Do., 25.07.2019

MZG Bad Lippspringe: Verdi will Vorgehen mit Mitgliedern abstimmen Die Zahlen stimmen wieder: Mitarbeiter wollen profitieren

Die wirtschaftliche Lage beim Medizinischen Zentrum für Gesundheit ist gut. Die Stimmung der Mitarbeiter nicht. Sie möchten mehr Geld, doch dafür müsste Verdi den Haustarifvertrag kündigen. MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer ist bereit zu verhandeln, Gewerkschaftssekretärin Walburga Erichsmeier noch nicht.

Die wirtschaftliche Lage beim Medizinischen Zentrum für Gesundheit ist gut. Die Stimmung der Mitarbeiter nicht. Sie möchten mehr Geld, doch dafür müsste Verdi den Haustarifvertrag kündigen. MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer ist bereit zu verhandeln, Gewerkschaftssekretärin Walburga Erichsmeier noch nicht. Foto: Jörn Hannemann

Von Maike Stahl

Bad Lippspringe (WB). Es läuft eigentlich rund beim Medizinischen Zentrum für Gesundheit in Bad Lippspringe. Erst vor wenigen Tagen verkündete die Geschäftsleitung, dass der Rehabereich erstmals seit 22 Jahren wieder Gewinn erwirtschaftet habe. Dennoch ist die Stimmung unter den Mitarbeitern gerade bescheiden.

Viele hatten zum 1. Mai mit einer Lohnerhöhung gerechnet und fühlen sich offenbar von Verdi im Stich gelassen. Denn die Gewerkschaft hat den bis zum 30. April geltenden Haustarifvertrag bisher nicht neu verhandelt. Dabei verdienen viele der 1100 Mitarbeiter deutlich weniger als ihre Kollegen in anderen Häusern, in denen der TVöD gilt. Dass der Haustarif nach WESTFALEN-BLATT-Informationen deutlich mehr als zehn Prozent unter dem TVöD liegt, hat auch historische Gründe. Während der bundesweiten Kurortkrise haben auch die Mitarbeiter Zugeständnisse gemacht, um die Kliniken zu retten.

Das 1996 gegründete Medizinische Zentrum für Gesundheit betreibt in Bad Lippspringe rund 850 Betten und versorgt mit mehr als 1100 Beschäftigten in fünf Kliniken und Instituten stationäre und ambulante Patienten in den Bereichen Rehabilitation, Akutmedizin, Pflege, ambulante Versorgung, Sanitätshandel sowie Lehre und Forschung. Hauptgesellschafter ist die Stadt Bad Lippspringe mit 94 Prozent.  In den vergangenen Jahren hat das MZG nach eigenen Angaben zehn Millionen Euro in die Gebäudesubstanz der Kliniken investiert, derzeit laufen Erweiterungen an zwei Kliniken.

»Wir gehen jetzt einen Schritt nach dem anderen«

»Wir haben es zwar in den letzten Jahren geschafft, mehrere hundert Mitarbeiter an Bord zu holen, aber der Fachkräftemangel in allen Bereichen wird für uns das große Thema bleiben«, sagte Geschäftsführer Achim Schäfer am Mittwoch. Auch deshalb beschäftige das Thema Tarifverhandlungen viele Mitarbeiter, sagte die Betriebsratsvorsitzende Sandra Warachewicz. Es habe zahlreiche Rückmeldungen gegeben. »Wir brauchen eine Tariferhöhung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ganz davon abgesehen ist das eine wichtige Wertschätzung der von den Kollegen geleisteten Arbeit«, sagte sie.

Das sieht auch die zuständige Gewerkschaftssekretärin Walburga Erichsmeier so. Ziel müsse es aber sein, solidarisch eine Lohngerechtigkeit zu erreichen, die beispielsweise auch die in eigene Gesellschaften ausgegliederten nicht-tarifgebundenen Bereiche erfasse. »Wir gehen jetzt einen Schritt nach dem anderen«, kündigte sie an. Der Weg werde mit den Mitgliedern abgestimmt. Gleichzeitig fordert sie die Solidarität der nicht gewerkschaftlich organisierten Mitglieder ein. »Wenn wir mit starker Stimme sprechen wollen, müssen wir viele sein. Man kann sich nicht raushalten und dann beschweren, wenn einem das Ergebnis nicht passt.«

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