Sa., 19.01.2019

400.000 Menschen besichtigten die insgesamt 28 Gedenkorte in NRW Mehr Besucher in NS-Gedenkstätten in OWL

Die Wewelsburg in Büren sollte während des Nationalsozialismus zu einem ideologischen Zentrum der SS ausgebaut werden.

Die Wewelsburg in Büren sollte während des Nationalsozialismus zu einem ideologischen Zentrum der SS ausgebaut werden. Foto: Jörn Hannemann

Büren/Herford/Schloß Holte-Stukenbrock (epd). Die NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen haben 2018 einen Besucherrekord erlebt: Insgesamt fast 400.000 Menschen kamen nach Angaben der Landesregierung in die 28 Gedenkorte im Land.

Der Evangelische Pressedienst (epd) fragte bei sechs Gedenkstätten in Köln, Düsseldorf, Münster, Büren, Herford und Schloss Holte-Stukenbrock nach der Entwicklung:

Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln verzeichnete binnen eines Jahres einen Besucheranstieg um vier Prozent: Mehr als 92.700 Menschen kamen 2018 in die Einrichtung, die zugleich Museum und Gedenkstätte ist.

Damit werde bereits das 17. Jahr in Folge ein neuer Höchststand erreicht, sagte Sprecher Werner Jung dem epd. Das NS-Dokumentationszentrum befindet sich im EL-DE-Haus in der Kölner Innenstadt, das früher Zentrale der Gestapo war.

52.000 besuchen Wewelsburg

Die Wewelsburg in Büren besuchten im vorigen Jahr knapp 52.000 Menschen, etwa 14.300 nahmen an Veranstaltungen wie Vorträgen und Lesungen teil. Die jährliche Besucherzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht, 2017 betrug sie rund 50.500.

Die Wewelsburg sollte während des Nationalsozialismus zu einem ideologischen Zentrum der SS ausgebaut werden.

Auch die Gedenkstätte Zellentrakt in Herford berichtete von einem steigenden Interesse. 2018 kamen nach Angaben des Stadtarchivs mehr als 3.500 Menschen in das ehemalige Gefängnis von Kriminalpolizei und Gestapo.

Die vergleichsweise kleine NS-Dokumentationsstätte Stalag 326 in Schloss Holte-Stukenbrock lag nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mit 2.400 Besuchern auf dem Niveau der Vorjahre.

Leichter Rückgang in Düsseldorf

Die Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte registrierte 2017 knapp 33.500 Besucher, das waren rund 3.700 mehr als im Vorjahr. Im Gegensatz zum Gesamttrend ging diese Zahl 2018 leicht zurück auf knapp 32.000 Besucher. Der Erinnerungsort Alter Schlachthof in der Landeshauptstadt zählte im vergangenen Jahr 3.200 Besucher bei Führungen und Veranstaltungen, 2017 waren es etwa 2.000.

Im Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster wuchs die Besucherzahl seit 2015 pro Jahr durchschnittlich um rund 1.700 und betrug im vergangenen Jahr 33.155, wie Sprecher Peter Römer dem epd mitteilte. In einer Dauerausstellung in dem früheren Wohnhaus des Zementfabrikanten Rudolf ten Hompel (1878-1948) geht es unter anderem um die Verbrechen der Ordnungspolizei im Zweiten Weltkrieg und um die Entnazifizierung.

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