Bad Lippspringer Bürgermeisterkandidaten müssen kreativ sein
Wahlkampf in Corona-Zeiten

Bad Lippspringe (WB). Die Corona-Krise verändert alles – das bekommen auch die Wahlkämpfer zu spüren. In Bad Lippspringe bewerben sich am 13. September Ulrich Lange für die CDU und der SPD-Kandidat Marcus Kleinemeyer offiziell um das Bürgermeisteramt. Das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT sprach mit beiden über ihre Wahlkampf-Erfahrungen in schwierigen Zeiten.

Montag, 25.05.2020, 06:35 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 07:00 Uhr
Das Rathaus in Bad LIppspringe – Amtssitz des neuen Bürgermeisters. Foto: Basim Mazhiqi
Das Rathaus in Bad LIppspringe – Amtssitz des neuen Bürgermeisters. Foto: Basim Mazhiqi

„Politische Themen dringen aktuell nicht oder nur sehr wenig durch”, weiß Ulrich Lange zu berichten und zeigt Verständnis: „Den Menschen ist in diesen Tagen vor allem eines wichtig: ihre Gesundheit und die ihrer Familien. Und natürlich blicken nicht wenige sorgenvoll in eine noch ungewisse berufliche Zukunft.”

Dabei hätte alles so schön sein können. Zahlreiche Wahlkampfveranstaltungen waren bereits fest geplant. Bis zum Wahltag am 13. September wollte Lange einen Marathon an unterschiedlichen Terminen absolvieren. „Doch dann kam die Corona-Krise, und die hat uns von einem auf den anderen Tag ausgebremst”, macht Lange im Gespräch deutlich.

Ulrich Lange.

Ulrich Lange. Foto: Klaus Karenfeld

Der 55-jährige Kreisvorsitzende und stellvertretende Landesvorsitzende der CDU-Mittelstandsunion gilt über die Region hinaus als gut vernetzt. So hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Langes Initiative hin seine Teilnahme an einer Veranstaltung zur Zukunft des Gesundheitsstandortes Bad Lippspringe fest zugesagt. Doch daraus wird nichts. Bis mindestens Ende August sind sämtliche größeren Veranstaltungen untersagt.

Ein weiteres Beispiel: Nur wenige Tage vor der Premiere im März musste die neue CDU-Veranstaltungsreihe „Der Lange Donnerstag” zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Jetzt, mehr als zwei Monate später, soll es einen digitalen Neustart geben. Am 28. Mai will Lange seine Donnerstagsreihe ins Internet verlegen. Im ersten Beitrag geht es um die auch abseits von Corona schwierige Lage der Landwirtschaft. Unter den Gesprächspartnern ist auch Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. Ebenfalls am 28. Mai will Lange seine Homepage „UliFürBaLi.de” offiziell freischalten.

Marcus Kleinemeyer bezeichnet die derzeitige Situation ebenfalls als schwierig. In diesem Zusammenhang kritisiert er speziell die Landespoltik. Die Bemühungen und Versuche der Landesregierung, am ursprünglichen Wahltermin 13. September festhalten zu wollen, bezeichnete Kleinemeyer im Gespräch als „zumindest diskussionswürdig”. Für ihn steht fest: „Aufgrund der derzeitigen Beschränkungen ist ein fairer Wahlkampf nach demokratischem Verständnis nicht möglich.”

Marcus Kleinemeyer.

Marcus Kleinemeyer. Foto: Mark Heinemann

An der großen Motivation des 49-Jährigen hat das nach eigenem Bekunden allerdings nichts geändert - im Gegenteil: Erst vor wenigen Tagen hat ihn seine Partei, die SPD, offiziell als Bürgermeisterkandidaten für Bad Lippspringe nominiert. Und zwar einstimmig. „Das gibt starken Rückenwind”, ist Kleinemeyer überzeugt. Gern verweist der SPD-Bewerber auch darauf, dass er bereits im März als erster Kandidat sein Wahlprogramm für Bad Lippspringe vorgelegt habe; es ist unter anderem auch auf seiner Homepage marcus-kleinemeyer.de im Detail nachzulesen.

Einen rein medialen Wahlkampf, zum Beispiel über das Internet, sieht der SPD-Kandidat aber durchaus kritisch: „Das würde größere Bevölkerungsteile ausschließen und ist keine Alternative zum persönlichen Kontakt mit den Menschen.”

Leider sei das aktuell nur sehr eingeschränkt möglich - auch das betont Kleinemeyer: “Normalerweise könnte ich schon jetzt mit allen Teilen unserer Stadtgesellschaft in den Dialog treten und über meine Vorstellungen sprechen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Beschränkungen sukzessive gelockert werden, damit ein Wahlkampf auch außerhalb der Medien stattfinden kann. Sollte das nicht möglich sein, werde ich auch dafür eine passende Antwort finden.”

Übrigens: Das eigentlich für den 6. Juni geplante Bürgerfest der SPD Bad Lippspringe am Dedinger-Heide-See ist wegen der Corona-Krise abgesagt. „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben”, verspricht Kleinemeyer. „Das holen wir voraussichtlich nächstes Jahr nach.”

Hier geht es zur Vorstellung der beiden Kandidaten im WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT:

Ulrich Lange

Marcus Kleinemeyer

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