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Mi., 05.10.2016

Rückgang bei Türkei-Urlaubern belastet Bilanz Airport setzt auf Kanaren und Frankfurt

1,1 Millionen Euro hat der Airport in drei neue Schneepfüge investiert. Sie sollen sicherstellen, dass auch im Winter der Flugplan eingehalten wird.

1,1 Millionen Euro hat der Airport in drei neue Schneepfüge investiert. Sie sollen sicherstellen, dass auch im Winter der Flugplan eingehalten wird. Foto: Ingo Schmitz

Von Ingo Schmitz

Büren (WB). Der Airport Paderborn-Lippstadt kämpft wegen der Türkei-Krise gegen sinkende Fluggastzahlen. Bis Ende des Jahres wird mit insgesamt 700.000 Passagieren gerechnet – ein Rückgang von zehn Prozent. Allerdings gibt es auch gute Nachrichten: Obwohl die Türkei-Krise nicht überwunden sei, starten im Oktober elf zusätzliche Maschinen nach Antalya.

Airport-Geschäftsführer Dr. Marc Cezanne erklärte am Mittwoch, dass dies selbstverständlich nicht die Verluste ausgleichen könne. Im laufenden Jahr gebe es 250 Flüge weniger in die Türkei, Ägypten und Tunesien, als geplant. Im Gegenzug habe es lediglich 40 zusätzliche Flüge nach Palma und Bulgarien gegeben. »Die Türkei ist ein Land mit Sonnengarantie mit Hotels von null bis fünf Sterne. Als Urlaubsland ist die Türkei nicht ersetzbar«, stellte der Geschäftsführer fest.

Der Rückgang macht sich auch finanziell bemerkbar. Im Jahr 2015 hatte der Verlust des Flughafens (ohne Türkei-Krise) bei 1,9 Millionen Euro gelegen. Das sei ein gutes Ergebnis für den Airport gewesen. Der Geschäftsführer bezifferte den Verlust des Flughafens Kassel-Calden im Vergleich auf 18 Millionen Euro.

Die am Paderborber Airport beteiligten Kreise Paderborn, Soest, Gütersloh, Lippe, Bielefeld, Hochsauerlandkreis und Höxter übernehmen maximal 2,5 Millionen Euro Verlustabdeckung. Ob die Marke in diesem Jahr gerissen wird, »müssen wir sehen«, erklärte Cezanne. »In dem Fall könnten wir unsere Abschreibungen nicht bedienen«, sagte er.

Eurowings nimmt Mallorca-Verbindung auf

Paderborn sei nach wie vor der Heimatflughafen für OWL und für Nordhessen. Von dort kämen 25 Prozent der Passagiere. Ein wichtiges Standbein für den Heimatflughafen bleibt Mallorca. Und hier gibt es wichtige Neuerungen: Der Geschäftsführer verkündete, dass die Fluggesellschaft Eurowings vom 26. Mai 2017 an zunächst einmal wöchentlich von Paderborn nach Palma fliegen werde. Mit Beginn der Urlaubs-Hochsaison werde die Strecke auf vier wöchentliche Verbindungen aufgestockt. »Vom 2. Juli 2017 an hebt jeden Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag ein Eurowings-Airbus A320 mit 180 Sitzplätzen gen Süden ab.« Das Angebot sei eine wichtige Ergänzung, die eine Reaktion auf die hohe Mallorca-Nachfrage darstelle.

Und noch ein neuer Name wird künftig auf den Maschinen stehen, die in Paderborn landen und abheben: Turkish Airlines werde von Juni bis Oktober 2017 sieben mal pro Woche nach Antalya fliegen.

Kein Wiedersehen werde es mit der gescheiterten slowenischen Fluggesellschaft Sea Air geben. Die kürzlich angekündigte Rückkehr zum Airport Paderborn werde nicht stattfinden, sagte Cezanne. Darüber sei der Airport – der völlig zu unrecht mit den stornierten Flügen in Verbindung gebracht worden sei – nicht böse. Der Airport habe den Ärger der Passagiere zum Teil abbekommen, obwohl man der falsche Adressat sei. Das Personal des Airports habe sich um die Passagiere gekümmert, Ersatzflüge zu organisieren stehe aber nicht in der Macht des Flughafens.

Im Winter in die Kanaren

Deutlich gesteigert werde das Kanaren-Angebot im bevorstehenden Winterflugplan: 13 Flüge sind pro Woche auf die Kanaren vorgesehen. Hinzu kommen drei nach Antalya sowie vier nach Palma. »Wir sind froh, wenn die gut verkauft werden.«

Hinzu kommen 25 wöchentliche Flüge nach München, die die Lufthansa übernimmt. 90 Passagiere passen in die Maschinen. Die Nachfrage sei gut. Mit der Lufthansa laufen nach Angaben von Cezanne zudem intensive Gespräche, um endlich eine Verbindung an das Drehkeuz Frankfurt zu bekommen. Dies sei für viele Fernreisen aber eben auch für Geschäftsleute wichtig. Man sei auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Es müssten allerdings noch »dicke Bretter gebohrt werden«. Weitere Destinationen sind ebenfalls im Gespräch. Dazu gehören Moskau und die Ukraine.

Erfreut ist Cezanne über das große Interesse des Reiseveranstalters TUI am Paderborner Airport. »Das ist der größte Reisekonzern Europas. Für uns sind die Reiseveranstalter wichtiger, als die Fluggesellschaften. TUI will sein Angebot in Paderborn um 50 Prozent steigern«, berichtete Cezanne.

Investiert worden ist in diesem Jahr übrigens auch in den Fuhrpark: 1,1 Millionen Euro kosten die drei neuen Schneepflüge. Die um 45 Meter verlängerte Landebahn könne nach wie vor nicht in Betrieb genommen werden. Dafür müsste die Beleuchtung verlegt werden. Das würde eine weitere Million Euro kosten. Dafür habe der Airport aktuell kein Geld, sagte Cezanne.

 

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