CDU stellt erstmals hauptamtlichen Bürgermeister in Bad Lippspringe
Ulrich Lange schafft es auf Anhieb

Bad Lippspringe (WB). Ulrich Lange (CDU) hat es am Sonntag im ersten Wahlgang geschafft. 3514 Bad Lippspringer und damit 57,5 Prozent der Wahlberechtigten verhalfen dem 55-Jährigen zu einem deutlichen Sieg und kürten ihn zum ersten hauptamtlichen CDU-Bürgermeister der Badestadt. SPD-Mitbewerber Marcus Kleinemeyer (31,3 Prozent) und Martin Krewet (11,2 Prozent), der als parteiloser Kandidat von der Linken unterstützt wurde, mussten sich geschlagen geben.

Sonntag, 13.09.2020, 23:42 Uhr aktualisiert: 13.09.2020, 23:44 Uhr
CDU stellt erstmals hauptamtlichen Bürgermeister in Bad Lippspringe: Ulrich Lange schafft es auf Anhieb
Foto: Stahl

Kleinemeyer zeigte sich allerdings als fairer Verlierer und gratulierte Lange bereits vor Ende der Auszählung. „Ich werde alles dafür tun, dass die Stadt nach vorne kommt und gute Ideen selbstverständlich unterstützen“, versprach der SPD-Spitzenkandidat. Ulrich Lange war glücklich und auch ein wenig erleichtert über das deutliche Ergebnis. „Ich hatte schon eine schöne Motivationsrede für die mögliche Stichwahl vorbereitet”, räumte er ein. Die könne er nun wegwerfen. Mit dem Vertrauensvorschuss der Wähler will er demütig umgehen, verspricht Lange. „Das kann man nicht alleine schaffen. Meine Hauptaufgabe wird es sein, die Leute wieder an einen Tisch zu holen.“ Er sehe großes Potenzial in Bad Lippspringe. „Um das auszuschöpfen, wird es auf ein Miteinander ankommen.“

CDU-Fraktionschef Marius Peters räumte zwar ein, dass er gerne die 40 Prozent-Marke geknackt hätte, doch die Freude überwiege. „Wir hatten das Ziel, stärkste Fraktion zu werden und den Bürgermeister zu stellen. Beides haben wir erreicht.“ Mit 39 Prozent hat die CDU gegenüber 2014 (38,2 Prozent) ganz leicht gewonnen, allerdings auch den Wahlkreis von Heinrich Strate an FWG-Fraktionschef Markus Wille abgeben müssen. „Da hat sicher auch das Thema Windkraft eine Rolle gespielt“, mutmaßte Wille der sich über den Acht-Stimmen-Vorsprung freute. „Ich sehe das als Auftrag, den ich gerne annehme.“ Dass die FWG gegenüber 2014 2,1 Prozentpunkte verloren habe, liege auch daran, dass sie keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufbieten konnte.

Größter Gewinner sind auch in Bad Lippspringe die Grünen, die ihr 2014er-Ergebnis um gut 5 Prozentpunkte auf 13,71 steigern konnten. „Wir sind super zufrieden und hoffen, dass wir auch ein viertes Ratsmandat dazugewinnen werden“, sagte Fraktionschefin Dr. Gerda Werth. Zum einen habe sicher die allgemeine Stimmungslage zum Erfolg beigetragen, zum anderen hätten die Grünen in Sachen Klimaschutz Akzente setzen können.

SPD-Fraktionschef Kurt Süpke hätte sich eine Stichwahl um das Bürgermeisteramt gewünscht. „Trotzdem muss man sehen, dass 31,2 Prozent für einen SPD-Kandidaten in Bad Lippspringe ein sehr gutes Ergebnis sind.“ Dass das der Partei nicht mehr Rückenwind gegeben habe, führte er auch auf den Bundestrend zurück.

Enttäuscht war auch der parteilose Kandidat Martin Krewet , der auf Listenplatz drei für die Linke auch nicht mit einem Ratsmandat rechnet. Als sachkundiger Bürger stehe er aber weiterhin zur Verfügung. Enttäuscht waren alle Verantwortlichen von der schlechten Wahlbeteiligung mit 48,5 Prozent.

Kommentar

Diejenigen Bad Lippspringer, die zur Wahl gegangen sind, haben ein eindeutiges Votum für Ulrich Lange abgegeben. Nachdem er sich 2009 CDU-intern nicht als Bürgermeisterkandidat durchsetzen konnte, hat er jetzt einen Durchmarsch hingelegt. Nicht nur die CDU, die ihn einstimmig nominiert hat, sondern auch die Mehrheit der Wähler traut dem 55-Jährigen zu, Bad Lippspringe für die Zukunft fit zu machen – nicht zuletzt, weil er einen hoch motivierten und überzeugenden Wahlkampf abgeliefert hat. Viel zu viele Bad Lippspringer haben ihre Stimme allerdings gar nicht erst abgegeben. Sie zu erreichen, wird eine große Herausforderung für den neuen Bürgermeister und alle Parteien im Stadtrat sein.      Maike Stahl

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