Fr., 09.11.2018

Haushalt 2019 für Bad Wünnenberg eingebracht Das Minus wird geringer

Kämmerer Friedhelm Wächter (links) und Bürgermeister Christoph Rüther haben den Kurstädter Haushaltsplan für 2019 eingebracht. Unter anderem stehen im nächsten Jahr Sanierungsarbeiten am Schulzentrum an.

Kämmerer Friedhelm Wächter (links) und Bürgermeister Christoph Rüther haben den Kurstädter Haushaltsplan für 2019 eingebracht. Unter anderem stehen im nächsten Jahr Sanierungsarbeiten am Schulzentrum an. Foto: Marion Neesen

Von Marion Neesen

Bad Wünnenberg (WB). In der Kurstadt wird im nächsten Jahr ein Rekord geknackt. Erstmals sollen mehr als zehn Millionen Euro investiert werden. »Wir haben einige große Projekte auf der Agenda«, sagte Bürgermeister Christoph Rüther bei der Haushaltseinbringung gestern Abend. Dabei sind die Tilgung der »weißen Flecken« in der Glasfaserlandschaft, die Sanierung des Schulzentrums und der Bau eines neuen Gerätehauses die größten Positionen.

Kämmerer Friedhelm Wächter hat einen Haushaltsplan mit einem Ertragsvolumen von rund 32,2 Millionen Euro ausgearbeitet. Demgegenüber stehen auf der Ausgabenseite 32,4 Millionen Euro, so dass sich ein Defizit von etwa 245.000 ergibt, das über die Rücklage ausgeglichen wird. »Wir konnten den Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringern – um eine halbe Million Euro. Das Minus wird geringer«, erläuterte Rüther.

Das meiste Bad Wünnenberger Geld verschlingt mit rund zehn Millionen Euro die Kreisumlage, wobei der Bürgermeister ein positives Signal aus dem Kreishaus vernahm. Die Wünnenberger zahlen 61.000 Euro weniger als im Vorjahr. Als zweiter großer Posten schlagen die Personalkosten mit 9,1 Millionen Euro bei 238 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Buche; 61 Prozent davon sind in den Kindergärten beschäftigt. Christoph Rüther warnte davor, hier den Rotstift anzusetzen. »Wir dürfen auf keinen Fall den Fehler machen, im Personalbereich Kosten zu senken und an den Menschen zu sparen, die für unsere Stadt stehen, die Projekte vorantreiben und – mit Blick auf die Kindertagessstätten – unserem Nachwuchs den Weg ins Leben bereiten«, sagte Rüther.

Glasfaserausbau und neues Feuerwehrgerätehaus

Für die Investitionen in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro erwarten Rüther und Wächter Zuwendungen von etwa 8,8 Millionen Euro. »Bei keiner einzigen Investition handelt es sich um eine Spielerei, sondern um Projekte, die wir angehen müssen«, erläuterte Rüther. Als ein solches Zukunftsprojekt betrachtet er den Breitbandausbau. So schlug die Verwaltung in einem folgenden Tagesordnungspunkt der Ratssitzung den Mandatsträgern vor, sich gemeinsam mit weiteren Kommunen des Kreises Paderborn am Förderprogramm zur Glasfaserverlegung in die Außenbereiche zu beteiligen. Nutznießer sollen im Stadtgebiet 160 Adressen sein. Insgesamt würde die Versorgung dieser weißen Flecken acht Millionen Euro kosten. 90 Prozent der Kosten übernimmt dabei der Bund, so dass Bad Wünnenberg in den nächsten drei Jahren 800 000 Euro aufbringen muss. Kämmerer Friedhelm Wächter hat für 2019 bereits zwei Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. »Warten wir jetzt zu lange, fährt der Zug ohne uns aus dem Bahnhof«, befürchtete Christoph Rüther.

In die energetische Sanierung des 40 Jahre alten Schulzentrums will die Stadt in den nächsten drei Jahren drei Millionen Euro investieren. »Fenster und Fassaden sind ein Thema«, so Rüther. Für 2019 ist eine Million Euro veranschlagt. Fördermittel in Höhe von 65 Prozent werden erwartet. Weitere 130.000 Euro sind für die Renovierung von Fachräumen vorgesehen.

Für das neue Feuerwehrgerätehaus wird zwar noch ein Standort gesucht, eine Million Euro soll aber schon einmal vorgesehen werden. Insgesamt wird der Neubau 1,6 Millionen Euro kosten. »Bei der Standortwahl müssen wir die Einsatzzeiten berücksichtigen. Es kann ein städtisches, aber auch ein privates Grundstück in Frage kommen. Gebaut werden muss aber auf jeden Fall in der Kernstadt«, erläuterte Rüther. Baubeginn soll 2019 sein.

Auch die Ikek-Projekte haben die Kurstädter längst nicht abgeschrieben, auch wenn sich die Umsetzung verzögert hat. »Wir wollen mit acht Projekten an den Start gehen«, so Rüther. Priorität hat dabei die Gestaltung der Mariengrotte in Bleiwäsche. 250.000 Euro sind im Haushalt eingeplant.

Finanzieren will Kämmerer Friedhelm Wächter die Ausgaben hauptsächlich über die Gewerbesteuereinnahmen, die er mit 9,5 Millionen Euro beziffert. Aus der Einkommensteuer erwartet Wächter 5,7 Millionen Euro. Gute Nachricht für alle Bürger: Gebühren werden nicht erhöht. An dieser Schraube wird vermutlich erst im Haushaltsjahr 2020 gedreht. Allerdings wird die Grundsteuer B angehoben, so dass sich Hauseigentümer auf Mehrausgaben je nach Grundstücksgröße von 10 bis 20 Euro einstellen müssen.

 

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