Internes Papier: Land stellt Bad Lippspringe 3,15 Millionen Euro in Aussicht
Kräftige Finanzspritze fürs Freibad

Bad Lippspringe (WB/per). Für den geplanten Neubau des Bad Lippspringer Freibades stehen Fördermittel in Höhe von 70 Prozent in Aussicht. Das geht aus einem internen Papier hervor, das im Vorfeld der Ratssitzung am heutigen Mittwoch (18 Uhr, Rathaus) allen Fraktionsmitgliedern zugegangen ist und auch dieser Zeitung vorliegt. Danach könnte die Stadt mit insgesamt 3,15 Millionen Euro an Zuschüssen durch das Land rechnen. Für die Kurstadt bliebe ein Eigenanteil in Höhe von 1,35 Millionen Euro. Voraussetzung, um in das Städtebauförderprogramm zu kommen, ist ein Antrag bis zum 30. September an die Bezirksregierung in Detmold.

Mittwoch, 26.08.2020, 11:08 Uhr aktualisiert: 26.08.2020, 11:12 Uhr
Das Thermal-Freibad der Stadt Bad Lippspringe. Nebenan befindet sich die Westfalen-Therme. Foto: Oliver Schwabe
Das Thermal-Freibad der Stadt Bad Lippspringe. Nebenan befindet sich die Westfalen-Therme. Foto: Oliver Schwabe

In dem von Bürgermeister Andreas Bee verfassten Schreiben wird betont, dass es Ziel sein könne und auch müsse, ein Freibad zu bauen, das für die nächsten 40 bis 50 Jahre betrieben werden könne. Nach Angaben Bees seien bislang zwei Freibäder in Ostwestfalen-Lippe mit Mitteln aus der Städtebauförderung gebaut worden, nämlich Bad Wünnenberg und Dörentrup (Kreis Lippe).

Laut dem Bürgermeister ist Bad Lippspringe nun sogar in der komfortablen Lage, sich zwischen zwei Fördertöpfen entscheiden zu können: „Unser Bundestagsabgeordneter Carsten Linnemann und ich stehen im telefonischen Austausch, weil wir plötzlich wieder auf dem Radar eines Bundesförderprogramms aufgetaucht sind, von dem wir zwei Jahre lang nichts gehört haben. Wir hatten uns 2018 an einem Interessenbekundungsverfahren beteiligt und keine Antwort erhalten. Nun hat mir Carsten Linnemann jüngst in Aussicht gestellt, dass wir uns bis Ende Oktober melden können, um mitzuteilen, ob wir an 1,9 Millionen Euro Bundesfördermittel für unser Freibad interessiert sind. Unsere damalige Interessenbekundung habe nun eine gute Chance, in dem Bundesprogramm berücksichtigt zu werden“, schreibt Bee an die Ratsmitglieder, um in der Folge zu präzisieren: „Würden wir uns entscheiden, uns dieser Förderung zuzuwenden, fielen wir bei der Städtebauförderung heraus. Denn eine Doppelförderung ist gesetzlich ausgeschlossen.“ Es stünden also 1,9 Millionen Euro 3,15 Millionen Euro gegenüber. Bee: „Damit dürfte klar sein, welche Entscheidung wir im Rat treffen müssen.“

Bürgermeister hofft auf einstimmigen Beschluss

In seinem Schreiben greift der Bürgermeister Stimmen vor, die behaupten könnten, dass bei der Bundesförderung womöglich das marode Freibad durch entsprechende Sanierungsmaßnahmen im Großen und Ganzen erhalten werden könnte. „Diese Hoffnung müsste ich solchen Stimmgebern aber nehmen. Es ist davon auszugehen, dass bei allen Förderprogrammen heutzutage Kriterien der Energieeinsparung und des Klimaschutzes elementare Voraussetzungen sind. Eine Sanierung des Altbestandes würde nach Berechnungen unseres externen Fachplaners höhere Kosten verursachen als der geplante Neubau.“ Nach Ansicht Andreas Bees erfülle die räumliche Lage der Becken und die Ausgestaltung des Freibades im Bestand nicht mehr die heutigen Anforderungen des Immissionsschutzes. Bei einem baulichen Eingriff dieser Größenordnung bestünde die Gefahr, dass der Bestandsschutz erlischt. Bee: „Ob unter diesen Vorgaben eine Sanierung im Bestand überhaupt genehmigungsfähig wäre, ist fraglich.“

Der Bürgermeister beendet sein Schreiben mit einem Appell: „Ich bitte die Fraktionen, mich mit einem starken Beschluss zugunsten der Städtebauförderung auszustatten. Ein einstimmiger Beschluss verstärkt die Antragsposition der Stadt Bad Lippspringe beim Land NRW deutlich. Ich glaube fest daran, dass uns das Land NRW bei diesem für die Zukunft unserer Stadt so wichtigen Projekt nicht allein lassen wird.“

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