Mi., 12.02.2020

Bad Lippspringerin züchtet im Wohnzimmer Apfelsinen „Oma hat einen Orangenbaum“

Ute Kleinehollenhorst aus Bad Lippspringe besitzt ihren Orangenbaum seit etwa 30 Jahren. „Das ist mein ganzer Stolz“, sagt die 75-Jährige. Nun trägt der Baum, der in ihrem Wohnzimmer steht, bereits im Februar die ersten Früchte des Jahres.

Ute Kleinehollenhorst aus Bad Lippspringe besitzt ihren Orangenbaum seit etwa 30 Jahren. „Das ist mein ganzer Stolz“, sagt die 75-Jährige. Nun trägt der Baum, der in ihrem Wohnzimmer steht, bereits im Februar die ersten Früchte des Jahres. Foto: Jörn Hannemann

Von Kevin Müller

Bad Lippspringe (WB). Wenn die Enkel vorbeikommen, setzt das Staunen ein, und sie rufen: „Oma hat einen Orangenbaum im Wohnzimmer“. Und auch die Nachbarn sind von der Ästhetik eines Baumes im Wohnzimmer oft beeindruckt: Den Orangenbaum, der in Ute Kleinehollenhorsts (75) Wohnung steht und bis zur Decke ragt, bezeichnet sie als ihren “ganzen Stolz.” Nun blühen die ersten Früchte ungewöhnlich früh im Februar.

Baum schon 50 Jahre alt

Die gebürtige Dortmunderin, die seit 1996 im Ort an der Lippequelle lebt, arbeitete früher als Biologie-Lehrerin. Den Orangenbaum hat sie vor etwa 30 Jahren von einem Kollegen übernommen. “In seinem Haus hatte er damals zu wenig Platz, also hat er mir den Baum angeboten. Zuvor hatte ich eigentlich nie die Absicht, einen Baum zu besitzen. Aber nun bin ich sehr glücklich, das Angebot damals angenommen zu haben.” Auf etwa 50 Jahre schätzt die ehemalige Lehrerin das Alter des Baumes. Dabei sei sie sich anfangs nie sicher gewesen, ob es sich um einen Orangen- oder einen Pomeranzenbaum (Bitterorange) handelte. “Aus Pomeranzen wird oft eine englische Marmelade gemacht. Mir ist das mit den Früchten jedoch nie gelungen. Ich bin mir mittlerweile aber sicher, dass es sich nicht um Pomeranzen handelt”, sagt die 75-Jährige.

Einige Früchte sind schon jetzt gelb gefärbt. Foto: Jörn Hahnnemann

Der Baum in ihrer Wohnung blühe seit etwa acht Jahren regelmäßig. Dabei seien die kleinen Blüten und Fruchtknoten sehr empfindlich, weshalb Kleinehollenhorst die Balkontür nur sehr selten öffne und über anliegende Zimmer durchlüfte. Ursprünglich stand der Baum auf dem Balkon. “Jedoch bekam die Pflanze Blattläuse und die Blätter färbten sich vom Dreck in der Luft. Daher holte ich den Baum in mein Wohnzimmer, den Winter über musste er ja sowieso immer im Gebäude stehen“, sagt Ute Kleinehollenhorst. Die Orangen esse sie selber nicht. Der Baum sehe schließlich schöner aus, wenn er seine Früchte trägt. Die Bad Lippspringerin sagt rückblickend: “Ich hätte nie gedacht, mal einen so großen Baum im Wohnzimmer zu haben. Meine Nachbarn meinten, das muss unbedingt in die Zeitung.”

Ungewöhnlich frühe Blüte

Laut einer Mitarbeiterin des Blumengeschäftes Bee in Bad Lippspringe sei der Zeitpunkt der Blüte im frühen Februar eher ungewöhnlich. Verantwortlich könnten der ausbleibende Winter und die Platzierung des Baumes im warmen Wohnzimmer sein. Im Normalfall sollte tropischen Pflanzen allerdings im Winter die Möglichkeit gegeben werden, Energie zu sparen. Das erreiche man, indem man sie während der kalten Jahreszeit innerhalb des Hauses bei etwa zehn Grad Celsius Höchsttemperatur hält und sie regelmäßig gieße. So verfüge der Baum dann in den eigentlichen Blütephasen über ausreichend Energie, um Früchte vollständig ausbilden zu können.

“Mit den Früchten sieht der Baum aber auch im Februar schon sehr schön aus”, findet Ute Kleinehollenhorst dennoch.

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