Do., 15.11.2018

DLRG wirbt für Erhalt und lobt die Stadt Büren – mit Kommentar »Rettet die Bäder!«

Treten für den Erhalt kommunaler Bäder ein – so wie es in Büren ermöglicht wurde: (hinten von links) DLRG-Vorsitzender Dirk Kleeschulte, Schwimmmeister Josef Gottschalk, (vorn von links) Trainer Leon Just, Sophie Antonik und Sophie Stracke vom Jugend-Einsatz-Team und die DLRG-Nachwuchsschwimmer Felix Rücker, Alisha Kappmeier, Jannik Kappmeier und Mila Wagner.

Treten für den Erhalt kommunaler Bäder ein – so wie es in Büren ermöglicht wurde: (hinten von links) DLRG-Vorsitzender Dirk Kleeschulte, Schwimmmeister Josef Gottschalk, (vorn von links) Trainer Leon Just, Sophie Antonik und Sophie Stracke vom Jugend-Einsatz-Team und die DLRG-Nachwuchsschwimmer Felix Rücker, Alisha Kappmeier, Jannik Kappmeier und Mila Wagner.

Büren (WB/han). Statistisch schließt alle vier Tage in Deutschland ein Schwimmbad für immer. Das ist nicht nur traurig, sondern auch gefährlich. Schließlich müssen Kinder irgendwo das Schwimmen lernen. In Büren haben sie dazu die Gelegenheit – doch selbstverständlich ist das nicht.

Dank eines finanziellen Kraftakts der Stadt und einer hohen Förderung aus der Landeskasse gibt es in Büren noch ein Hallenbad – auch wenn es angesichts knapper Kassen lange nicht klar war, dass eine Sanierung in Angriff genommen werden konnte. »Das ist wirklich ein Grund, einmal danke zu sagen«, findet Dirk Kleeschulte, Vorsitzender der DLRG Büren.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft setzt sich mit der aktuellen Kampagne »Rettet die Bäder!« für den Bestand der örtlichen Hallenbäder ein. Kernstück ist eine Online-Petition.

Darin fordert die Wasserrettungsorganisation eine angemessene und nachhaltige Bäderversorgung durch eine systematische Bedarfsplanung und -deckung im Rahmen eines bundesweiten Masterplans.

Mindestens 50.000 Menschen will die DLRG zur Unterschrift unter ihre Petition bewegen, damit sie an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages weitergereicht wird, der sich dann damit beschäftigen muss.

»Wir müssen Bäder erhalten, Bäder bauen und nicht wegrationalisieren«, fordert DLRG-Präsident Achim Haag.

Allein im vergangenen Jahr seien 4500 Schwimmprüfungen weniger abgenommen worden als im Vorjahr. Etwa 25 Prozent der Grundschulen hätten keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad.

Nur noch 60 Prozent der zehnjährigen Kindern könnten sicher schwimmen. Die traurige Folge: Im Sommer dieses Jahres sind in Nordrhein-Westfalen 55 Menschen ertrunken, darunter fünf Kinder bis zu einem Alter von zehn Jahren.

»Trotz aller Schwierigkeiten wurde das Hallenbad in Büren saniert und so gerettet«, betont Dirk Kleeschulte. Dankbar sind er und seine Mitstreiter von der DLRG auch den Schwimmmeistern, die die städtischen Bäder auf einem guten Niveau halten. »Auch die Freibäder Büren und Harth sind tolle Sport-, Lehr- und Erholungsstätten in unserer Stadt – und das für alle Bevölkerungsschichten. Das ist klasse«, findet Kleeschulte.

Dass Kommunen Geld für Bäder ausgeben, findet er richtig und wichtig. Bei öffentlichen Opernhäusern oder Theatern sei die Bezuschussung pro Kopf übrigens deutlich höher als bei Frei- und Hallenbädern. »Dabei kommen die Bäder doch allen Bevölkerungsschichten zugute«, meint Kleeschulte.

2016 ist das in die Jahre gekommene Bürener Hallenbad aus den 1970er Jahren grundlegend saniert worden. Mit 600.000 Euro belastete das die Stadtkasse. 1,4 Millionen Euro kamen von Land und Bund. Bedingung für die hohe Förderquote war, dass das Bad energetisch modernisiert und für Behinderte zugänglich gemacht wurde. Wassertechnik, Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen wurden ebenfalls erneuert.

Weitere Informationen gibt es unter www.bueren.dlrg.de .

Kommentar

Um ein Schwimmbad zu erreichen, müssen viele Familien oder Schulklassen inzwischen weite Wege auf sich nehmen. In Büren ist das zum Glück anders. Mit eigenem Geld und mit einer guten Landesförderung hat die Stadt es geschafft, das marode Hallenbad wieder flott zu machen.

Die DLRG trägt mit engagierter Jugendarbeit dazu bei, dass Kinder das Schwimmen und ganz nebenbei auch noch so wichtige Eigenschaften wie Gemeinschaftssinn und Teamgeist lernen.

Doch auch die Eltern sind gefordert. Sie sollten sich nicht darauf verlassen, dass die Kinder in der Grundschule das sichere Schwimmen schon irgendwie lernen werden. Dafür ist übrigens auch das Seepferdchen-Abzeichen noch längst keine Garantie.

Badetasche packen, hingehen und mit den Kurzen üben, das ist der richtige Weg. Nebeneffekt: Infrastruktur, die genutzt wird, bleibt erhalten. Hanne Hagelgans

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