Do., 30.05.2019

Ermittlungen zum Kneipenstreit in Bad Wünnenberg laufen weiter Schuss in Hals beinahe tödlich

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Bad Wünnenberg-Haaren (WB/upf). Jetzt kommen neue Informationen über den beinahe tödlichen Schuss ans Tageslicht, den ein 35-jähriger Gaststättenbesucher in Bad Wünnenberg Mitte März erlitten hat.

Zugetragen hatte sich das Ganze zu nächtlicher Stunde in einer Haa­rener Kneipe. Dort war der später verletzte 35-Jährige mit einem anderen Gast zunächst verbal in Streit geraten. Nach Informationen dieser Zeitung sollen beide alkoholisiert gewesen sein – der 35-Jährige soll dem 63 Jahre alten Mann mehrfach mit einem Kugelschreiber vor dem Gesicht herumgefuchtelt und angedeutet haben, zuzustechen.

Kugelschreiber als Waffe

Der Kontrahent soll darauf hin einen eigenen Kugelschreiber aus der Jackentasche gezogen haben: Bei diesem handelte es sich jedoch nicht um ein normales Schreibgerät, sondern eine verbotene Waffe – einen so genannten Schießkugelschreiber. Aus diesem wurde dann ein Schuss abgegeben, der den 35-Jährigen in den Hals traf.

Der Mann soll jedoch die lebensgefährliche Verletzung zunächst gar nicht richtig wahrgenommen haben – erst auf der Toilette habe er dann die blutende Wunde bemerkt. Er wurde notoperiert, die Kugel steckte noch im Hals. Der Mann musste mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben.

Absicht oder nicht?

Bisher ist noch nicht klar, ob der Schuss absichtlich abgefeuert wurde: Der 63-Jährige soll sich darauf berufen, der Schuss habe sich ohne sein Zutun plötzlich aus der Waffe gelöst. Er will nicht gewusst haben, dass die Waffe geladen gewesen sei.

So genannte Schießkugelschreiber gehören nach dem Waffengesetz zu den verbotenen Gegenständen: Es gibt keine Erlaubnisse, sie zu besitzen, da sie nicht als Waffen zu erkennen sind. Sie lassen sich bereits von versierten Heimwerkern mit geeignetem Werkzeug herstellen – was natürlich ebenso verboten ist, wie sie zu besitzen. Nach wie vor ermittelt die Staatsanwaltschaft Paderborn wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

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