Senne-Öffnung: Ausflügler ärgern sich über falsche Informationen – Kommunen intensivieren Dialog mit Briten
Vor geschlossenen Schranken

Bad Lippspringe/Schlangen -

Das frühlingshafte Wetter hat viele Leute am Wochenende nach draußen gelockt. Inmitten des zweiten Lockdowns freuten sich Ausflügler in der Senne auf Sonne und frische Luft. Doch die Freude währte nicht lange, denn entgegen der veröffentlichten Informationen waren die Durchfahrtsstraßen geschlossen.

Dienstag, 23.02.2021, 02:25 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 02:30 Uhr
Geschlossene Schranken der Durchfahrtsstraßen des Truppenübungsplatzes Senne sorgen immer wieder für Unmut.
Geschlossene Schranken der Durchfahrtsstraßen des Truppenübungsplatzes Senne sorgen immer wieder für Unmut. Foto: Jörn Hannemann

„Die Internetseiten der Gemeinde Schlangen und der Britischen Streitkräfte Sennelager gaben bekannt, dass die Straßen durch den Truppenübungsplatz Senne am Wochenende geöffnet wären“, berichten Hans-Werner und Gertrud Schröder. Die Eheleute freuten sich darauf, endlich wieder mit dem Fahrrad durch die Senne zu fahren. „Umso mehr waren wir – wie auch viele andere Radler und Autofahrer – überrascht, als wir dann vor geschlossenen Schranken standen. Bei unserer Weiterfahrt am Rande des Truppenübungsplatzes trafen wir auf einen Mitarbeiter der Range-Control, der uns auf Nachfrage die freundliche Auskunft gab, dass die Senne wegen Straßenschäden, hervorgerufen durch Panzer-Querungen und Frost, geschlossen werden musste“, erzählen die Schröders und fügen hinzu: „Wie wir war auch er sehr darüber verwundert, dass die Internetseiten eine Falschinformation zu der Öffnung verbreitet hatten, zumal bereits seit mehreren Tagen bekannt sei, dass man die Durchgangsstraßen nicht freigeben könne.“ Wie für das Ehepaar Schröder endete auch für einen passionierten Radfahrer aus Sennelager seine Tour mit einer Überraschung. „Die Portale der Anliegerkommunen Hövelhof, Schlangen und Bad Lippspringe hatten alle angezeigt, dass die Durchfahrtsstraßen geöffnet seien. Dementsprechend habe ich meine Route geplant. Doch wie so viele stand ich in Staumühle vor der geschlossenen Schranke“, erzählt er.

Austausch soll intensiviert werden

Passenderweise haben die Stadt Bad Lippspringe und die Gemeinde Schlangen am Montag eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der es um die Senne, die militärische Nutzung durch die Briten und auch die Öffnungszeiten geht. Darin heißt es: „Auf Initiative der Bürgermeister Marcus Püster und Ulrich Lange haben die Gemeinde Schlangen und die Stadt Bad Lippspringe eine Initiative gestartet, um den Dialog mit den britischen Streitkräften im Hinblick auf die Nutzung und Übungen in der Senne zu intensivieren.“ In einem ersten Gespräch hätten alle Beteiligten bekräftigt, sich zukünftig wieder stärker auszutauschen.

Ein Auslöser für den Dialog seien aktuelle Beschwerden über Lärmbelästigungen vom Truppenübungsplatz in der Senne. „Da die letzte große Übung dort im Jahr 2016 stattgefunden hat, äußerten sich einige Bürger irritiert über die jüngsten Aktivitäten“, steht in der Pressemitteilung. Der Britische Verbindungsoffizier Ruaraidh McGregor und der Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Rafael Wartanian, hätten sich bei dem ersten Kennenlernen im Bürgerhaus Schlangen offen für einen weiterführenden Dialog gezeigt. McGregor begründete die derzeitigen Übungen mit der internationalen Sicherheitslage und erläuterte, „dass bedauerlicherweise Lärm bei Scharfschießen unvermeidlich ist“. Allerdings werde das Simulationszentrum in der Normandy-Kaserne (das laut Pressemitteilung mehr als 200 Millionen Euro gekostet hat) so oft wie möglich genutzt und reduziere den Lärm erheblich. Zur weiteren Lärmabschottung sei die Anlage zusätzlicher Wälder und Wälle in Planung.

Eine Rhine-Army-Summer-Show im Kleinformat?

Um die Bürger in den Anrainerkommunen künftig stärker bei Fragen zum Truppenübungsplatz mitzunehmen, wollen die Beteiligten die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit intensivieren. Grundlage der Beziehungen bleibe die Sennevereinbarung. „Ein transparenter und optimierter Informationsfluss zu den Nutzungen der Senne ist sehr wichtig für uns. Die Öffnungszeiten der Senne müssen zukünftig wieder verlässlich sein“, betonten Lange und Püster in dem Gespräch. Dazu könnten beispielsweise Infotafeln mit den Öffnungszeiten beitragen, die digital oder per App gesteuert werden. Weitere Ideen zur Stärkung des Zusammenhaltes seien Infostände der Briten bei Terminen in den Kommunen oder ein gemeinsames Fest ähnlich der früheren Rhine-Army-Summer-Show, wenn auch in einer anderen Größenordnung. Auf Anregung der beiden Bürgermeister solle auch intensiv geprüft werden, ob bei Übungen die nicht betroffenen Teile der Senne für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

In einem nächsten Treffen mit allen Bürgermeistern und Landräten der Anrainerkommunen und -kreise soll die zukünftige Vorgehensweise konkret besprochen werden.

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