Reaktion auf Giftköder: Freie Wähler in Borchen fordern Hundetoiletten und „weniger Hetze“
Hundebesitzer in Angst und Schrecken

Borchen/Paderborn (WB) -

Mit Gift und spitzen Gegenständen gespickte Köder haben Hundebesitzer im Kreis Paderborn auch in den vergangenen Tagen wieder in Angst und Schrecken versetzt. Jüngst hat es einen entsprechenden Fall in Borchen gegeben.

Dienstag, 23.02.2021, 18:46 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 19:52 Uhr
Ein mit einer Rasierklinge präpariertes Stück Fleischwurst liegt für Übungszwecke bei der Ausbildung eines Giftköder-Suchhundes in einem Garten.
Ein mit einer Rasierklinge präpariertes Stück Fleischwurst liegt für Übungszwecke bei der Ausbildung eines Giftköder-Suchhundes in einem Garten. Foto: Marcel Kusch/dpa

Dort hatte ein Jack-Russel-Terrier ein mit Nägeln gespicktes Leckerli gefressen und musste operiert werden. Mehrere politische Parteien fordern jetzt Konsequenzen und Möglichkeiten, Tierhalter zu warnen beziehungsweise zu schützen.

In der Gemeinde Borchen gibt es jetzt einen (neuerlichen) Vorstoß der Freien Wähler (FWB) und der FDP Hundetoiletten beziehungsweise Automaten mit Beuteln für Hundekot aufzustellen. Nach Ansicht von Katrin Klugmann (FWB) sind es nämlich gerade vermehrt Fotos von „Hundehaufen“ und entsprechenden Verstößen von Hundebesitzern in sozialen Netzwerken wie Facebook, die zusätzlich Hass auf Tierhalter schürten. Zudem gäbe man Tierhassern nebenbei noch Anleitungen, wie man Giftköder erstellen könne.

Auch im jüngsten Ausschuss des Kreises Paderborn stand das Thema auf der Tagesordnung. Die AfD hatte beantragt, eine „Giftköder-Hotline“ innerhalb der Kreisverwaltung anzusiedeln, um Tierbesitzer rechtzeitig warnen zu können. Karl-Heinz Tegethoff betonte für seine Fraktion, dass es dabei nicht nur um den Schutz von Vierbeinern gehe, sondern auch um Kinder, die versehentlich mit ausgelegten Ködern in Kontakt kommen und Schaden nehmen könnten, „zumal dies eine Unart ist, die immer weiter zunimmt. Wir sollten das Thema nicht der Polizei überlassen, sondern eine zentrale Stelle einrichten, damit rechtzeitig gewarnt werden kann. Denn solche Täter nehmen schwerste Verletzungen in Kauf“, argumentierte Teget­hoff.

Waldspaziergang mit Hund

Waldspaziergang mit Hund Foto: imagoimages

Grundsätzlich stieß das Thema auch bei den anderen Fraktionen auf offene Ohren, doch sei der Ansatz der AfD nach Ansicht zum Beispiel der Grünen der falsche Ansatz. Carsten Birkelbach: „Bei der Auslegung der Giftköder handelt es sich um eine Straftat, deswegen ist dies bei der Polizei richtig aufgehoben. Man könnte vielleicht darüber diskutieren, in dieser Hinsicht die Zuständigkeiten der Polizei zu erweitern.“

Karl-Heinz Tegethoff regte zusätzlich an, wenn schon nicht eine Hotline, dann aber eine App anzubieten, in der entsprechende Vorkommnisse veröffentlicht werden, um schnell reagieren zu können. „Das ginge weitgehend auch kostenneutral“, meinte er.

CDU-Fraktionschef Hanswalther Lüttgens äußerte als Tierliebhaber ebenfalls Verständnis für den Vorstoß, lehnte es aber ab, Zuständigkeiten zu verdoppeln, indem Polizei und Kreis beauftragt würden. Und Norika Creuzmann (Grüne) meinte: „Eine Hotline kann höchstens informieren, wenn bereits etwas passiert ist, aber sie verhindert nichts. Der richtige Weg ist über Polizei und Presse und an die Vernunft der Menschen zu appellieren.“

Zwar wurde der Antrag der AfD von allen Fraktionen abgelehnt, doch sagte Landrat Christoph Rüther zu, das Anliegen ernst zu nehmen und auch noch einmal das Gespräch mit der Polizei zu suchen.

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