozent im Vergleich zu 2017 entspricht. Auffällig ist in Büren allerdings, dass die Stadt 2008 noch Gesamtschulden in Höhe von 14,8 Millionen Euro drückten. Büren hat es also geschafft, den Schuldenstand innerhalb von zehn Jahren fast zu halbieren. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag 2018 bei 385 Euro.

In Delbrücksank der Schuldenstand 2018 leicht um 0,5 Prozent auf 10,5 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug in Delbrück laut Statistik 330 Euro.

Etwas niedriger ist die Pro-Kopf-Verschuldung in der Nachbar­kommune Hövelhofmit 239 Euro. Der Gesamtschuldenstand erhöhte sich in Hövelhof leicht um 2 Prozent auf 3,9 Millionen Euro.

Lichtenau baut kräftig ab

Auch die Stadt Lichtenauhat 2018 mit fast 4,9 Millionen Euro kräftig Schulden abgebaut. 2018 betrug der Schuldenstand 26,1 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2475 Euro entspricht.

Pro-Kopf-Verschuldung in Paderborn bei 1770 Euro

Gleiches gilt – zumindest wenn man sich die absoluten Zahlen anschaut – für Paderborn. 5,2 Millionen Euro Schulden wurden in der Stadt an der Pader abgebaut, was prozentual aber nur einen Wert von 1,9 ergibt. Denn Ende 2018 drückten die Stadt laut Statistik Schulden in Höhe von 264 Millionen Euro. Mit Blick auf die Einwohnerzahl von mehr als 150.000 Menschen relativiert sich dieser Wert allerdings wieder. So betrug die Pro-Kopf-Verschuldung in der Großstadt 1770 Euro, also weniger als zum Beispiel in Lichtenau oder in Bad Lippspringe.

In Salzkottenerhöhte sich der Schuldenstand 2018 leicht von 2,89 auf 2,94 Millionen Euro. Ähnlich wie in Büren ist dort auffällig, dass der Schuldenstand im Zehn-Jahres-Vergleich um 80,9 Prozent verringert wurde. 2008 lasteten auf der Stadt noch Schulden in Höhe von 15,3 Millionen Euro. Erfreulich ist auch der Wert der Pro-Kopf-Verschuldung: Er lag 2018 bei nur 117 Euro.

Auch in Bad Wünnenberg wurde der Schuldenstand erheblich gesenkt – im Zehn-Jahresvergleich von 16,4 (Stand Ende 2008) auf 8,1 Millionen Euro (Stand Ende 2018). Das entspricht einem Rückgang von 50,3 Prozent. 2017 betrug der Schuldenstand 8,7 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug in Bad Wünnenberg 662 Euro.

Gesamtschuldenstand von 390,9 Millionen Euro

Addiert man die Schulden der Kreisverwaltung in Höhe von 6,6 Millionen Euro zu den Schulden der zehn Kommunen hinzu, ergibt sich ein Gesamtschuldenstand von 390,9 Millionen Euro. 2017 waren es mehr als 392 Millionen Euro. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung im Kreis lag damit Ende 2018 bei 1280 Euro.

In NRW lagen die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände Ende 2018 bei etwa 61 Milliarden Euro – 708 Millionen Euro weniger als 2017. Rein rechnerisch war jeder Einwohner des Landes mit 3402 Euro verschuldet. Seit 2008, als sich die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände noch auf nur 50 Milliarden Euro beliefen, hat sich die Schuldenlast um mehr als 22 Prozent erhöht.

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