Fürstenberger wollen Zehntscheune zum Veranstaltungsort machen
Pralles Leben im alten Gemäuer

Bad Wünnenberg (WB). Die Fürstenberger Zehntscheune, die zuletzt als Lagerstätte des Bauhofs genutzt worden ist, soll bald zum Schauplatz vielfältiger Kulturveranstaltungen werden. Das wünschen sich die Mitglieder des Vereins „Pro Fürstenberg“, die jetzt eine Bewerbung für finanzielle Unterstützung auf den Weg gebracht haben.

Dienstag, 01.09.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 15:04 Uhr
Früher wurden in der Bruchsteinscheune mitten in Fürstenberg die Naturalabgaben der Einwohner an den Lehnsherren gelagert, später nutzte diese der Bauhof. Nun soll das historische Gebäude zu einem kulturellen Veranstaltungsort werden. Foto: Brigitta Wieskotten
Früher wurden in der Bruchsteinscheune mitten in Fürstenberg die Naturalabgaben der Einwohner an den Lehnsherren gelagert, später nutzte diese der Bauhof. Nun soll das historische Gebäude zu einem kulturellen Veranstaltungsort werden. Foto: Brigitta Wieskotten

Im sogenannten „Bundbrief der Herren von Westphalen“ wurde 1449 die „Freiheit Fürstenberg“ gegründet. Als Gegenleistung für den Schutz und die Nutzung des Landes waren die Bauern verpflichtet, Naturalabgaben und Hand- und Spanndienste an den Lehnsherren zu leisten. Diese Abgaben wurden in der aus schweren Bruchsteinen gemauerten Zehntscheune gelagert.

Nutzung als kultureller Veranstaltungsort

Dieses Gebäude soll nun als „KulturScheune 1a“ (die postalische Adresse lautet „Am Schlosspark 1a“) zu einem kulturellen Ort für das Dorf Fürstenberg, die Stadt Bad Wünnenberg und die ganze Region werden. Genuss, Begegnungen, Workshops und unterschiedlicheste Aufführungen sollen dort für die Fürstenberger Bevölkerung und Gäste aus weiterem Umkreis angeboten werden. Ermöglichen soll das ein Förderprogramm des Landes namens „Dritte Orte im Ländlichen Raum im Land NRW“.

Die Idee ist dabei, die vorhandenen Stärken des ländlichen Raumes positiv zu nutzen. Diese Stärken und Potentiale sind kurze Wege, persönliche Verantwortung der Menschen vor Ort, unmittelbare Kommunikation, hohes Engagement, Kreativpotential und eine ausgeprägte Mitmachbereitschaft.

Das zeigt sich schon an 150 geplanten, ganz unterschiedlichen und vielfältigen Veranstaltungen in der neuen Kulturscheune, die in nur acht Wochen Vorbereitungszeit von engagierten Bürgern ins Programm für die Bewerbung aufgenommen wurden. Dazu gehören Tanztheater, Filmvorführungen, Fotokurse, Poetry Slam, eine Buchausstellung, Kindertheater, eine Nähewerkstatt und noch vieles mehr. Doch die Fürstenberger können dazu auch auf einen großen Pool an Aktiven setzen: Allein im Ortsteil gibt es 31 kulturtreibende Vereine und Gemeinschaften sowie weitere informelle Gruppen.

Der Verein Pro Fürstenberg mit einem großen Helfer-Team um den Vorsitzenden Reimund Günter ist davon überzeugt, dass es mit dem „Dritten Ort“ gelingen wird, Identität zu stiften und etwas Gutes für das Dorf und die Stadt zu erreichen. Der Verein beschreibt die „KulturScheune 1a“ in seiner Bewerbung als einen Treffpunkt für Kultur, Genuss und Gemeinschaft.

Kein Austragungsort privater Veranstaltungen

Dabei soll die neue Einrichtung keineswegs eine Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie oder vorhanden Veranstaltungsräumen wie der Schützenhalle oder dem Schafstall des FCC werden. Für private Veranstaltungen wird das Gebäude nicht zur Verfügung stehen. „Es soll Veranstaltungsraum sein für Projekte, die sonst nicht durchführbar wären“, erläutert Reimund Günter.

Die Initiatoren erhoffen sich im Rahmen des Programms „Dritte Orte“ eine Förderung von 450.000 Euro, während die Gesamtkosten auf 675.000 Euro berechnet wurden. Verwendet werden soll das Geld, um die notwendige Technik zu installieren und die Scheune herzurichten und auszustatten. So will der Verein „Pro Fürstenberg“ im kommenden Jahr 2021 den Kulturbetrieb aufnehmen – auch unter Corona-Bedingungen, wenn das notwendig sein sollte.

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