Mi., 18.09.2019

Künstliche Intelligenz zieht in Tiefgaragen ein – Bilanz der IAA stimmt zufrieden RTB macht Parken zum Kinderspiel

Mit seinem Autoscooter zieht Rudolf Broer die Blicke auf sich: In Frankfurt hat er für die Parkraumbewirtschaftung von Morgen geworben. Aus Gründen der Neutralität gegenüber den Herstellern verzichtet er auf ein echtes Auto.

Mit seinem Autoscooter zieht Rudolf Broer die Blicke auf sich: In Frankfurt hat er für die Parkraumbewirtschaftung von Morgen geworben. Aus Gründen der Neutralität gegenüber den Herstellern verzichtet er auf ein echtes Auto.

Von Ingo Schmitz

Bad Lippspringe (WB). Was haben Ampeln und Parkhäuser mit der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt zu tun? Eine ganze Menge. »Verkehrstechnik und Autos verschmelzen mitein­ander«, sagt Rudolf Broer, von der Firma RTB.

Zum zweiten Mal war das Bad Lippspringer Unternehmen auf der IAA vertreten. In Halle 5 sind die Stände bereits seit Montag abgebaut, während der Rest der Messe noch bis Sonntag, 22. September, läuft. In Halle 5 war von den Protesten der Umweltaktivisten nichts zu sehen und zu hören. Dabei geht es insbesondere im Ausstellungsbereich der Zulieferer um Technik, die das Autofahren schonender für das Klima machen soll. RTB setzt sich für einen besseren Verkehrsfluss ein, in dem die Infrastruktur am Straßenrand mit den Autos verbunden wird.

Verkehrstechnik verschmilzt mit Autos

»Wir lassen Lichtzeichenanlagen mit Autos und umgekehrt kommunizieren«, sagt Broer, der unter anderem mit General Motors in Kontakt steht. Und wie funktioniert das? Die Fahrzeugklassifizierung wird einerseits vom Straßenrand aus erfasst. Gleichzeitig meldet sich das Auto selbst an und bekommt Hinweise, wenn sich ein schwächerer Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger innerhalb der so genannten Konfliktfläche befindet.

Doch noch ein weiteres Themenfeld beschäftigt derzeit Autohersteller sowie Zulieferer wie RTB ganz besonders: E-Ladetechnik und intelligente Parksysteme. Nach Aussage von Rudolf Broer soll zur Vermeidung von Parksuchverkehr künftig jeder Autofahrer sprichwörtlich an die Hand genommen werden, wenn er einen Stellplatz braucht. »Das heißt, dass man nicht nur zum Parkhaus hingeführt wird, sondern dass das Auto auch seine zugewiesene Lücke sucht und dort allein einparkt.«

Hybridkamera arbeitet mit künstlicher Intelligenz

Möglich macht die intelligente Parkraumbewirtschaftung eine Kameratechnik, die mit 3D und Radar arbeitet. Jüngste Errungenschaft von RTB ist die Hybridkamera, die mit künstlicher Intelligenz die Fahrzeugzählung perfektioniert. »Bei der bisherigen Zähltechnik per Induktionsschleife gab es eine Ungenauigkeit, die zur Folge hatte, dass die Anzahl der freien Parkplätze nie korrekt angezeigt werden konnte«, erläutert der Firmenchef. Durch das neuronale Netz erlange man nun eine Präzision von fast 100 Prozent.

Bei der Parkhaustechnik arbeitet RTB eng mit der Bielefelder Firma Goldbeck zusammen, deren eigenes Parkhaus stets auf dem neuesten Stand der Technik sei. Gemeinsam habe man auch für Oetker, Bechtle und andere Firmen Parkhäuser gebaut und ausgestattet. Als nächstes seien Flughafen-Parkhäuser an der Reihe. Und auch mit der Stadt Paderborn kooperiert RTB im Zuge der Digitalisierung. Ein Beispiel ist die Optimierung der Schlosskreuzung in Schloß Neuhaus. Ein weiteres ist eine Parkleittechnik für die Tiefgarage Königsplätze, die bald an den Start gehen soll. Ziel sei es, den Autofahrer mit dynamischen, blinkenden Pfeilen zu den freien Parkplätzen zu führen. Eine Vorreservierung sei mit der RTB-Technik möglich.

Zahl der Mitarbeiter wächst auf 120

Das Unternehmen RTB baut in diesem Jahr seinen Bestand an Mitarbeitern weiter aus. Am Standort Bad Lippspringe sind 100 Beschäftigte, davon arbeiten 20 in der Entwicklungsabteilung. Außerdem gibt es 25 Auszubildende. »Wir sind stark zukunftsorientiert«, sagt Firmenchef Rudolf Broer. Die Produktion findet in Zusammenarbeit mit der Firma Integ in Bad Driburg statt.

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