Di., 11.02.2020

Kinderliedermacher Daniel Kallauch gibt Konzert in Bad Wünnenberg Spaß mit Tiefgang

Kinderliedermacher Daniel Kallauch kommt am Mittwoch, 12. Februar, nach Bad Wünnenberg. Das Team des Kindergottesdienstes hat ihn zum Konzert eingeladen.

Kinderliedermacher Daniel Kallauch kommt am Mittwoch, 12. Februar, nach Bad Wünnenberg. Das Team des Kindergottesdienstes hat ihn zum Konzert eingeladen.

Bad Wünnenberg (WB). Kinder lieben Daniel Kallauch – und natürlich den frechen Spaßvogel Willibald, den er bei seinen Konzerten stets mit dabei hat. Am Mittwoch, 12. Februar, gibt der Liedermacher ein Konzert in der Schützenhalle in Bad Wünnenberg. Im Vorfeld hat sich WV-Redakteurin Hanne Hagelgans mit ihm unterhalten.

Sie singen seit fast 30 Jahren für Kinder. Begleiten Sie damit jetzt schon die zweite Generation?

Daniel Kallauch: Es vergeht eigentlich kein Auftritt, an dem nicht eine Mutter kommt und sagt, dass sie selbst meine Lieder schon als Kind gehört hat und dass sie sie auch heute noch mag. Das ist schön! Und das ist ja auch das Faszinierende an Musik, dass man nicht weiß, wenn man ein Lied schreibt: Kommt das an? Wollen andere das wirklich mitsingen? Trägt sich das auch alleine weiter?

 

Einige Ihrer Lieder wie „Einfach spitze“ sind inzwischen ja tatsächlich schon zu richtigen Kindergottesdienst-Klassikern geworden.

Kallauch: Es ist wirklich toll: Man kommt irgendwo hin und alle kennen das Lied und singen mit. Das ist dann auch für mich schön.

 

Werden die Auftritte nach knapp 30 Jahren auf der Bühne für Sie zur Routine oder ist jedes Konzert anders? Sind Sie vorher noch aufgeregt?

Kallauch: Eine gewisse Routine ist da und hilft natürlich auch. Aber jeder Auftritt ist anders – der Ort, die Bühne, und jeder Tag ist ja auch anders. Ich bereite mich vor, indem ich die Stunde vor dem Auftritt in der Regel allein in der Garderobe verbringe. Ich singe mich dann warm, gehe aufs Trampolin und konzentriere mich. Eine gewisse Anspannung ist schon da, und die ist auch wichtig.

Sie sprechen selbst nicht von Kinderkonzerten, sondern von Familienshows und sprechen die ganze Familie an. Welchen Stellenwert hat dabei der christliche Hintergrund Ihrer Musik?

Kallauch: In meinem Programm „Ganz schön stark“ geht es um den Umgang mit Niederlagen und Rückschlägen. Das Stichwort, das so nicht vorkommt, aber dahinter steht, heißt Resilienz. Die Forschung sagt, dass dabei die Eltern, die Freunde und die religiöse Bindung, sprich: Gott, wichtig sind. Und zwar ganz unabhängig davon, welcher Religion man angehört. Es geht einfach um das Vertrauen, dass es eine höhere Macht gibt, von der ich ein Stück weit abhängig bin, und dass nicht alles in meiner Hand liegt. Die Kinder sehen in meinem Programm den Spaß und das Lustige. Die Eltern hören aber noch eine andere Ebene. Wenn es dann zu Hause vielleicht auch mal schwierig wird, können die Eltern darauf zurückkommen und sagen: Erinnere dich doch mal, was war denn da mit dem Willibald....

Bei vielen Konzerten für Kinder kommen die Kinder nach vorn, die Eltern bleiben hinten. Warum machen Sie das anders?

Kallauch: Die Eltern sitzen hinten und gucken aufs Smartphone, und die Kinder springen vor der Bühne herum – ich glaube, die Show hat eine stärkere Wirkung, wenn man sie als Familie erlebt und eine schöne Qualitätszeit gemeinsam verbringt. Das ist das, was ich den Familien schenken möchte.

 

Haben sich ihrem Eindruck nach die Kinder in den vergangenen 30 Jahren verändert?

Kallauch: Die Kinder sind immer Kinder, die Eltern haben sich verändert. Viele Eltern sind heute sehr verunsichert, was sie ihren Kindern noch an Grenzen setzen dürfen und sollen. Sie lassen einfach vieles laufen. Und das führt zu einer Verunsicherung bei den Kindern. Ich bin davon überzeugt, dass Kinder Grenzen brauchen. Wie eng ich die stecke, ist Ermessenssache und hat sich gegenüber der Generation unserer Eltern sicherlich auch geändert.

 

Ursprünglich wollten sie Pastor werden. Sehen Sie Parallelen zwischen ihrem früheren Wunschberuf und ihrer jetzigen Tätigkeit?

Kallauch: Das war erstmal schmerzhaft für mich, zu realisieren: Ich habe fünf Jahre studiert, zwei Jahre ein Vikariat gemacht, um dann festzustellen: Ich bin dafür gar nicht geeignet. Das hat mich erstmal in eine Krise gestürzt. Parallel dazu fing aber meine Kindermusik an, die ich beruflich anpacken konnte. Ich bekomme von Eltern oft die Rückmeldung, dass meine Lieder das Gottesbild ihrer Kinder mit geprägt haben. Meine Lieder hätten etwas zum Ausdruck gebracht, was ihnen als Eltern nicht so ohne weiteres möglich ist. Das ist natürlich etwas sehr Schönes. Und da kommt dann auch meine theologische Ausbildung wieder zum Tragen. Ich versuche, etwas ja auch Kompliziertes und Geheimnisvolles über Gott auszudrücken, das Kinder in ihrer Vorstellungswelt nachvollziehen können, aber ohne dass es platt daherkommt. Da spüre ich auch eine große Verantwortung.

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