Altes Stellwerk in Büren-Ringelstein soll Ferienwohnung werden
Wohnen in Bahn-Geschichte

Büren-Harth (WB/han). In das alte Stellwerk im Ringelsteiner Wald, das wohl jeder Wanderer im Bürener Land kennt, zieht neues Leben ein. David Berg hat es gekauft und möchte es zu einer Ferienwohnung machen.

Dienstag, 16.01.2018, 06:00 Uhr
David Berg lässt das alte Stellwerk in Ringelstein sanieren und umbauen. Foto: Hanne Hagelgans
David Berg lässt das alte Stellwerk in Ringelstein sanieren und umbauen. Foto: Hanne Hagelgans

Im Kriegsjahr 1941 gebaut, hat das Stellwerk die weitaus längste Zeit seiner Lebensdauer leer gestanden. Denn schon 1962 wurde es wieder außer Betrieb genommen. Jetzt zieht in das Gebäude neues Leben ein.

Wohneigentum zu erwerben, um für später vorzusorgen, das war der Plan von David Berg. Und das hat der 27-Jährige auch getan. Doch anstelle einer Eigentumswohnung oder eines Häuschens kaufte er – das Stellwerk am Waldbahnhof in Ringelstein.

Warum? Das habe viel mit Herzblut zu tun, erklärt er. David Berg ist in Harth aufgewachsen. »Schon als Kind und Jugendlicher bin ich im Ringelsteiner Wald laufen gegangen und Rad gefahren«, erzählt er, »und ich fand das Gebäude immer schon toll und faszinierend.«

Irgendwann begann er, sich näher damit zu beschäftigen. Und nach und nach wuchs die Idee, aus dem alten Gebäude etwas Neues zu machen. Doch mit seiner ersten Anfrage beim Eigentümer, der Stiftung Historische Bahnbauten, blitzte er ab; das Stellwerk stand nicht zum Verkauf.

Vor einigen Jahren musste dann der Verein Waldbahn Almetal, der Vergnügungsfahrten auf der Strecke zwischen Brilon-Alme und Büren angeboten hatte, aufgeben. Auch die Transporte von Groß-Transformatoren rollten inzwischen nicht mehr, sodass nun gar kein Bahnverkehr mehr auf der Strecke stattfand. Der Personenverkehr war bereits 1981 eingestellt worden.

David Berg wagte also einen neuen Vorstoß, und diesmal kam der Verkauf zustande. Ende des Jahres 2015 wechselte das alte Stellwerk für knapp 40 000 Euro den Besitzer.

Das hört sich nach einem Schnäppchen-Preis an. Doch ein Vielfaches, etwa 80 000 Euro, muss der 27-Jährige noch einmal in die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes investieren, Eigenleistung, die er selbst mit Unterstützung seiner Familie am Wochenende oder nach Feierabend erbringt, noch gar nicht eingerechnet.

Stadt Büren, Kreis Paderborn und Bezirksregierung Münster waren mit im Boot, als es galt, den Bauantrag zu bewilligen. Denn die Sanierungsmaßnahmen müssen den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht werden. Nun sind alle bürokratischen Hürden genommen, und Berg, der von Beruf Außendienstmitarbeiter eines dänischen Herstellers von Kaminöfen ist, kann endlich so richtig loslegen.

Zu tun gibt es jede Menge, denn mehr als 50 Jahre Leerstand haben ihre Spuren hinterlassen. Der Dachstuhl muss ausgebessert werden, bevor er wieder, wie es der Denkmalschutz verlangt, mit Teerpappe überzogen wird. Die Holzverkleidung im oberen Bereich der Außenfassade wird erneuert. Außerdem soll das Stellwerk wieder weiße Holzfenster bekommen, wie sie auf historischen Aufnahmen zu sehen sind.

Innen ist das Gebäude praktisch ein Rohbau. Die Wände müssen gedämmt und verkleidet, sanitäre Anlagen eingebaut und die Böden aufgearbeitet werden. Im Erdgeschoss sollen sich später einmal der Technikraum, Dusche, WC und Betten befinden. Im Obergeschoss sollen Küchenzeile und Wohnraum mit einem schönen Ausblick über den Ringelsteiner Wald untergebracht werden.

David Berg hat sich vorgenommen, moderne und alte Elemente zu mischen, damit auch künftig der Ursprung des Gebäudes sichtbar bleibt. So will er eine Leiste mit Rollen, die früher für den Stellwerksbetrieb gebraucht wurde, aufarbeiten lassen und im Wohnraum anbringen, ebenso wie mehrere alte Bahnschilder.

Und auch die Abmessungen eines kleinen Splitterschutzraumes, der sich zur Bauzeit des Gebäudes während des Krieges im Obergeschoss befand, sollen sichtbar bleiben. So schreibt es auch der Denkmalschutz vor.

Im Spätsommer dieses Jahres will Berg mit der Sanierung fertig sein. Und dann können Wanderer, die das alte Stellwerk am Waldbahnhof schon lange kennen, dort auch übernachten.

 

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