Do., 02.01.2020

Borchen: Neue Erkenntnisse im Fall der getöteten Rentnerin (76) War Zusammenstoß Absicht?

Der Fahrer dieses Wagens wurde bei dem Zusammenstoß auf der Autobahn 3 getötet.

Der Fahrer dieses Wagens wurde bei dem Zusammenstoß auf der Autobahn 3 getötet. Foto: news5

Von Christian Althoff

Borchen (WB). Im ungeklärten Fall der Rentnerin (76), die im September in ihrer Wohnung in Borchen (Kreis Paderborn) getötet wurde , gibt es eine neue Entwicklung: Das Polizeipräsidium Mittelfranken hat neue Erkenntnisse zu dem Unfall, der sich Stunden nach der Tat auf der Autobahn  3 bei Nürnberg ereignet hatte und der im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt stehen könnte.

Bisherige Darstellung nicht mehr haltbar

Wie berichtet, war die Rentnerin am 22. September tot in ihrem Schlafzimmer gefunden worden. Stunden zuvor waren ihre Tochter und ihr Mann, die im selben Haus wohnten, mit dem Auto in den Urlaub aufgebrochen und bei Nürnberg verunglückt. Damals teilte die Polizei mit, ein Rentner (76) sei auf das Auto des Ehepaares aufgefahren und dabei zu Tode gekommen. Diese Darstellung ist nun nicht mehr haltbar. Polizeisprecher Rainer Seebauer: „Die Lage war damals ziemlich unübersichtlich. Heute wissen wir durch Zeugenaussagen und Spurenauswertung, dass es das Fahrzeug des Ehepaares war, das den Zusammenstoß verursacht hat.“ Es sehe so aus, dass die Frau am Steuer gesessen und den Wagen des Rentners gerammt habe.

Gutachten wohl bald fertiggestellt

Ungeklärt sei weiterhin, warum die Frau anschließend ausgestiegen, über die Mittelleitplanke geklettert und auf die Gegenfahrbahn gelaufen sei, wo ein Auto sie erfasst und schwer verletzt habe. „Ob das in suizidaler Absicht geschah, können wir nicht sagen, da sich weder die Frau noch ihr Mann gegenüber unserer Verkehrspolizeiinspektion geäußert haben“, sagte Seebauer. Ein Sachverständigengutachten zu dem Zusammenstoß und dem Aufpralltempo werde voraussichtlich bald fertiggestellt.

Ehefrau in Akten als Beschuldigte geführt

Gegen die Ehefrau wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. „Die Akte geht in Kürze zur Staatsanwaltschaft Erlangen, die den Fall möglicherweise an die Staatsanwaltschaft Paderborn weitergeben wird“, sagte Rainer Seebauer. Die Staatsanwaltschaft Paderborn führt die Ehefrau in ihren Akten bereits als Beschuldigte, wollte gestern aber nicht sagen, was sie der Frau vorwirft.

Wie berichtet, stand bisher ihr Ehemann, ein Tierarzt, unter dem Verdacht, die 76-Jährige getötet zu haben. Er wurde aber am Montag nach drei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen, weil das Landgericht Paderborn keinen dringenden Tatverdacht mehr sieht. Detlev Stoffels, der Anwalt des Veterinärs, sagte, eine Person habe eine „falsche Spur“ gelegt, um seinen Mandanten als Täter hinzustellen. Zur Identität dieser Person möchte sich der Anwalt nicht öffentlich äußern.

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