Di., 13.08.2019

Hochdruckreiniger im Unterwassereinsatz in Bad Lippspringe Algenjagd mit Tauchermaske

Ein ungewöhnlicher Taucheinsatz im Sprungbecken des Bad Lippspringer Freibades: Werner Mader (links) und Roland Baak tauchen bis in vier Meter Tiefe hinab, um die Wände von Algenfasern zu befreien. Arbeitsgerät ist ein Hochdruckreiniger.

Ein ungewöhnlicher Taucheinsatz im Sprungbecken des Bad Lippspringer Freibades: Werner Mader (links) und Roland Baak tauchen bis in vier Meter Tiefe hinab, um die Wände von Algenfasern zu befreien. Arbeitsgerät ist ein Hochdruckreiniger. Foto: Karenfeld

Bad Lippspringe (WB/kar). Einen ungewöhnlichen Einsatz bekamen jetzt die Besucher des Thermalfreibades im Bad Lippspringe bei laufendem Betrieb zu sehen. Im metertiefen Sprungbecken waren Taucher im Einsatz. Allerdings nicht nach verlorengegangenen Schmuckstücken, sondern im Einsatz gegen Algen.

Taucher Werner Mader ist an diesem Morgen in besonderer Mission im Badestädter Freibad unterwegs. Zusammen mit einem Kollegen will er die Wände im Sprungbecken von Algenfasern befreien. Ein ungewöhnlicher Einsatz, denn als Arbeitsgerät unter Wasser dient ein Hochdruckreiniger.

Schwimmmeister Jörg Hanfland verfolgt den Einsatz aufmerksam von der Seite des Sprungbeckens aus. 500 Gäste sind an diesem sonnigen Vormittag im Freibad. Einige, vor allem Kinder und Jugendliche wollen wissen, wann der Sprungturm öffnet. Hanfland zeigt auf die beiden Taucher und sagt: »Das dauert noch etwas. Gerade wird das Sprungbecken gereinigt.«

Hitze und Sonne beschleunigen Algenwachstum

Gerade Hitze und Sonnenschein, wie jetzt der Fall, beschleunigen das Algenwachstum im Wasser. Um das zu verhindern, kommen in den Schwimmbecken regelmäßig Algizide zum Einsatz, so Hanfland, und zwar je nach Bedarf punktgenau dosiert.

In diesen Tagen hat Hanfland eine eigene Idee in die Tat umgesetzt: Das Sprungbecken soll erstmals mithilfe von zwei Tauchern unter Wasser gereinigt werden. Ein Ablassen des Wassers im metertiefen Becken für eine Reinigung hätte im Gegensatz zu einem Tauchereinsatz mehrere Tage gedauert.

Beim Taucheinsatz steht Mader an diesem Morgen Freibad-Mitarbeiter Roland Baak zur Seite. Bevor beide in das bis zu vier Meter tiefe Becken hinab steigen, müssen sie noch ordentlich Gewicht machen. Jede Bleiweste bringt es immerhin auf etwa zehn Kilogramm.

»Der Rückstoß ist unter Wasser enorm«

Der Hochdruckreiniger läuft bereits auf Hochtouren. Einziges Werkzeug der beiden Taucher sind zwei Sprühschläuche. Langsam tasten sie sich an der Wand direkt unter dem Sprungturm entlang. Weitere neugierige Zuschauer haben sich am Beckenrand versammelt. Außer zwei schwarzen Schatten, die sich vorsichtig vorwärts bewegen, bekommen sie nur wenig zu sehen. Immer wieder steigen einige kräftige Luftblasen auf.

Die Arbeit gestaltet sich schwieriger als gedacht: Bei dem einen oder anderen kräftigen Sprühstoß droht Roland Baak den Halt zu verlieren. Werner Mader versucht ihn fest zu halten: »Der Rückstoß ist schon enorm«, so sein erstes Fazit. Mader verfügt über 45 Jahre Taucherfahrung. Dieser Einsatz heute ist aber auch für den Profi mit eigener Tauschschule neu.

Nach etwa einer halben Stunde tauchen Baak und Mader zum ersten Mal wieder auf. »Mit jeder Minute, die wir länger unten bleiben würden, steigt das Risiko auszukühlen.«

Zweiter Einsatz im kommenden Jahr

Es folgt ein zweiter Tauchgang, der noch einmal 30 Minuten dauert. Dann endet der ungewöhnliche Einsatz im Badestädter Freibad. Schwimmmeister Hanfland zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden: »Es ist gelungen, die groben Algenablagerungen zu beseitigen.« Eine zweite Tauchaktion noch in dieser Schwimm- und Badesaison ist laut Hanfland nicht mehr notwendig. Für 2020 sei ein zweiter Taucheinsatz mit dem Hochduckreiniger unter Wasser aber durchaus vorstellbar, so Hanfland.

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