Mi., 28.08.2019

Bad Lippspringe: Gefahr durch glühende Kohle auf der Wiese Shisha-Verbot im Freibad

Das Bad Lippspringer Freibad mit Liegewiese. Aus Sicherheitsgründen soll das Rauchen von Wasserpfeifen wegen der glühenden Kohle untersagt werden.

Das Bad Lippspringer Freibad mit Liegewiese. Aus Sicherheitsgründen soll das Rauchen von Wasserpfeifen wegen der glühenden Kohle untersagt werden. Foto: Oliver Schwabe

Von Bernhard Liedmann

Bad Lippspringe (WB). Das Freizeitverhalten ändert sich und macht auch vor den Freibädern nicht Halt. Vorbeugend will deshalb die Stadt Bad Lippspringe ein Shisha-Verbot in die Badeordnung mit aufnehmen. Sicherheitsgründe sind hier ausschlaggebend.

Zum Rauchen einer Wasserpfeife braucht man glühende Kohle. Und die will man vorbeugend aus dem Thermalfreibad trotz einer eingeschränkten Raucherlaubnis im Bereich der Liegewiese verbieten. Eine entsprechende Änderung der Badeordnung will deshalb der Sportausschuss der Stadt am 4. September auf den Weg bringen, absegnen soll das Verbot dann der Rat am 18. September.

»Es hat bislang zwar keine Probleme gegeben, aber aus Sicherheitsgründen und aufgrund der Brandgefahr wollen wir dies vorbeugend unterbinden«, sagt Stadt-Pressesprecherin Sabrina Düsenberg. Die Wiese sei trocken und angrenzend befinde sich schließlich auch der Wald.

Politik muss entscheiden

In jüngerer Zeit sei aufgefallen, dass immer wieder mal Besucher mit einer Shisha das Freibad besuchen und diese auch rauchten. Konflikte habe es bislang nicht gegeben, aber auch um zu vermeiden, dass beispielsweise bei unsachgemäßem Gebrauch der Wasserpfeife oder durch herumlaufende Kinder die glühenden Kohlen herunterfallen und eventuell Besucher verletzten könnten. Wenn die politischen Gremien das Verbot beschließen, wird wahrscheinlich ein Aushang beim Eingang mit einem entsprechenden Verbot gemacht. Letztlich sei das Verbot mit der Gefahr durch Grillen gleichzusetzen. Das Rauchen auf der Liegewiese wird aber weiterhin erlaubt sein, soweit andere Badegäste nicht belästigt oder Gefährdet werden, so die aktuelle Badeordnung der Stadt. Das Thermalfreibad ist eines der beliebtesten Freibäder in der Region. Bis Ende Juli wurden mehr als 32.000 Besucher gezählt. Bad Lippspringe ist damit das erste Freibad in der Region, in dem die Wasserpfeife explizit untersagt wird.

»In Salzkotten brauchen wir das gar nicht, weil offene Feuer grundsätzlich verboten sind«, sagt Schwimmmeister Ralf Mollemeier. Und dazu gehöre auch das Rauchen der Wasserpfeife ebenso wie das Grillen. Vor Jahren habe man bereits dieses Verbot aus Sicherheitsgründen eingeführt. Im Beckenbereich sei natürlich auch das Rauchen selbst untersagt. Das Salzkottener Freibad, die »Sälzer Lagune«, ist mit 65.000 Besuchern das zweitgrößte im Kreis nach dem Rolandsbad in Paderborn.

Generelles Rauchverbot in Paderborn

In den Paderborner Freibädern gilt rund um die Becken und im Kleinkinderbereich ein generelles Rauchverbot, darunter fällt auch die Wasserpfeife, so die Stadt auf Anfrage. Im Barfußbereich gelte zudem ein generelles Glasverbot und somit falle auch die Wasserpfeife darunter, weil sie teilweise aus Glas bestehe. Ein spezielles Verbot benötige man nicht.

Bundesweit verzeichnen die Bäder insbesondere in Ballungsräumen Probleme mit den Wasserpfeifen. Die Stadt Kehl war eine der ersten in diesem Jahr, die nach diversen Problemen in ihrem Freibad ein entsprechendes Verbot erließ. Verletzungen bei Badegästen durch Verbrennungen, glühende Kohlen am Fuß der Bäume, das führte zu einem strikten Verbot. Das Badepersonal wurde in Kehl sogar autorisiert, im Zweifelsfall die Taschen vor dem Einlass ins Bad zu kontrollieren. Auch das Badezentrum Sindelfingen bei Stuttgart hat beispielsweise seine Badeordnung modifiziert und das Mitbringen und Benutzen von Shishas verboten. Das Rauchen sei nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt, das gelte auch für die elektrische Zigarette, so die dortige Badeordnung.

Die Shisha wird auch beim Verband der Deutschen Schwimmmeister diskutiert. Es sei ein Trend, der regelmäßig für Diskussionen mit den Gästen sorgt, sagte jüngst öffentlich Markus Wittich, Vorsitzender des Landesverbands Brandenburg/Berlin der Deutschen Schwimmmeister. Die können die Badbetreiber nicht dulden, erklärte er. »Unter anderem wegen der Brandgefahr auf vertrockneten Liegewiesen, und weil man nicht weiß, welche Substanzen geraucht werden.« Da seien langwierige Diskussionen mit den Gästen vorprogrammiert. Auch für den NRW-Landesverbandsvorsitzenden Reinhard Nowak sind Wasserpfeifen ein absolutes »No Go«. Gerade in größeren Städten sei es wichtiger Bestandteil von Verboten, um auch ein bestimmtes Klientel fernzuhalten.

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