Do., 25.07.2019

1100 Mitarbeiter der MZG-Kliniken Bad Lippspringe betroffen – mit Kommentar Gewerkschaft Verdi blockiert Lohnerhöhung

Das MZG betreibt in Bad Lippspringe fünf Kliniken.

Das MZG betreibt in Bad Lippspringe fünf Kliniken. Foto: Jörn Hannemann

Von Maike Stahl

Bad Lippspringe (WB). Die 1100 Mitarbeiter des Medizinischen Gesundheitszentrums (MZG) Bad Lippspringe haben zum 1. Mai vergebens auf eine Lohnerhöhung gewartet. Die Gewerkschaft Verdi hat die Kündigungsfrist für den Haustarifvertrag des Klinikverbunds verstreichen lassen.

Bisher hat Verdi auch keine Verhandlungen aufgenommen. Dabei wäre die Geschäftsführung gesprächsbereit, wie Geschäftsführer Achim Schäfer auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte. »Wir haben ein Interesse an einem zukunftsfähigen Tarifvertrag.« Er habe es noch nicht erlebt, dass ein auslaufender Tarifvertrag – der des MZG lief bis zum 30. April – nicht gekündigt wurde.

Verdi-Gewerkschaftssekretärin verweist auf »schwierige Gemengelage«

Die zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretärin Walburga ­Erichsmeier bestätigte, dass der Tarifvertrag seitens der Gewerkschaft nicht gekündigt worden ist und verwies auf eine »schwierige Gemengelage«. In einem ersten sondierenden Gespräch habe die Geschäftsführung durchblicken lassen, dass es ihr nicht möglich sei, den bestehenden Haustarifvertrag an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TvöD) anzugleichen, da das MZG derzeit erheblich investiere. »Das ist für uns ein inhaltliches Problem, da wir dieses Ziel aus Gründen der Lohngerechtigkeit mittel- und langfristig für alle Beschäftigten des MZG erreichen wollen. Damit wir entsprechend durchsetzungsfähig sind, brauchen wir aber den Auftrag der gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter, und das sollten wenigstens 50 Prozent sein.« Derzeit sind allerdings nach Informationen dieser Zeitung nur etwa 200 der 1100 Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert.

MZG-Betriebsratsvorsitzende Sandra Warachewicz sagte auf Anfrage, viele Kollegen wünschten sich, dass jetzt Verhandlungen starten. »Wir brauchen eine Tariferhöhung um wettbewerbsfähig zu bleiben, auch wenn wir den TVöD vielleicht nicht erreichen können.«

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