Mi., 10.04.2019

Flughafen Paderborn-Lippstadt: Landräte betonen Bereitschaft zu höherem Verlustausgleich Rückhalt für OWL-Airport in Büren

Der Flughafen Paderborn Lippstadt.

Der Flughafen Paderborn Lippstadt. Foto: Jörn Hannemann

Von Oliver Horst

Büren (WB). Angesichts der steigenden Defizite des Flughafens Paderborn-Lippstadt machen sich die Landräte Manfred Müller (Paderborn) und Sven-Georg Adenauer (Gütersloh/beide CDU) für die Verdopplung der Verlustübernahme durch die kommunalen Gesellschafter stark.

Wie am Dienstag vom WESTFALEN-BLATT exklusiv berichtet , sollen die Eigner von diesem Jahr an Fehlbeträge von jährlich bis zu 5 statt bislang 2,5 Millionen Euro ausgleichen. Der Airport sei ein elementarer Standortfaktor für die Region, sagt Müller, der zugleich Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrates ist.

»Wichtiges Stück Infrastruktur«

Müller spricht von »einem wichtigen Stück Infrastruktur, das wir auch für die wirtschaftliche Entwicklung gerade in einer immer internationaler und globaler werdenden Welt brauchen«. Das gelte erst recht angesichts der starken Exportorientierung vieler Unternehmen in der Region, an der zahlreiche Arbeitsplätze hingen. Auch für die Hochschulen sei die Anbindung an die Welt wichtig. »Jeder Gesellschafter muss wissen, was ihm der Flughafen wert ist«, sagt Adenauer. »Für den Kreis Gütersloh mit seiner starken Wirtschaft ist er extrem wichtig.«

Beide gehen davon aus, dass alle Gesellschafter die Verdoppelung der Verlustabdeckung mittragen. Der Löwenanteil entfällt mit 57,5 Prozent auf den Kreis Paderborn. Den Rest tragen die Kreise Soest (12,5 Prozent), Gütersloh, Lippe (je 8), Höxter und Hochsauerland (je 4) sowie die Stadt Bielefeld (6). Die Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen und Lippe sind als Mitgesellschafter bei der Verlustabdeckung außen vor. Müller bekräftigte gestern, dass die Entscheidung in den Kreistagen und Stadträten bis Mitte Juli fallen müsse. »Wir brauchen Klarheit, auch um den mittelfristigen Wirtschaftsplan aufzustellen.« In den kommenden Jahren sei bei stabilen Passagierzahlen von rund 740.000 mit Verlusten von 4 bis zu 5 Millionen Euro zu rechnen.

Steigende Auslastung der Linienflüge nach Frankfurt und München

Keine weiteren Spielräume sieht er für Einsparungen oder auch für Einnahmesteigerungen etwa bei den Parkgebühren. Vielmehr müsse auf Bundes- und Landesebene gegen Ungleichbehandlungen und auf eine faire Kostenverteilung etwa bei der Flugsicherung gedrängt werden. Das allein würde den Airport um 1,5 Millionen Euro pro Jahr entlasten.

Für die gute Akzeptanz des OWL-Flughafens spreche auch die steigende Auslastung der Linienflüge nach Frankfurt und München, sagt Müller. Die Lufthansa wolle auf diesen Strecken künftig Maschinen mit 150 statt bislang 90 Sitzplätzen einsetzen. Mit Blick auf Klimadiskussionen sagt Müller: »Es muss aufhören, dass Leute wegen Billigflügen quer durchs Land mit dem Auto zu anderen Flughäfen fahren anstatt den nächstgelegenen zu nutzen.«

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