Schulerweiterungsbau der Grundschule Nordborchen soll im Mai 2021 fertig sein
Neubau erfüllt alle Wünsche

Borchen (WB). Noch sieht die Baustelle neben der Grundschule Nordborchen relativ unspektakulär aus, doch in den kommenden Monaten entsteht hier ein langersehntes Schmuckstück, in dem bis zu 175 Schüler betreut werden können. „Wenn alles nach Plan läuft, sind wir im Mai 2021 fertig“, sagt Karin Striewe, die den Fachbereich Hochtiefbau der Gemeinde Borchen leitet.

Samstag, 04.07.2020, 05:53 Uhr aktualisiert: 04.07.2020, 06:01 Uhr
Das neue Schulerweiterungsgebäude entsteht direkt neben der Grundschule Nordborchen an der Wegelange. Foto: Oliver Schwabe
Das neue Schulerweiterungsgebäude entsteht direkt neben der Grundschule Nordborchen an der Wegelange. Foto: Oliver Schwabe

Das Modell des Siegerentwurfs vom Büro Crep D Architekten aus Kassel passt in Karin Striewes Handfläche und sieht auf den ersten Blick nicht besonders ausgefallen aus. Doch hinter dem dreidimensionalen „Puzzleteil“ verbirgt sich ein spektakuläres Gebäude, das bis ins Detail ausgefeilt ist und den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht wird. Sowohl die Schule als auch der Betreuungsverein und die Gemeinde sehen ihre Wünsche berücksichtigt.

Auf 750 Quadratmeter entsteht ein neues Gebäude

Und so sieht das neue Gebäude aus: Auf 750 Quadratmetern Grundfläche entsteht ein zum Teil zweigeschossiger Bau, der sich zur Wegelange eingeschossig in die Umgebungsbebauung einfügt. Hier findet die 123 Quadratmeter große Mensa Platz, die eine hohe offene Dachkonstruktion hat. Daran schließt sich unter anderem eine 36 Quadratmeter große Küche mit einem Ausgabebereich an. Karin Striewe sagt: „Derzeit beliefert ein Caterer die Grundschule mit warmem Essen. Möglich ist dann aber auch eine Cook-and-Chill-Variante.“ Die Personal-, Büro- und Technikräume finden sich im hinteren Teil neben der Mensa und sind über einen eigenen Flur mit Eingang zur Wegelange erreichbar. Dieser Bereich kann separat betreten werden und von der Mensa und den Betreuungsräumen getrennt benutzt werden.

Nach hinten wird das Betreuungsgebäude zweigeschossig. Hier entstehen auf jeder Etage je drei Gruppenräume unterschiedlicher Größe, die insgesamt eine Fläche von 378 Quadratmetern haben. Durch die Raumaufteilung ist ein Rückzug in kleineren Gruppen möglich. Es soll inhaltlich gestaltete Räume wie einen Werkraum geben. Im Erdgeschoss werden die ersten beiden Jahrgänge betreut und im Obergeschoss die Klassen drei und vier. Das großzügig gestaltete Foyer bietet viel Platz für die Tornister-Regale und für kurze Gespräche mit den Eltern.

Ein besonderer Clou ist die Photovoltaikanlage

Ein besonderer Clou ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach. „Pro Jahr rechnen wir mit 32.000 Kilowattstunden“, berichtet Striewe. Das neue Gebäude verbrauche 10.500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr, das Schulgebäude ohne die Container 16.000 kWh. „Damit ist das neue Gebäude theoretisch völlig autark. Es können sogar noch 5500 kWh ins Stromnetz eingespeist werden“, rechnet die Fachbereichsleiterin vor. Um leistungsschwache Tage überbrücken zu können, wird eine Batterie als Speicher eingebaut. Die Gesamtinvestition für den Schulerweiterungsbau beläuft sich auf 2,9 Millionen Euro. 382.000 Euro Förderung stammen aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“.

Schulleiter Christian Jakob freut sich, dass die Schule und der Betreuungsverein an der Planung beteiligt wurden: „Es gab viele Treffen mit dem Architekten. Wir konnten alle unsere Wünsche einbringen.“ Die großzügig gestaltete Mensa bezeichnet Jakob als „großen Gewinn“ für die Schule: „Wir haben bisher keinen Raum, in den mehr als 30 Eltern passen. Bei der Neueinschulung sind aber locker 60 Eltern da. Wir mussten immer auf die Turnhalle ausweichen, aber das ist dann vorbei.“ Zudem sei das Gebäude komplett smart und verfüge überall über WLAN.

Betreuungsverein sieht seine Wünsche berücksichtigt

Auch der Betreuungsverein der Grundschule sieht seine Wünsche vollauf berücksichtigt: „Wir sind immer angehört worden und was uns wichtig war, wurde umgesetzt. Wir konnten sagen, wo die Reise hingeht“, berichtet Markus Gollnick. Der Vorsitzende macht deutlich, wie wichtig der Neubau ist: „In den vergangenen Jahren ist der Betreuungsbedarf immer größer geworden. Der Container entzerrt zwar das Mittagessen und der Bläserchor hat seinen Übungsraum freigegeben. Aber wir arbeiten an drei Stellen in der Schule. Die Kapazität ist aufgebraucht, obwohl der Bedarf ungebremst ist.“ Markus Gollnick bezeichnet das neue Betreuungsgebäude als „Riesenglück“ und sagt: „Ich fand es sehr interessant, was möglich ist, und war überrascht, wie es am Ende aussehen soll.“

Die Schule hatte bereits 2017 Bedarf angemeldet. Doch bei der Haushaltsverabschiedung im Februar 2018 wurde ein Sperrvermerk auf die Investition verabschiedet, der nach Angaben der Gemeinde zu einer etwa halbjährigen Verzögerung des gesamten Vorhabens führte. Die Baugenehmigung konnte am 9. März erteilt werden. Der erste Spatenstich folgte am 12. Mai. Mittlerweile sind alle Hauptgewerke ausgeschrieben.

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