Trojaner legte Netzwerk der Einrichtung lahm
Schloss Hamborn zahlt Erpressern Lösegeld

Borchen (WB). Seit dem 4. April hatte Schloss Hamborn eigenen Angaben zufolge mit den Folgen eines groß angelegten Cyberangriffs zu kämpfen. Jetzt hat die Einrichtung mitgeteilt, auf einen Teil der Forderungen der Erpresser eingegangen zu sein.

Freitag, 24.04.2020, 09:18 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 15:18 Uhr
Schloss Hamborn wurde Ziel eines Cyberangriffs. Foto: Ingo Schmitz
Schloss Hamborn wurde Ziel eines Cyberangriffs. Foto: Ingo Schmitz

Der sogenannte Kryptotrojaner GlobeImposter 2.0, den die Erpresser verwendet hätten, sei eine sehr gefährliche Ransomware, für die es noch keine Entschlüsselungs-Codes gebe. Sie habe Computer und das komplette Netzwerk infiziert sowie sämtliche Daten unbrauchbar gemacht. Die zunächst geforderten fünf Bit­coins konnten von Gerd Bögeholz, Vorstand der Schloß Hamborn Rudolf Steiner Werkgemeinschaft, den Angaben zufolge jedoch auf 1,7 Bitcoins heruntergehandelt werden. Ein Bitcoin ist aktuell ­etwa 7000 Euro wert.

Parallel sei von den Hamborner IT-Sachverständigen Stefan Rikus und Bastian Herrera in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister eine Lockdown-Strategie realisiert sowie die Datenrückgewinnung und nachhaltige Optimierung der IT-Sicherheitsarchitektur unmittelbar umgesetzt worden. Die bisher aufgesetzte und betriebene IT-Netzwerkstruktur von Schloss Hamborn wurde vor dem Hintergrund des Cyberangriffs hinterfragt und unter anderem in kompaktere Netzsegmente untergliedert.

Sämtliche Bestandteile des IT-Systems seien auf links gedreht worden, denn neben der Server-Struktur hätten auch alle 200 Arbeitsrechner mit Malware-Testsoftware gescannt werden müssen. Ziel sei es gewesen, sicherzustellen, dass beim schrittweise Wiederhochfahren des Gesamtsystems keine infizierten Komponenten mehr eingebunden seien.

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