Di., 24.09.2019

Gellinghausen bekommt ein neues Biotop Neue Lebensader der Altenau

Hinter der Mühle fließt der Gellinghauser Quellbach. Er speist kurz vor Kirchborchen maßgeblich die Altenau. Über die gesamte Wiese hinweg mit ihren 31.000 Quadratmetern wird künftig der Quellbach umgeleitet und fließt dann in die Altenau.

Hinter der Mühle fließt der Gellinghauser Quellbach. Er speist kurz vor Kirchborchen maßgeblich die Altenau. Über die gesamte Wiese hinweg mit ihren 31.000 Quadratmetern wird künftig der Quellbach umgeleitet und fließt dann in die Altenau. Foto: Jörn Hannemann

Von Bernhard Liedmann

Borchen (WB). Borchen wird demnächst um ein großes Altenaubiotop reicher. Das 31.000 Quadratmeter große Areal rund um die alte Mühe bei Gellinghausen wird zur Renaturierung des Gellinghauser Quellbaches durch den Wasserverband Obere Lippe umgestaltet. Der Quellbach ist in den Sommermonaten auch die Lebensader der Altenau im Borchener Bereich.

Der Rat der Gemeinde Borchen gab jetzt seine einhellige Zustimmung zu der Vereinbarung, die eine umfangreiche Renaturierung des Areals ermöglicht. Sie ist das Ergebnis eines Flurbereinigungsverfahrens, das durch die Bezirksregierung in Detmold durchgeführt wurde.

Mühle ist seit langem stillgelegt

Der Gellinghhauser Quellbach wurde bislang auf einer Länge von etwa 500 Metern für einen Mühlenbetrieb und später auch für eine Fischteichanlage bei der Mühle genutzt. Die Mühle ist seit langem stillgelegt, und im November laufen auch die wasserrechtlichen Genehmigungen zum Betrieb der Fischteichanlage aus. Gleichzeitig will der Wasserverband Obere Lippe die Maßnahmen zu Renaturierung der Altenau weiter fortsetzten und damit auch im Bereich des Gellinghauser Quellbaches, der kontinuierlich auch im Sommer Wasser führt und damit vor dem Durchfluss der Altenau durch Kirchborchen den Fluss wieder speist.

Im Bereich des alten Wasserrades der Mühle befindet sich der aufgestaute Quellbach auf einer Höhe von drei Metern für die ursprüngliche Mühlennutzung und blockiert damit die Durchgängigkeit des Bachs. In Gesprächen mit dem Eigentümer wurde jetzt die Vereinbarung erzielt, dass vom 33.465 Quadratmeter großen Areal rund um die Mühle die 2000 Quadratmeter der Gebäude herausgenommen werden und die restlichen 31.000 Quadratmeter der Geländes, zumeist Wiese, der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt werden.

Dies wäre zunächst einmal die Gemeinde Borchen, die dann für den Unterhalt des Gewässer zuständig wäre. Die Gemeinde Borchen hat jetzt per Ratsbeschluss diese Unterhaltspflicht an den Wasserverband Obere Lippe (WOL) abgegeben und dieser wird nun die Renaturierung des Geländes zeitnah in Angriff nehmen. Dabei wird der Quellbach, der trotz der jüngsten Trockenheit kontinuierlich Wasser führt, über das Wiesenareal in die Altenau eingeleitet. Im Flusslauf ist die Altenau bei Etteln bereits trocken und bekommt im Weiterfluss Richtung Alme erst in Gellinghausen durch den Bach wieder Leben eingehaucht.

Auf einer Fläche von etwa fünf Fußballfeldern

Direkt an dem Areal bei der ehemaligen Mühle führt auch ein Radweg vorbei in Richtung Paddelteich. Damit würde dieses Gelände bei Gellinghausen nicht nur ökologisch, sondern auch optisch eine erhebliche Aufwertung erfahren. Auf einer Fläche von etwa fünf Fußballfeldern wird dann ein neues Biotop entstehen.

Das Trockenfallen der Altenau war im vergangenen Jahrzehnt insbesondere in Etteln wiederholt Anlass zur Diskussion, ob vielleicht sogar die Renaturierungsmaßnahmen an der Altenau dazu geführt hätten. Der Wasserverband wies auch nach Untersuchungen jedoch darauf hin, dass die fehlenden Regenmengen in den vergangenen Jahren dieses längere Trockenfallen der Altenau zwischen Atteln und Gellinghausen verursacht hätten. Die unzureichenden Niederschläge hätten nicht ausgereicht, das unterirdische Kluftsystem komplett aufzufüllen, damit auch ein oberirdischer Flusslauf stattfinden kann.

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