So., 14.07.2019

Beim Schützenfest in Etteln war allein das Wetter nicht königlich Im Mittelpunkt

Rot und Grün harmonieren prächtig miteinander: Andrea und Ronald Hammerschmidt beim Festumzug im Ortszentrum.

Rot und Grün harmonieren prächtig miteinander: Andrea und Ronald Hammerschmidt beim Festumzug im Ortszentrum. Foto: Dietmar Kemper

Von Dietmar Kemper

Borchen (WB). »Etteln ist einfach schön, mich kriegt hier keiner weg«, sagt Ronald Hammerschmidt. Mit dem heimatverbundenen 51-Jährigen hätte der Ort keinen besseren Schützenkönig finden können.

Ronald und Andrea Hammerschmidt wohnen am Ortsausgang, aber am Sonntag standen sie beim Festumzug im Mittelpunkt. Die Einwohner winkten den Majestäten zu, die Königin (49) hatte ein bordeauxrotes Kleid gewählt, das die Blicke zusätzlich auf sich zog. Die zehn Hofdamen setzten mit Silber und Rosé ebenfalls farbliche Akzente – unter einem eher schwarzen Himmel, in dem sich die Sonne kaum durchsetzen konnte.

Sohn und Tochter sind im Spielmannszug

Die Hammerschmidts bildeten als Königspaar ein gutes Team und beruflich tun sie das auch: Er führt die Bauelemete-Firma Ihre Haustüre, sie erledigt die Buchhaltung. Die Begeisterung fürs Schützenwesen hat sich schon auf ihren Nachwuchs übertragen. Sohn Nico (20) und Tochter Lena (22) gehören dem Spielmannszug an, und beim König­schießen der Jungschützen vor zwei Wochen traf Nico die Krone des Holzvogels.

Apropos Königschießen: Das von Hammerschmidt und seinen Kontrahenten hatte

gerade einmal 30 Minuten gedauert und war damit in Rekordzeit beendet. »Ich hatte es genau so vor«, sagte Hammerschmidt rückblickend und machte deutlich, dass er unbedingt zum ersten Mal König der Sankt-Jakobus-Schützenbruderschaft Etteln werden wollte. Mit dem 44. Schuss erreichte er sein Ziel.

Die Bruderschaft mit ihren mehr als beachtlichen 630 Mitgliedern ist das Rückgrat des knapp 2000 Einwohner starken Dorfes. In den Schützenverein ging Hammerschmidt, als er 16 war. Inzwischen ist er Zugführer der Bruderschaft, in der er den Zusammenhalt sehr schätzt.

»Wenn die Tradition erst einmal stirbt, dann ist sie weg.«

Glaube, Sitte und Heimat sind zumindest für ihn keine leeren Worte. »Wenn die Tradition erst einmal stirbt, dann ist sie weg«, mahnt er. Ein friedliches Mitein­ander ist die Voraussetzung für ein schönes Schützenfest. Oberst Andreas Kirchhoff betonte bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal, die Toten von Krieg und Terror »sollten uns mahnen, Frieden unter uns und in unseren Familien zu schaffen«. Die Gräben von Neid und Missgunst seien dort genauso tief wie die zwischen Völkern. Dass es sich in Etteln gut leben lässt, liegt auch Hammerschmidt am Herzen. Das Altenautal sei wie das Paradies, meint er.

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