Mi., 25.09.2019

76-Jährige getötet: 53-jähriger Verdächtige in tödlichen Zusammenstoß bei Nürnberg verwickelt Tötungsdelikt in Borchen: Bayerischer Innenminister war Ersthelfer am Unfallort

Das Auto des Verdächtigen nach dem Unfall auf der A3 in Nürnberg.

Das Auto des Verdächtigen nach dem Unfall auf der A3 in Nürnberg. Foto: Nesw5

Von Lukas Brekenkamp

»Den Unfallhergang selbst habe ich nicht beobachtet«, teilte Herrmann mit. Wie üblich sei er am Sonntag auf einer Dienstfahrt gewesen und habe auf dem Rücksitz seines Autos Ministeriumsakten bearbeitet.

»Nachdem es nur wenige Fahrzeuge vor uns zu dem Unfall gekommen ist, habe ich meinen Fahrer gebeten, gleich anzuhalten«, so der Innenminister.

»Mir war klar, dass wir sofort helfen müssen«

»Während ein Unfallauto noch am Fahrbahnrand halten konnte, wurde das andere Fahrzeug von der Autobahn gegen Bäume geschleudert und blieb stark beschädigt auf der Beifahrerseite liegen«, beschreibt Joachim Herrmann den Unfall. »Mir war klar, dass wir sofort helfen müssen.«

Daher habe er schnell zum Handy gegriffen und die Rettungskräfte alarmiert. »Dann bin ich zum demolierten Unfallauto. Dort konnte ich die schwerverletzte Beifahrerin mithilfe eines anderen Autofahrers erstversorgen.« Für den Fahrer sei leider keine Hilfe mehr möglich gewesen. »Gottseidank sind die Rettungskräfte dann schnell eingetroffen«, so Herrmann.

»Auch wenn ich in meinen zwölf Jahren als bayerischer Innenminister schon viel Leid habe sehen müssen: Dieser Unfall wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, vor allem das demolierte Unfallwrack und das Schicksal der Unfallopfer«, beteuert der Bayerische Innenminister.

Das Unfallauto des Tatverdächtigen aus Nordborchen sei ein gutes Stück weiter zum Stehen gekommen. Mit den Insassen des Autos habe der Innenminister nichts zu tun gehabt.

Über Tötungsdelikt in der Nacht zu Montag informiert

Über das Tötungsdelikt sei Joachim Herrmann in der Nacht auf Montag informiert worden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Zu dieser Zeit wurde auch der Verdächtige in einem Hotel in Nürnberg festgenommen.

Bei dem 53-Järhigen soll es sich um einen Tierarzt handeln, der beim Kreis Paderborn angestellt sein soll. Der Verdächtige stand außerdem für die TV-Sendung »Hundkatzemaus« (Vox) vor der Kamera. In der Rubrik »Amtsveterinäre im Einsatz« war er in mehreren Episoden zu sehen. Seine Frau, die Tochter der Getöteten, soll ebenfalls beim Kreis Paderborn angestellt sein. Ob die Frau in das Verbrechen verwickelt war, blieb erst einmal unklar – die Polizei in NRW wollte dazu keine Angaben machen.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn stellte Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen Totschlags. Der Verdächtige wurde am späten Montagnachmittag dem Haftrichter in Nürnberg vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete und ihn dem dortigen Justizvollzug übergab. Der Tatverdächtige wird anwaltlich vertreten und macht derzeit keinerlei Angaben zur Sache.

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