Neuer Internetauftritt zum Projekt „Streuobstwiesen aktiv“ – der Wünnenberger Zuckerapfel hat es in sich
Wissen vor dem Vergessen bewahren

Bad Wünnenberg -

Der Wünnenberger Zuckerapfel hat es in sich. Denn er ist besonders reich an Polyphenolen. „Die sind gut für unsere Gesundheit, weil sie eine antioxidative Wirkung haben“, weiß Ulrich Klinke, „kurz gesagt, sie sorgen dafür, dass unser Körper nicht rostet.“

Dienstag, 09.03.2021, 00:07 Uhr aktualisiert: 09.03.2021, 00:10 Uhr
Friederike Stelzner-Langner und Ulrich Klinke würden gern mit dem Projekt Streuobstwiesen wieder so richtig durchstarten. Zwischenzeitlich hält aber auch der neue Internetauftritt alles Wissenswerte bereit.
Friederike Stelzner-Langner und Ulrich Klinke würden gern mit dem Projekt Streuobstwiesen wieder so richtig durchstarten. Zwischenzeitlich hält aber auch der neue Internetauftritt alles Wissenswerte bereit. Foto: Marion Neesen

Der Wünnenberger Zuckerapfel ist keine Supermarktsorte, sondern ein Exemplar der alten Obstsorten. Damit das Wissen um alte Sorten und vor allem um Streuobstwiesen nicht verloren geht, hat die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne das Projekt „Streuobstwiesen aktiv“ aufgelegt. Weil derzeit aber weder Kurse zum richtigen Beschnitt der Bäume oder Informationsveranstaltungen angeboten werden können, hat Projektleiterin Friederike Stelzner-Langner zwischenzeitlich jede Menge Arbeit in einen neuen Internetauftritt investiert. Ziel sei es, die Bevölkerung für das Thema zu begeistern, damit die Menschen ihre Streuobstwiesen wieder schätzen lernen. Durch das Leaderprojekt soll verhindert werden, dass immer mehr Streuobstwiesen und das Wissen darum verloren gehen.

„Wir haben uns bewusst dafür entschieden, eine inhaltsstarke Internetseite zu entwickeln, auf der interessierte Bürger neben projektbezogenen Informationen interessante Hintergründe zur Geschichte und der ökologischen Bedeutung der Streuobstwiesen finden“, sagte Friederike Stelzner-Langner bei der Vorstellung des neuen Internetauftritts. Die Leser finden auf den Seiten ebenso etwas zur Anlage und Planung einer Streuobstwiese wie auch zur Pflege und Auswahl der Sorten. Kurzanleitungen zur Anpflanzung von Obstbäumen oder zehn Schritte zum Schnitt eines Jungbaumes können heruntergeladen und direkt mit auf die Wiese genommen werden. Schließlich gibt es auch Literaturtipps und Hinweise auf geplante Veranstaltungen. Dennoch hofft Friederike Stelzner-Langner bald wieder direkt am lebenden Baum informieren zu können. Geplant sind neue Schnittkurse sowie Demonstrationsveranstaltungen zur Ernte mit einem Seilschüttler, Workshops zur Verarbeitung von Streuobst und der Streuobst-Treff mit verschiedenen Themen.

Der Begriff Streuobstwiese hat sich vermutlich aus aus dem Obstanbau in Streulage entwickelt. Nicht nur Äpfel, sondern auch Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Quitten können eine Streuobstwiese bereichern. Damit stehen sie nicht nur für geschmackliche, sondern auch ökologische Vielfalt.

„Im südlichen Paderborner Land haben die Streuobstwiesen eine lange Tradition“, so Friederike Stelzner-Langner. Ein Erfolg wäre es schon, die bestehenden zu erhalten. Wer eine Streuobstwiese anlegen möchte, kann sogar auf Fördergelder hoffen. Mindestens zehn Bäume sollten es sein, die aber nicht im eigenen Garten stehen sollten. Bestehende Streuobstwiesen sind manchmal gar nicht so leicht zu erkennen. „Daher hilft es auch, uns alte Streuobstwiesen zu melden“, sagt Ulrich Klinke, der selbst inzwischen „Herr“ über 450 Obstbäume ist.

Ulrich Klinke, Aufsichtsratvorsitzender der Biologischen Station, liegen die alten Sorten besonders am Herzen. Ob Wünnenberger Zuckerapfel, Paderborner Seidenhemdchen oder Bürener Zitronenapfel – schon die Namen alter Sorten machen neugierig auf deren Geschmack. Vom Wünnenberger Zuckerapfel gab es vor 20 Jahren nur noch drei Bäume. „Durch Veredelung zählen wir inzwischen wieder mehrere 100“, so Klink

www.streuobstwiesen-aktiv.de

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