Verkehrsversuch an der Kreisstraße K1 in Borchen: Kreis bekommt viele Anregungen
Gehwege in Dörenhagen werden verbreitert

Borchen (WB). Der Verkehrsversuch an der Kreisstraße K1 in Dörenhagen ist nach zwei Wochen beendet und ausgewertet. Der Kreis Paderborn, die Gemeinde Borchen sowie alle mit der Verkehrssicherheit befassten Stellen haben beschlossen, dass die Gehwege an mehreren Stellen verbreitert werden, um Fußgängern mehr Platz zu geben. Die Arbeiten sollen im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt K1 durchgeführt werden.

Samstag, 13.06.2020, 06:00 Uhr
Für einen Verkehrsversuch ist die Ortsdurchfahrt Dörenhagen für zwei Wochen an mehreren Stellen verengt worden. Hier sollen die Bürgersteige verbreitert werden. Foto: Sonja Möller
Für einen Verkehrsversuch ist die Ortsdurchfahrt Dörenhagen für zwei Wochen an mehreren Stellen verengt worden. Hier sollen die Bürgersteige verbreitert werden. Foto: Sonja Möller

Zuvor war die Fahrbahn mit Begrenzungselementen so verengt worden, dass eine Fußwegverbreiterung simuliert wurde. Zahlreiche Bürger und Verkehrsteilnehmer haben dazu ihre Anregungen an den Kreis weitergegeben. „Der Verkehrsversuch und vor allem die vielen wichtigen Rückmeldungen der Dörenhagener Bevölkerung haben wichtige Erkenntnisse gebracht. So können wir nun die Planungen anpassen und umsetzen. Wir danken allen Anwohnern und Landwirten für ihr Engagement“, freuen sich Landrat Manfred Müller und Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen. In einem Ortstermin mit dem Landrat und Dörenhagens Ortsvorsteher Heinz Rebbe wurde schließlich Einigung mit den Landwirten erzielt, teilt der Kreis mit.

Die jetzige bauliche Situation aus den 70er Jahren bevorzugt Autofahrer

Die jetzige bauliche Situation aus den 70er Jahren bevorzugt die Autofahrer. Aber auch Kinder, Eltern mit Kinderwagen oder Bewohner mit gesundheitlichen Einschränkungen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, müssen sicher und geschützt ihren Weg zur Schule, zum Spielplatz oder Bäcker zurücklegen können. Dafür sollen die Bürgersteige, die zum Teil schmaler als 30 Zentimeter sind, verbreitert und in Dörenhagen-Busch ein Fahrbahnteiler aufgebaut werden.

Bei der Ankündigung des Verkehrsversuches baten die Planer aktiv die Bevölkerung um Rückmeldung – und die kam zahlreich. Michael Rüngeler, Leiter des Kreisstraßenbauamtes, bot jedem Dörenhagener, der sich bei ihm gemeldet hatte, ein persönliches Gespräch an, das protokolliert wurde: „Einige Anwohner schrieben uns anschaulich ihre Erinnerungen an die Unfälle, die hier passiert sind. Zum Beispiel wurde eine Fußgängerin beim Überqueren der Straße getötet. Andere berichten, dass sie nun eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung der Autofahrer wahrnehmen.“

Dörenhagener Landwirte gaben dem Kreis Paderborn wertvolle Anregungen

Wertvolle Anregungen gaben auch die ortsansässigen Landwirte. So wurde auf ihren Wunsch nachträglich eine Beschilderung angebracht, die die Vorfahrtsregelung auf Höhe Hausnummer 62 eindeutig regelt. Außerdem hat der Kreis das Planungsbüro angewiesen, durch Schleppkurven nachzuprüfen, dass alle Änderungen auch durch landwirtschaftliche Fahrzeuge befahrbar sind. Michael Rüngeler: „Uns ist sehr wichtig, dass in Dörenhagen die Landwirte die Kirchborchener Straße weiter gut nutzen können.“ Das Ergebnis zeige eindeutig, dass die verringerte Breite auch für größere Fahrzeuge ausreiche.

„Ein Verkehrsversuch ist immer nur genau das: ein Versuch. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen können die Planungen angepasst werden“, erläutert Rüngeler: „Leider konnten wir die Gehwegverbreiterung nur mit unseren etwas klobigen Elementen simulieren, die wesentlich höher und breiter sind, als der später herzustellende Bordstein, und die anders als ein Bordstein, auch nicht vorsichtig überfahren werden können.“

Viele Dörenhagener möchten Tempo-30-Beschilderung ausdehnen

Der Experte ist sich sicher, dass die verbreiterten Gehwege wesentlich weniger in das Verkehrsgeschehen eingreifen als die Versuchselemente. Gerade in Sondersituationen wie einem Feuerwehreinsatz oder der Begegnung zweier besonders großer Fahrzeuge sei das gegenseitige Passieren weiterhin möglich. „An den langen Einengungen im Bereich der Kirchborchener Straße 50 und 52 ist im Versuch der ungünstige Eindruck entstanden, dass hier zukünftig die Fahrbahn nur einspurig befahrbar ist. Tatsächlich können aber auch hier problemlos zwei Autos aneinander vorbeifahren“, sagt Rüngeler. Zudem nimmt er den Wunsch der Dörenhagener aus den Anregungen mit, die Tempo-30-Beschilderung auszudehnen: „Das wird unser Straßenverkehrsamt nun prüfen.“

Kreis, Gemeinde und Polizei sind sich bei der Bewertung des Verkehrsversuches einig, dass sich durch die Maßnahmen die Verkehrssicherheit gerade von schwächeren Verkehrsteilnehmern erhöht. Fußgänger können den Bürgersteig auf der gesamten Länge nutzen und müssen nicht mehr an den heutigen Engstellen auf die Fahrbahn ausweichen. Autofahrer werden gezwungen, achtsamer zu fahren und die vorgeschriebene Geschwindigkeit einzuhalten. Auch die Bezirksregierung befürwortet die Fußwegverbreiterung bei der anstehenden Straßensanierung.

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