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Sa., 25.11.2017

Investoren ziehen Anträge für das Oberfeld in Bad Wünnenberg zurück Verzicht auf weitere Windräder

Im Stadtgebiet von Bad Wünnenberg drehen sich derzeit 95 Windräder. Im Oberfeld in der Kernstadt werden vorerst keine Windräder errichtet.

Im Stadtgebiet von Bad Wünnenberg drehen sich derzeit 95 Windräder. Im Oberfeld in der Kernstadt werden vorerst keine Windräder errichtet. Foto: Besim Mazhiqi

Bad Wünnenberg (WB/eb/seb). Im Oberfeld in Bad Wünnenberg werden vorerst keine Windräder gebaut. Die Investoren haben ihre beiden Anträge für den Bau von sieben Windrädern zurückgezogen.

Die WP Bad Wünnenberg Süd GmbH wollte die Anlagen am Ortsausgang der Kernstadt an der B480 errichten. Den Bau der Windräder mit einer Nabenhöhe von 147 Metern hatte die Investorengruppe bereits 2012 auf den Weg gebracht.

»Ein Grund, weswegen wir die Anträge zurückgenommen haben, ist die Einführung des Ausschreibungsverfahrens für die Windenergie. Mit einer Einspeisevergütung von weniger als vier Cent pro Kilowattstunde lassen sich die von uns beantragten Anlagen nicht wirtschaftlich betreiben«, sagte Geschäftsführer Werner Ebbers.

Investoren wollen abwarten, was sich auf politischer Ebene tut

Zudem durchkreuze der Neubau der B480 das geplante Gebiet, das sich aufgrund seiner Topografie für Windräder »hervorragend« eigne. Die Investoren wollen nach Angaben von Werner Ebbers zunächst einmal abwarten, was auf bundes- und landespolitischer Ebene passiere. Bei den Windenergietagen in Bad Driburg sei angeklungen, dass bei den Ausschreibungsverfahren nachgebessert werden solle.

Die Investoren haben damit der immer mal wieder hochkochenden Windkraftdebatte in Bad Wünnenberg vorerst mächtig Wind aus den Segeln genommen. »Ich begrüße, dass die Investoren die Planungen der Stadt berücksichtigt haben. Das gibt der Stadt Planungssicherheit«, sagte Bürgermeister Christoph Rüther am Freitag. Das Oberfeld ist eines der wenigen Gebiete, auf dem noch Bauland ausgewiesen und sich die Kurstadt weiter entwickeln kann.

In Bad Wünnenberg stehen 95 Windräder

Dieselben Investoren verzichten auch auf den Bau von zwei Windrädern am Hirschweg im östlichen Sintfeld, wie Pressesprecherin Michaela Pitz auf Anfrage bestätigte. Für den Hirschweg waren insgesamt sieben neue Windräder geplant.

In Bad Wünnenberg stehen derzeit 95 Windräder, 76 Anlagen sind es in den Konzentrationszonen, 19 stehen außerhalb davon. Zudem sind vier weitere Windräder innerhalb der für Windenergie vorgesehenen Flächen genehmigt, aber noch nicht errichtet worden. 18 weitere Windräder sind in den Konzentrationszonen in Planung und acht außerhalb der Vorranggebiete für die Windenergie. Weitere acht Anlagen werden noch zurückgebaut.

Im Rathaus wartet der Bürgermeister weiter auf eine Nachricht aus Münster

Die Bürgerinitiative »Bad Wünnenberger Windvernunft« sieht in dem Rückzug der Investoren die »erfreulichste Nachricht seit Jahren«. »Die BI mit all ihren Aktivisten möchte erreichen, dass auch die letzten Windräder, die außerhalb der Konzentrationszonen beantragt worden sind, zurückgezogen werden. Und auch die Klage gegen den F-Plan sollte von den Windbaronen fallen gelassen werden, denn es gibt kaum noch Gründe für eine Klage«, sagte BI-Sprecher Johannes Schäfer.

Bürgermeister Christoph Rüther wartet derweil weiter auf eine Nachricht aus Münster: Vor dem dortigen Oberverwaltungsgericht (OVG) ist nach wie vor eine Normenkontrollklage gegen den Flächennutzungsplan anhängig. Einen Termin für die Verhandlung gibt es noch nicht.

 

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