Sa., 14.09.2019

Rat hebt Sperrvermerk für Erweiterungsbau der Grundschule nach 19 Monaten auf Nordborchener Eltern atmen auf

Derzeit werden 100 Grundschüler in Nordborchen in Containern betreut. Das bleibt so lange so, bis der Erweiterungsbau der Grundschule abgeschlossen ist.

Derzeit werden 100 Grundschüler in Nordborchen in Containern betreut. Das bleibt so lange so, bis der Erweiterungsbau der Grundschule abgeschlossen ist. Foto: Bernhard Liedmann

Von Sonja Möller

Borchen (WB). Nordborchener Eltern können aufatmen: Der Sperrvermerk auf den dringend benötigten Erweiterungsbau der Grundschule ist aufgehoben. Für den um einen Zusatz erweiterten SPD-Antrag stimmten bei einer Enthaltung alle Ratsfraktionen. Damit kann der Neubau ohne weiteren Zeitverzug erfolgen.

Die Borchener Sozialdemokraten wollten mit ihrem Antrag auf Aufhebung des Sperrvermerks weitere Verzögerungen und Kostensteigerungen bei dem Bauprojekt verhindern. Derzeit belaufen sich die Mehrkosten nach Angaben der Verwaltung bereits auf 400.000 Euro. Insgesamt sind für den Neubau 2,9 Millionen Euro im Haushalt angesetzt.

»Niemand kann verstehen, warum es nicht weitergeht«

»Viele Bürger und Eltern sprechen mich als Nordborchener Ortsvorsteher regelmäßig an. Niemand kann verstehen, warum es nicht weitergeht. Ich auch nicht«, betonte SPD-Ratsherr Gerald Klocke und sagte: »Den Eltern und mir kommt es so vor, als wäre es eine Machtdemonstration auf dem Rücken der Kinder.«

Zum Hintergrund: CDU, Grüne und die Freien hatten den Bau des Betreuungsgebäudes in Nordborchen am 5. Februar 2018 mit einem Sperrvermerk belegt, so dass sich die Verwaltung benötigte Gelder jeweils vom Rat genehmigen lassen musste. Die drei Fraktionen begründete dieses Vorgehen damals damit, dass ihnen keine Kostenschätzung zum Projekt vorgelegt worden sei und die Verwaltung intransparent handele.

»Der Bau hat sich durch den Sperrvermerk deutlich verzögert«

Durch den Sperrvermerk habe sich der Bau deutlich verzögert, wie Bürgermeister Reiner Allerdissen erläuterte. Ursprünglich sollte dieser zum Schuljahr 2019/2020 abgeschlossen sein. Die Baukosten sind demnach bislang um 400.000 Euro gestiegen. Allerdissen: »Die Mehrkosten sind das eine. Das andere sind die Eltern und Schulkinder, die dringend darauf warten, in das Gebäude ziehen zu können.«

Die Diskussion der beiden Lager flammte in der Ratssitzung am Donnerstag erneut auf, wobei alle Fraktionen die Dringlichkeit des Bauabschlusses für Eltern und Kinder in den Fokus rückten. Guido Reitmeyer (Grüne) bezeichnete das Thema »als Garant für stimmungsvolle Gespräche«. Der Fraktionsvorsitzende schlug einen Zusatz zum SPD-Antrag vor, der letztlich von allen Fraktionen mitgetragen wurde. Dieser besagt, dass die Verwaltung quartalsweise über Baufortschritte berichten, die bis dahin angefallenen Kosten aufzeigen und einordnen sowie so weit wie möglich über weitere Mittelbedarfe informieren soll. Die Verwaltung teilt mit, dass der Bauantrag voraussichtlich im September eingereicht und nach der Ausführungsplanung im Frühjahr 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

Seit zwei Jahren werden 120 Kinder in Containern betreut

Hansjörg Frewer (CDU) äußerte sich zum Grund für den Sperrvermerk: »Die Bedarfe sind frühzeitig ablesbar gewesen. Die Schaffung von Betreuungsplätzen wurde verschlafen. Seit zwei Jahren werden 120 Kinder in Containern betreut. Diese verursachen in drei Jahren 150.000 Euro Mehrkosten. Das wäre aus unserer Sicht vermeidbar gewesen, wenn man frühzeitig geplant hätte.« Bürgermeister Allerdissen verweigere die Arbeit, und die Kinder seien die Leidtragenden.

Diese Aussage ärgerte Jürgen Schmidt (SPD), der sich direkt an Frewer wandte: »Sie haben sich nur hingesetzt und gemeckert. Wo sind denn Ihre glühenden Ideen?« Der Ratsherr appellierte aber auch: »Lassen Sie uns jetzt nach vorne gucken.«

Das sah auch Carsten Koch (FWG) so: »Man hätte das Thema konstruktiv angehen können. Mich stört, dass schon wieder Vorwürfe im Raum stehen. Wir wünschen uns, dass es vorwärts geht und wir konstruktiv nach vorne gucken.«

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