Mo., 21.05.2018

Entscheidung über Wiederaufbau noch offen Windradturm ebenfalls massiv beschädigt

Nicht nur Blätter und Gondel der E 115 sind defekt. Auch der Turm ist weitgehend beschädigt und muss abgebaut werden.

Nicht nur Blätter und Gondel der E 115 sind defekt. Auch der Turm ist weitgehend beschädigt und muss abgebaut werden. Foto: Besim Mazhiqi

Borchen (WB). Auch der Turm des havarierten Windrades in Borchen-Etteln ist schwer beschädigt und muss bis zu einer Höhe von 22,8 Metern abgebaut werden. Dies ist das Ergebnis des dritten Gutachtens nach dem Unfall vom 8. März, das jetzt dem Kreis Paderborn vorliegt.

Rotorblätter und Gondel sind ohnehin zerstört, messerscharfe Glasfasersplitter sind bis zu 800 Meter weit geflogen und machen Landwirte seit Wochen Sorgen .

Am Turm selbst wurden aber auch Risse in den oberen Segmenten, Kratzer und Abplatzungen festgestellt. Das Fundament weise keine erkennbaren Schäden auf, welche die Standsicherheit negativ beeinflussen könnten, heißt es im Bericht.

Deshalb könne bei einem Wiederaufbau das Fundament aus statisch-konstruktiver Sicht ohne Einschränkung verwendet werden, so der Kreis Paderborn. Die Ingenieure des Gutachterbüros haben zudem die Segmente des Turms abschnittsweise überprüft und kommen zum Ergebnis, dass die unteren Segmente (22,8 Meter) stehen bleiben können. Der Turm hat eine Gesamthöhe von 147 Meter.

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Ich will wissen, was die Firma an Maßnahmen ergreift, um zu verhindern, dass beim Aufbau des Windrades sich etwas derart Vergleichbares wiederholt.

Landrat Manfred Müller

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Nach dem Unfall hatte der Kreis Paderborn die Anlage zunächst stillgelegt und Gutachten zu Unfallursache und Schadensausmaß gefordert. Diese beiden Gutachten wurden vorgelegt.

Nach dem Vorliegen des dritten Gutachtens betont Landrat Manfred Müller, dass der Kreis Paderborn noch keine Genehmigung zum Wiederaufbau erteilt habe. »Der Gutachter zur Unfallursache spricht von menschlichem und organisatorischem Versagen. Ich will daher wissen, was die Firma an Maßnahmen ergreift, um zu verhindern, dass beim Aufbau des Windrades sich etwas derart Vergleichbares wiederholt«, bekräftigt Müller.

Auflagen werden geprüft

Die Firma Enercon habe bereits reagiert. In einer Stellungnahme dazu heiße es, dass Enercon den Unfall am 9. März dem Gewerbeaufsichtsamt in Emden mitgeteilt habe und im Dialog mit der dortigen Behörde die notwendigen Maßnahmen festlege.

Enercon habe eine Reihe von Sofortmaßnahmen ergriffen, um eine Wiederholung eines solchen Fehlers beim Aufbau der Anlage zu verhindern. Alle Aufbauteams würden zudem noch einmal geschult. Das geänderte Verfahren sei bereits mit Datum 21. März auf allen Enercon-Baustellen weltweit eingeführt worden, so der Kreis weiter.

Er prüfe derzeit, unter welchen Auflagen das Windrad wieder aufgebaut werden kann. Fest stehe, dass vor der Inbetriebnahme die Anlage noch einmal gutachterlich überprüft werden müsse. Die Investitionskosten eines E 115-Rades liegen ab Fundament bei drei Millionen Euro.

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