„Welle an Hass, Mobbing und Gewaltandrohungen, bis hin zu Morddrohungen“
Gründer kündigen Ende von „Pinky Gloves“ an

Olfen/Bad Wünnenberg (dpa/WB) -

Die Reaktionen auf die Geschäftsidee „Pinky Gloves“ waren heftig – jetzt haben die beiden Unternehmensgründer angekündigt, die Handschuhe für Frauen mit Regelblutung vom Markt zu nehmen. Es habe Gewaltdrohungen gegeben: „Bitte hört damit auf, uns, unsere Familien und Unterstützer:innen anzugreifen und zu bedrohen.“

Dienstag, 20.04.2021, 08:45 Uhr aktualisiert: 20.04.2021, 09:22 Uhr
Der Unternehmer Ralf Dümmel hatte in der Show in „Pinky“ investiert.
Der Unternehmer Ralf Dümmel hatte in der Show in „Pinky“ investiert. Foto: Henning Kaiser/dpa

„Wir hatten zu keinem Zeitpunkt vor, jemanden zu diskreditieren oder einen natürlichen Prozess zu tabuisieren“, schreiben Gründer Eugen Raimkulow und sein Mitgeschäftsführer Andre Ritterswürden auf der Website des münsterländischen Unternehmens unter der Überschrift „Wir hören auf mit #pinkygloves“ ( https://pinkygloves.de/ ).

Und weiter: „Die Entwicklung unseres Produkts und die Kommunikation dazu war nicht durchdacht. Menschen machen Fehler. – Und mit Fehlern muss man umgehen, man muss daraus lernen und man sollte auch die Chance bekommen, an Fehlern zu arbeiten.“ Sämtliche Einkaufs- und Vertriebsaktivitäten würden eingestellt.

Der Handschuh für Frauen war in der vergangenen Woche in der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ vorgestellt worden. Nach Kritik zeigten sich Investor Ralf Dümmel (54) und die beiden Gründer, Raimkulow aus Bad Wünneberg und Ritterswürden aus Olfen, zerknirscht.

Die „Pinky Gloves“ sollten dazu dienen, ein vermeintliches Frauenproblem zu lösen. Die pinkfarbenen Handschuhe sollten es möglich machen, Damenhygieneartikel in dem Handschuh als blicksicherer Müllbeutel diskret wegzuwerfen. Im Internet zeigten sich viele verärgert und nannten das Produkt wenig nachhaltig und auch sexistisch.

Die Gründer schreiben in ihrem Statement auch über das Ausmaß der Kritik: „Was uns nachhaltig sehr trifft, ist die Tatsache, dass wir einer heftigen Welle an Hass, Mobbing und Gewaltandrohungen, bis hin zu Morddrohungen, ausgesetzt sind. Wir werden auf offener Straße attackiert und beschimpft. Wir halten das nicht mehr aus und sind mit unseren Kräften am Ende. Bitte hört damit auf, uns, unsere Familien und Unterstützer:innen anzugreifen und zu bedrohen.“ Und sie versichern: „Wir haben uns die Kritik zu Herzen genommen und sie verstanden.“

Investor Dümmel hatte sich am Montagabend, teils wortgleich, via Instagram geäußert: „Was mich nachhaltig sehr schockiert und traurig stimmt, ist die Tatsache, dass André, Eugen und ihre Angehörigen einer massiven Welle an Hass, Mobbing und Gewaltandrohungen, bis hin zu Morddrohungen, ausgesetzt sind. Das verurteile ich zutiefst und es gibt KEINE Entschuldigung dafür. BITTE HÖRT AUF DAMIT!“

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