Bad Lippspringer Verwaltung und drei Schausteller ziehen an einem Strang
Ein Hauch von Kirmes in der Kurstadt

Bad Lippspringe (WB). Wegen der Corona-Pandemie ist auch das Stadtfest in Bad Lippspringe abgesagt worden (das WV berichtete). Auf Lebkuchenherzen, Popcorn und den anheimelnden Duft von gebrannten Mandeln werden die Badestädter aber auch in diesem Jahr nicht ganz verzichten müssen. Mithilfe der Stadt sorgen drei ortsansässige Schausteller in der Fußgängerzone zumindest für ein bisschen Kirmesgefühl.

Donnerstag, 17.09.2020, 07:34 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 07:36 Uhr
In direkter Nachbarschaft zum Bad Lippspringer Rathaus hat Gisela Steinkamp-Kohlwes (rechts) ihren Verkaufsstand mit gebrannten Mandeln und Nüssen aufgebaut – auch zur Freude von Innenstadtmanagerin Daniela Freyer. Foto: Klaus Karenfeld
In direkter Nachbarschaft zum Bad Lippspringer Rathaus hat Gisela Steinkamp-Kohlwes (rechts) ihren Verkaufsstand mit gebrannten Mandeln und Nüssen aufgebaut – auch zur Freude von Innenstadtmanagerin Daniela Freyer. Foto: Klaus Karenfeld

Gisela Steinkamp-Kohlwes entstammt einer Schausteller-Familie mit einer langen Tradition. „Und die reicht immerhin bis ins Jahr 1913 zurück“, sagt sie nicht ohne Stolz. Schon die Eltern und Großeltern waren mit ihren Verkaufsständen auf den vielen großen und kleinen Volksfesten vertreten.

Ein Blick in den Terminkalender 2020 lässt Gisela Steinkamp-Kohlwes dann doch etwas wehmütig werden: „In diesen Tagen wären wir eigentlich beim Katharinenmarkt in Delbrück mit von der Partie.“ Doch auch dieses Volksfest findet in Zeiten von Corona nicht statt. „Seit März reiht sich eine Absage an die andere“, bedauert sie. Um so dankbarer sei ihre Familie über das Angebot der Badestadt, „dass wir in den kommenden Wochen ein bisschen Kirmesgefühl nach Bad Lippspringe bringen dürfen.“

Thomas Wibbe verwöhnt seine Kunden in Bad Lippspringe mit Schokofrüchten, Popcorn und Lebkuchenherzen.

Thomas Wibbe verwöhnt seine Kunden in Bad Lippspringe mit Schokofrüchten, Popcorn und Lebkuchenherzen. Foto: Klaus Karenfeld

Innenstadtmanagerin Daniela Freyer hört das gerne: „Uns war es wichtig, auch den ortsansässigen Schaustellern in diesen schwierigen Zeiten zu helfen.“ Von der Idee für eine kleine Kirmes am Ort bis hin zur Umsetzung habe es nur wenige Tage gedauert.

Gebrannte Mandeln und Nüsse – täglich frisch im Mandeltopf zubereitet – sind die Spezialität des Familienbetriebs Steinkamp. Mit der bisherigen Resonanz auf ihren Verkaufsstand in Bad Lippspringe zeigt sich die couragierte Geschäftsfrau sehr zufrieden: „Besonders am vergangenen Sonntag, als das Kürbisfestival in Bad Lippspringe öffnete, hat es hier richtig gebrummt. So kann es weitergehen.“ Steinkamps Verkaufsstand ist an prominenter Stelle in der Badestädter Fußgängerzone zu finden, nur wenige Meter vom Rathaus entfernt. Die täglichen Öffnungszeiten sind von 10.30 Uhr bis 13 Uhr sowie nachmittags von 15 bis 18 Uhr.

Vorsichtig optimistisch

Reinhard Böttner ist ebenfalls Schausteller mit Leib und Seele. Er führt sein Geschäft bereits in dritter Generation und verfügt selbst über eine 40-jährige Berufserfahrung. Auf den großen und kleinen Volksfesten ist Böttner unter anderem mit einem Fischwagen und einem Schießstand präsent. In Bad Lippspringe hat er am Eingang zum Gartenschaugelände sein Bungee-Trampolin aufgebaut. Die ersten Tage stimmen ihn vorsichtig optimistisch: „Der Auftakt war gut. Unser Bungee-Trampolin ist besonders bei den Kindern sehr beliebt.“ Böttner öffnet sein Sport- und Spielgerät montags bis samstags jeweils um 14 Uhr und sonntags ab 11 Uhr.

Reinhard Böttner ist mit Leib und Seele Schausteller. In Bad Lippspringe ist er mit seinem Bungee-Trampolin vertreten.

Reinhard Böttner ist mit Leib und Seele Schausteller. In Bad Lippspringe ist er mit seinem Bungee-Trampolin vertreten. Foto: Klaus Karenfeld

Für das Schausteller-Gewerbe insgesamt sagt Böttner schwierige Zeiten voraus: „Meine Kollegen und ich haben in der Vergangenheit immer wieder vor der einen oder anderen Herausforderung gestanden und sie gemeistert. Aber die Corona-Pandemie toppt alles. In dieser Situation greifen wir quasi nach jedem Strohhalm.“ Besonders die jungen Kollegen hätten viel Geld in neue Verkaufsstände und Fahrgeschäfte investiert. Doch die erhofften wie notwendigen Einnahmen blieben jetzt aus. Böttner rechnet damit, dass bis zu 30 Prozent der Schausteller am Ende aufgeben werden.

Am Eingang zum Arminiuspark ist der Süßigkeitenstand von Yvonne Stein zu finden. „Mit Schokolade überzogene Bananen, Weintrauben und Erdbeeren sind der Renner bei unseren großen und kleinen Kunden“, weiß ihr Ehemann Thomas Wibbe im Gespräch zu berichten.

Eigentlich wollten er und seine Ehefrau unmittelbar nach Ende der Winterpause im März wieder durchstarten: „Doch dann kam Corona und hat uns einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Mindestens bis Ende September

Umso mehr freuten sie sich, als im Juli das Angebot der Nachbargemeinde Schlangen eintraf, in der dortigen Ortsmitte einen Kirmeswagen aufzustellen. Und das Geschäft lief besonders in der Anfangszeit sehr gut: „Neben Schokofrüchten sind hier auch Popcorn und Lebkuchenherzen besonders gefragt. Wir hoffen jetzt auch auf eine entsprechend gute Resonanz in Bad Lippspringe“, so Wibbe abschließend.

Die kleine Kirmes in Bad Lippspringe wird mindestens bis Ende September dauern. „Sollten die Rückmeldungen gut sein, steht aber einer Verlängerung nichts im Wege“, verspricht Daniela Freyer.

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