Sa., 16.05.2020

Beschluss aus Dezember aufgehoben – jetzt wird neu geplant Rat macht Weg für Frischeküche in Dörenhagen frei

Der Neubau der zweigruppigen Kita und des Betreuungsgebäudes in Dörenhagen soll auf dieser Fläche hinter der Grundschule Dörenhagen entstehen.

Der Neubau der zweigruppigen Kita und des Betreuungsgebäudes in Dörenhagen soll auf dieser Fläche hinter der Grundschule Dörenhagen entstehen. Foto: Sonja Möller

Von Sonja Möller

Borchen (WB). Der Rat der Gemeinde Borchen macht eine Kehrtwende bei der Küchenplanung für den Neubau des zwei­gruppigen Kindergartens und des Betreuungsgebäudes der Grundschule Dörenhagen. Im Dezember hatten sich die Fraktionen gegen eine Selbstversorger-, und für eine Cook-and-Chill-Ausgabeküche entschieden. Diesen Beschluss hat der Rat aufgehoben.

Stattdessen soll die geplante Küche 35 Quadratmeter mehr Fläche bekommen. Ziel der neuen Planung soll eine Frischeküche sein, heißt es im Antrag der Grünen. Jetzt wird neu geplant. Damit verzögere sich der Architektenwettbewerb, wie Bürgermeister Reiner Allerdissen mitteilt: „Wir werden mindestens ein halbes Jahr zurückgeworfen.“

Der Grünen-Fraktionsvorsitzender Guido Reitmeyer begründete die Anträge seiner Fraktion: „Wir haben im Dezember intensiv über eine Küchenform für die Kita und das Betreuungsgebäude debattiert und entschieden, die Mehrkosten für eine Frischeküche nicht zu tragen. Diese waren mit 600.000 Euro Mehrkosten angesetzt. Für uns war das eine reine Vernunftentscheidung. Mit unseren Idealen hatte das rein gar nichts zu tun.“ Aufgrund neuer Erkenntnisse möchten die Grünen die Möglichkeit nutzen, doch noch eine Frischeküche einzuplanen.

Die Entscheidung für eine Ausgabeküche hatte für Unmut bei vielen Dörenhagenern geführt

Alois Lompa vom Büro Drees und Huesmann hatte zuvor in der Gemeindehalle Kirchborchen den Entwurf des Erweiterungsbaus vorgestellt, der nach mehreren Treffen der Projektgruppe aus Vertretern der Kita, der Schule, des Betreuungsteams und des Fördervereins entstanden ist. Darin enthalten ist neben einer genauen Übersicht des Raumbedarfs auch eine Ausgabeküche nach dem Cook-and-Chill-Prinzip, bei der ein Caterer die Essen vorkocht, anliefert und diese in der Küche selbst nur noch aufgewärmt werden.

Die Entscheidung für eine Ausgabeküche hatte für Unmut bei vielen Dörenhagenern geführt, die sich weiterhin eine Frischeküche wünschten (diese Zeitung berichtete). Der Antrag der Grünen, diesen Beschluss wieder aufzuheben und neu zu beraten, sorgte für Diskussionen. Vor allem die SPD äußerte ihr Unverständnis. Jürgen Schmidt störte sich an der Formulierung, dass der Sachverhalt aufgrund neuer Informationen neu beraten werden sollte: „Welche sollen das sein? Das steht hier nicht.“ Volker Tschischke verwies mit Blick auf den Haushalt auf eine „nicht unkritische“ Situation: „Eine größere Küche kostet auch mehr Geld. Zudem ist der Investitionsaufwand durch eine Rentabilitätsrechnung zu überprüfen.“ Patrick Knüttel (SPD) verwies darauf, dass dann auch die Planungsgruppe die Möglichkeit zur Stellungnahme haben müsse. Grüne, CDU und Die Freien hoben mit ihren Stimmen den Beschluss auf.

Die Fläche der Küche wird auf 95 Quadratmeter erweitert

Des Weiteren hatten die Grünen eine Erweiterung der geplanten Küchenfläche auf 95 Quadratmeter beantragt, „um diese zukunftssicher“ aufzustellen, teilte Guido Reitmeyer mit: Das neue Raumkonzept der Küche inklusive Geräteauswahl soll in den Gremien vorgestellt werden. Was im Beschlussvorschlag fehlte, war die Küchenform. Dazu sagte der Fraktionsvorsitzende: „Wir wünschen uns eine Frischeküche und möchten, dass diese umgesetzt wird. Aber dafür müssen noch einige Schritte mit dem Förderverein der Grundschule gegangen werden.“ Dieser betreibt derzeit die Selbstversorgerküche in der Grundschule Dörenhagen. Für eine Frischeküche müsse ein Mensaverein gegründet werden, der diese betreibt. „Mit dem Beschluss sollen die Optionen geschaffen werden, die zu einer Frischeküche führen können“, erläuterte Reitmeyer.

Bürgermeister Reiner Allerdissen verwies auf die Mehrkosten, die für Investition und Betrieb einer Frischeküche erforderlich sind. „Das wird finanziell eine andere Hausnummer. Das ist nicht alleine mit mehr Fläche getan. Auf die Eltern kommen eventuell erhebliche Mehrkosten für das Essen zu. Wir müssen uns überlegen, wie wir das finanzieren.“

„Der Förderverein macht einen tollen Job”

Guido Reitmeyer betonte, dass nicht festgeschrieben werden soll, dass eine Frischeküche gebaut werden muss. Die Verwaltung sollte die Planungen zur Realisierung aufnehmen. Reiner Allerdissen informierte den Rat, dass für den Architektenwettbewerb aber klar gesagt werden müsse, ob eine Frische-, Misch- oder Ausgabeküche geplant sei.

Kämmerer Henry Klare verwies auf die langfristigen Auswirkungen: „Der Förderverein macht einen tollen Job. Aber ich kann nicht absehen, ob der Verein das auch 50 Jahre lang macht. Und das Gebäude ist ja langfristig geplant.“ Auch Allerdissen sah die Gefahr, dass dann der Haushalt der Gemeinde belastet werde: „Und dann zahlt jeder Borchener dafür.“

Hansjörg Frewer (CDU) stellte sich hinter den Wunsch der Grünen: „Wenn wir Änderungen vornehmen wollen, dann jetzt. Und der Förderverein hat den Betrieb der Selbstversorgerküche zehn Jahre lang hinbekommen. Warum sollten sie das nicht auch weiterhin schaffen?“ Der Beschluss wurde mit Stimmen der CDU, Grünen und der Freien angenommen.

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