In Dörenhagen mit Schrot beschossen – Kreisumweltamt schaltet Staatsanwaltschaft ein
Brütendes Rotmilan-Weibchen getötet

Borchen (WB). Rotmilane zählen zu den anmutigsten Greifvögeln in unseren Breiten. Majestätisch ziehen sie ihre Bahnen. Im Kreis Paderborn endete jetzt für ein werdendes Rotmilan-Elternpaar allerdings die Reise: Wie das Kreisumweltamt mitteilte, wurde in einem Horst in Borchen-Dörenhagen ein verendetes Rotmilan-Weibchen entdeckt.

Freitag, 24.04.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 18:20 Uhr
Ein Mitarbeiter der Biologischen Station beim Bergen des verendeten Rotmilan-Weibchens. Foto: Biologische Station
Ein Mitarbeiter der Biologischen Station beim Bergen des verendeten Rotmilan-Weibchens. Foto: Biologische Station

Bei der Untersuchung des Tieres habe sich herausgestellt, dass es mit Schrot beschossen worden und daran verendet sei. Der Kreis Paderborn hat wegen des Verdachts der illegalen Greifvogelverfolgung die Staatsanwaltschaft Paderborn eingeschaltet.

Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit brüten in Deutschland

Rotmilane gehören zu den streng geschützten Tierarten; sie haben nur ein kleines Verbreitungsgebiet, das lediglich zentrale Teile von Europa und Teile von Südeuropa umfasst. Im Flug sind die farbenprächtigen Tiere leicht an ihrem gegabelten Schwanz zu erkennen. Rotmilane ziehen im Winter nach Südeuropa und erscheinen im Frühjahr wieder am Himmel über Nordrhein-Westfalen. Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit brüten in Deutschland. „Deshalb haben auch wir hier im Kreis Paderborn eine große Verantwortung und Verpflichtung zugleich, diese Tierart zu schützen“, betont Susanne Pöhler vom Kreisumweltamt.

Seit Jahren engagieren sich der Kreis und die von ihm beauftragte Biologische Station Kreis Paderborn-Senne für den Schutz dieser bedrohten Greif­vogelart, unter anderem auch durch eine Dokumentation des jährlichen Bestandes und durch Optimierung von Brut- und Nahrungsräumen. Im Zuge dieser Arbeit wurde der verendete Vogel entdeckt.

Zwei gelegte Eier lagen im Horst

Im Horst befanden sich zwei gelegte Eier. „Der Tod des Rotmilans ist ein herber Verlust für den Artenschutz im Kreis Paderborn. Mit dem Tod des Weibchens fällt die komplette Brut dieses Rotmilan-Paares aus“, sagt Pöhler. Zur Erhaltung dieser seltenen Greifvogelart sei es aber dringend erforderlich, dass Bruten erfolgreich seien und eine ausreichend große Anzahl an Jungvögeln flügge werde.

Rotmilane brüten den Angaben zufolge erst ab einem Lebensalter von etwa vier Jahren und können pro Jahr zwei bis drei Jungvögel aufziehen. Ihre Hauptnahrung besteht aus Feldmäusen. Die Jungensterblichkeit ist hoch; das erste Lebensjahr erreichen nur etwa 60 Prozent der Jungtiere.

Dass nun in Dörenhagen ein Rotmilan getötet wurde zeige, dass die illegale Greifvogelverfolgung leider auch im Kreis Paderborn weiterhin ein gravierendes Problem sei. Bis zur Klärung des Geschehens könne über das Motiv keine Aussage getroffen werden. Zuletzt war im April 2014 in Borchen-Gellinghausen ein vergifteter Rotmilan aufgefunden worden. Das Kreisumweltamt geht von einer hohen Dunkelziffer unentdeckter Taten aus, da getötete Tiere meistens nicht gefunden würden. Ansprechpartner beim Kreis für den Artenschutz ist Werner Sonnabend, Telefon 05251/3086652.

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