Mo., 02.03.2020

300 Zuschauer lassen sich beim Varieté-Abend des Musikzugs Bad Lippspringe verzaubern Zwischen Magie, Artistik und Musik

Da stockt so manchem Zuschauer der Atem: Magier David Wedegärtner lässt seine Assistentin Lara sekundenlang schweben.

Da stockt so manchem Zuschauer der Atem: Magier David Wedegärtner lässt seine Assistentin Lara sekundenlang schweben. Foto: Sonja Möller

Von Sonja Möller

Bad Lippspringe (WB). Es war ein Wagnis, das der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Lippspringe mit seinem Konzertabend eingegangen ist. Erstmals in der mehr als 100-jährigen Geschichte hatten die Musiker einen Varieté-Abend mit Magier und Artisten aufgezogen – und sich damit auf totales Neuland begeben, wie Organisator Norbert Brunsch erzählte. Eins vorweg: Das Wagnis hat sich mehr als gelohnt! 300 Besucher waren total begeistert und applaudierten minutenlang.

Schon beim Betreten des Saals war den Zuhörern klar: Hier läuft einiges anders als normal. Kleine Bistrotische waren in Reihen zur Saalmitte hin ausgerichtet. So hatten alle den Blick für beide Bühnen frei. Die Musiker saßen nämlich nicht, wie sonst immer, auf der Bühne, sondern am hinteren Ende des Saals unter der Tribüne. Auf den Längsseiten standen je zwei Bildschirme, auf die eine Kamera Musiker und Akrobaten übertrug. So verpasste niemand etwas.

Indirektes Licht sorgte für schummrige Varieté-Atmosphäre

Auch Moderatorin Sonya Harrison war nicht zu übersehen: Sie platzierte sich mitten im Saal und führte mit viel Witz und Selbstironie durch den Abend. Indirektes Licht sorgte für schummrige Varieté-Atmosphäre. Auch die Decke war beleuchtet. Der Clou: Das Licht wechselte Farben und Formen. Sonya Harrison lud alle ein: „Lassen sie sich verzaubern von Magie und Artistik.“

Nach dem starken Intro mit Sympatria und der flotten Melodie „Musik ist Trumpf“ zeigten die Blasmusiker ihre große musikalische Bandbreite. Dann öffnete sich der Vorhang der Hauptbühne. Zwei Akrobatinnen von Fools Unlimited zeigten in den kommenden Minuten eine Körperbeherrschung, bei denen den Zuschauern der Atem stockte. Eine der beiden lag auf der Bühne und balancierte und drehte die andere auf ihren in die Höhe gestreckten Füßen und Händen. Auch wenn es hier und da mal wackelte, die beiden hielten die Spannung und bekamen viel Beifall.

„Besser kann man Filmmusik nicht präsentieren.“

Das Medley des Disney-Films „The Lion King“ brachte Sonya Harrison zu der Aussage: „Besser kann man Filmmusik nicht präsentieren.“ Damit sprach sie aus, was viele dachten. Die Blasmusiker präsentierten ihre Stücke – egal ob schnell, voluminös, melodisch oder flott – mit großer Klangkraft. „Ich wusste gar nicht, dass Bad Lippspringe so eine tolle Kapelle hat“, zeigte sich denn auch Zuhörer Jochen Liemke aus Marienloh begeistert.

Doch Zeit zum Schwelgen blieb nicht. Schon ging es auf der Bühne weiter. Zu mystischer Musik betrat David Wedegärtner die Bühne. Der Magier wirkte allein schon durch seine ausdrucksstarke, leicht diabolische Mimik, verwandelte wortlos Tücher in Kerzen und wieder zurück und hielt plötzlich eine lebende Ziertaube in der Hand, wo gerade noch ein Tuch war. Die Täubchen bekamen einen Kuss und wurden in einen Käfig gesetzt, über dem Wedegärtner später ein Tuch ausbreitete. Dann wurde leicht geruckelt und statt der Tauben stiegt Assistentin Lara aus dem Käfig – wow!

Magier verwandelt Luftballon in eine Flasche Wein

Wie der 30-Jährige das gemacht hatte, blieb ein Rätsel. Und der Magier konnte noch mehr: Immer wieder holte er einzelne Zuschauer auf die Bühne und band sie in seine Nummern ein. Zum Beispiel Christa, die verblüfft war, als der Magier ein lichterloh brennendes Tuch mit beiden Händen verschloss und beim Öffnen ein Eiswürfel zum Vorschein kam. „Wie hat er das gemacht?“ Ebenfalls nicht zu erklären: David Wedegärtner pustete einen durchsichtigen Ballon auf, zog theatralisch ein großes Messer hervor und stach den Ballon kaputt. Zum Vorschein kam: eine Flasche Riesling.

Eine kurze Verschnaufpause mit Musik, dann folgte Jonglage mit Lichtbällen und Keulen. Vier Artisten tauschten dabei unterein­ander Position und Keule. Ebenfalls toll: Tänze mit Lichtern, die verschiedene Muster und Formen ins Dunkel zauberten. Dafür gab es viel Beifall. Den bekam auch der Musikzug Bad Lippspringe, nachdem er mit Frank Sinatras „New York, New York“ und weiteren Melodien des US-amerikanischen Sängers für Gänsehautatmosphäre sorgte. Den Schlussakkord setzte David Wedegärtner, der seine Assistentin Lara auf einem Tisch schweben ließ.

Die Musiker standen am Ende völlig überwältigt vor dem frenetisch applaudierenden Publikum. Spätestens da war klar: Das Wagnis Neuland ist fulminant geglückt.

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