Do., 13.02.2020

Auch nach Urteil des VG Minden darf Westfalenwind in Etteln noch nicht loslegen Windparks in der Warteschleife

Johannes Lackmann ist Geschäftsführer von Westfalenwind.

Johannes Lackmann ist Geschäftsführer von Westfalenwind. Foto: Wilfried Hiegemann

Von Per Lütje

Borchen-Etteln (WB). Laut Urteil des Verwaltungsgerichts Minden muss der Kreis Paderborn fünf geplante Windkraftanlagen bei Etteln genehmigen. Dennoch könnte bis zum Bau der Windmühlen noch mehr als ein Jahr vergehen.

Das jedenfalls befürchtet Westfalenwind, sollte der Kreis Paderborn zu dem Schluss kommen, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. „Das ist dem Kreis Paderborn natürlich unbenommen. Verstehen kann ich es allerdings nicht, wenn der Kreis Paderborn die Kastanien für die Gemeinde Borchen aus dem Feuer holen sollte und so das ganze finanzielle Risiko möglicher Schadenersatzansprüche auf sich zieht“, sagt Westfalenwind-Sprecher Daniel Saage im Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT.

Anträge fast fünf Jahre alt

Ohnehin kann Saage die Aufregung um die fünf geplanten Windkraftanlagen im Westen Ettelns „nicht ganz nachvollziehen“. So seien die gewählten Standorte 1500 Meter von der Wohnbebauung entfernt und damit deutlich weiter als es der Gesetzgeber festlegt. „Zudem sind die Anlagen im Bereich der Autobahn, also in einem vorbelasteten Gebiet vorgesehen.“

Insgesamt hat das Unternehmen mit Sitz in Lichtenau neun Anlagen auf Ettelner Gebiet beantragt. Dem Windpark Etteln-Ost mit vier Windmühlen hatte der Kreis Paderborn ebenfalls die Genehmigung verweigert. Auch hiergegen hatte Westfalenwind vor dem Verwaltungsgericht geklagt, und auch in diesem Fall hatte Westfalenwind im Dezember vergangenen Jahres Recht bekommen. Gegen das Urteil hat der Kreis Paderborn bereits Rechtsmittel eingelegt. Eine Entscheidung über deren Zulässigkeit vor dem Oberverwaltungsgericht Münster steht noch aus. „Das kann noch mehrere Monate bis hin zu einem Jahr dauern“, sagt Saage. Und so lange sind auch Westfalenwind die Hände gebunden, in Etteln aktiv zu werden. Zur Erinnerung: Die Anträge für die beiden kleinen Windparks hatte das Unternehmen im Jahr 2015 gestellt.

Zeit ist Geld

Neben Zeit könnte Westfalenwind auch viel Geld aufgrund der Rechtsstreitigkeiten verlieren. So sollen die neun Windkraftanlagen auf Ettelner Gebiet jährlich rund 80 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. „Ändert sich bis zur verzögerten Inbetriebnahme die Einspeisevergütung nur um einen Cent, würden die Erträge um jährlich 800.000 Euro sinken“, rechnet Saage vor. Zudem seien bereits Kosten von 650.000 Euro in das Projekt geflossen.

Der Unternehmenssprecher hegt den – nicht überraschenden – Wunsch nach sofortiger Genehmigung der Anträge. „Das hat schließlich auch das Gericht geurteilt, das uns keine weiteren Auflagen gemacht hat und unser Projekt für artenschutzrechtlich unbedenklich hält.“ Entsprechend behalte sich auch Westfalenwind vor, „am Ende zu prüfen, ob durch das Vorgehen des Kreises Paderborn Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können“, so Saage.

Wie in der Donnerstagausgabe berichtet, hat der Kreis Paderborn angekündigt, das Urteil des Verwaltungsgerichts zu prüfen, um dann zu entscheiden, ob Rechtsmittel eingelegt werden. Dafür hat der Kreis Paderborn vier Wochen Zeit.

Kommentare

Geld

Nur darum geht es in erster Linie!

Zitat:
"Ändert sich bis zur verzögerten Inbetriebnahme die Einspeisevergütung nur um einen Cent, würden die Erträge um jährlich 800.000 Euro sinken“, rechnet Saage vor.
Ach ja.

Es geht nicht um "alternative Energie", gar um "erneuerbare Energie" (Ernergieerhaltungsatz!).
Es geht um Geld.

Unseres...

1 Kommentare

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